Weltmeisterschaft

Wie Familie Matip ihren Sohn bei der Fußball-WM unterstützte

Eva-Maria und Jean Matip vor dem Spiel gegen Brasilien im Stadion von Brasília.

Eva-Maria und Jean Matip vor dem Spiel gegen Brasilien im Stadion von Brasília.

Foto: Privat

Bochum.  Joel Matip, Verteidiger von Bundesligist Schalke 04, hat bei der Weltmeisterschaft in Brasilien im Vorrundenspiel gegen Brasilien das einzige Turnier-Tor für sein Land geschossen. Seine Eltern haben ihren Spross auch bis nach Brasilien begleitet. Beide freuen sich jetzt auf das Finale.

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Während die Deutsche Nationalmannschaft am Sonntag zur finalen Fußballshow um den WM-Pokal gegen Argentinien antritt, kam das Aus für die Kameruner schon nach der Vorrunde. Doch für Eva-Maria und Jean Matip, die ihren Sohn, Joel Matip, in Brasilien besuchten, spielte das nur eine Nebenrolle. Ihr Spross, hauptberuflich Innenverteidiger beim FC Schalke 04, stand immerhin zweimal bei der Weltmeisterschaft 2014 für das Heimatland seines Vaters auf dem Platz.

Auch ihr älterer Sohn, Marvin Matip, wurde schon mehrfach als Nationalspieler gehandelt, doch leider machte dem Mannschaftskapitän des FC Ingolstadt diesmal ein zertrümmertes Schlüsselbein einen Strich durch die Rechnung. So jubelten die Eltern diesmal nur ihrem Joel zu.

Stimmung was fantastisch

„Wir waren bei allen Spielen Kameruns dabei: in Natal, Manaus und Brasília“, sagt Eva-Maria Matip. Die Stimmung sei fantastisch gewesen. „Fremde Menschen wollten sich mit uns fotografieren lassen, wegen des Kamerun-Trikots“, so Jean Matip. Ganz besonders beeindruckt habe das Ehepaar, wie diszipliniert die Brasilianer seien. Sie stünden geduldig in 500 Meter langen Schlangen an, ohne dass sich eine Traube vor dem Eingang bildete, schildern sie.

Für den 22-jährigen Joel Matip war es nicht die erste Weltmeisterschaft als Nationalspieler Kameruns. Auch 2010 in Südafrika war er schon dabei. Dem Kicker und seinen Eltern wird die WM in Brasilien in besonderer Erinnerung bleiben. Joel Matip erzielte beim dritten Gruppenspiel gegen Brasilien sein erstes Länderspieltor und zugleich das einzige Tor Kameruns überhaupt in diesem Turnier.

Die Gesamtsituation Kameruns juckte seine Mutter in diesem Moment natürlich wenig. „Als das Tor von Joel fiel, bist du wie verrückt rumgesprungen“, erinnert sich Jean Matip an den denkwürdigen Augenblick des Ausgleichstreffers zum 1:1. „Die Brasilianer im Stadion haben sicher gedacht: Was ist denn mit der Frau los“, sagt Eva-Maria Matip, die in Bochum als Alzheimer-Expertin beim DRK arbeitet, schmunzelnd.

„Deutschland gewinnt 2:1“

Vater Jean Matip sieht das etwas kritischer. Als ehemals „erster schwarzer Fußballtrainer in Bochum“ des FC Italia versteht er viel vom Spiel und zugleich schlägt sein Herz für Kamerun. „Wir haben uns mehr erhofft. Dass wir ohne einen Punkt ausgeschieden sind, das war schon sehr enttäuschend.“ Als Sachverständiger reist er am Montag nach Kamerun, um eine Fußball-Kommission zu verstärken.

Gemeinsam mit Sportfunktionären des Landes wird er das Scheitern der Nationalmannschaft analysieren. „Es ist schon ungewöhnlich. Wir haben viele gute Spieler, die bei großen Vereinen spielen. Ich denke, es ist nicht gelungen, eine Mannschaft zu bilden“, sagt er. Emotional hat der Bochumer diese Niederlage mittlerweile „abgehakt“ und Sohn Joel verarbeite seine WM derzeit bei einem Urlaub auf Ibiza, so der Vater.

Die Familie freue sich jetzt mit der deutschen Mannschaft auf das Finale am Sonntag: „Ich kenne einige Spieler auch persönlich wie Julian Draxler und Benedikt Höwedes“, verrät Jean Matip.

Sein Tipp: „2:1 für Deutschland“. Mindestens, oder?

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