Stadtteilladen

Wie sich die Nachbarschaft in Grumme verändert hat

Viele Grummer wissen ihren Stadtteilladen an der Ennepestraße zu schätzen und nutzen seine Angebote, wie hier das Buffet beim letzten Sommerfest.

Viele Grummer wissen ihren Stadtteilladen an der Ennepestraße zu schätzen und nutzen seine Angebote, wie hier das Buffet beim letzten Sommerfest.

Foto: Socrates Tassos

Grumme.   „Was hat sich in den letzten fünf Jahren im Stadtteil verändert?“ Unter diesem Motto untersucht der Stadtteilladen Grumme soziale Veränderungen.

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„Die Mitarbeit im Jugendtreff Sit down gibt mir das Gefühl, wichtig zu sein“, sagt eine Jugendliche. Ein Mann berichtet, dass für ihn der Mittagstisch im Stadtteilladen gute Nachbarschaft bedeutet. Alteingesessene empfinden wiederum mehr soziale Kälte in ihrem Umfeld als früher.

Diese und weitere Erkenntnisse bieten 30 anonyme Interviews, die der Stadtteilladen Grumme an der Ennepestraße von Oktober bis November durchgeführt hat. „Wir wollen damit durch persönliche Geschichten der Menschen den Wirkungsbereich unserer Stadtteilarbeit untersuchen“, erklärte Mitarbeiterin Sarah Abbasi beim Auswertungstreffen in großer Runde. Die Moderation übernahmen Stephanie Funk und Dieter Zisenis vom Büro für berufliche Bildungsplanung aus Dortmund.

Zwischen Kontakten und Einsamkeit

Abbasi und ihr siebenköpfiges Team von Ehrenamtlichen nutzten bei den Interviews ein neues Verfahren. „Wir erhoben in Gesprächen Daten, die wir in eine anonymisierte Geschichte umschrieben“, betonte die Sozialarbeiterin. Das Thema hieß: „Was hat sich in den letzten fünf Jahren in Bezug auf das Zusammenleben im Stadtteil verändert?“ Die befragten Personen – Jung, Alt, Neuhinzugezogene, Alteingesessene, Familien, Alleinstehende – kamen aus dem Flüsseviertel, aus Vöde und Grumme-Dorf.

Je nach Wohnort und aktueller Lebensphase der Befragten gab es für einige der Befragten Neuerungen. So betonten Bewohner des Flüsseviertels, dass sie durch die Modernisierungen der Wohnungsbaugesellschaft VBW Veränderungen erleben. Neuhinzugezogene – vor allem auch Geflüchtete – stellten fest, dass sie sich durch ihren persönlichen Einsatz Kontakte knüpfen konnten. Wiederum andere Stadtteilbewohner beklagten eine steigende Vereinsamung in Wohnviertel.

Mehr Ökumene der Kirchengemeinden gewünscht

Für die Stadtteilarbeit mit und ohne „Laden“ hielt Abbasi fest: „Ein Teil der Befragten empfindet die Nachbarschaft und die Angebote im Stadtteil als lebendig und vielfältig. Anderen, die oft in unmittelbarer Nachbarschaft des Stadtteilladens leben, fehle das Miteinander. Mehrere wünschten sich mehr Ökumene der Kirchengemeinden.“

„Jetzt wird es darum gehen, aus den Ergebnissen Angebote zu entwickeln oder auch vorhandene weiterzuentwickeln“, ergänzte Edeltraud Drees, Vorsitzende des Bürgervereins „Leben im Stadtteil“, als einer der Träger des Stadtteilladens.

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