WAZ-Serie: Starke Frauen

Wie es Bochumerinnen nach oben geschafft haben

Bundesweit sind weniger als ein Drittel (29 Prozent) der Führungspositionen mit Frauen besetzt.

Bundesweit sind weniger als ein Drittel (29 Prozent) der Führungspositionen mit Frauen besetzt.

Foto: dpa/ Rainer Jensen

Bochum.   In einer neue Serie erzählen wir die Geschichten von starken Frauen. Doch immer noch sitzen auf den meisten Chefsesseln Männer – auch in Bochum.

Stadtwerke, USB, Feuerwehr und Rettungsdienst – überall geben Männer in Bochum den Ton an. Auch bei der Stadt als Arbeitgeber zeichnet sich ein ähnliches Bild: Nur auf einem Drittel der Chefsessel der Stadtverwaltung sitzen Frauen.

Bundesweit sind im gesamten Arbeitsmarkt sogar weniger als ein Drittel, 29 Prozent, der Führungspositionen mit Frauen besetzt. Und auch im Bochumer Rat sind Frauen in der Unterzahl. Nur die Grünen bilden eine Ausnahme.

Teilzeitjobs führen in die Altersarmut

Hinzu kommt: Teilzeitarbeit ist weiblich. In Teilzeit arbeiten 53 Prozent der Frauen in der Bochumer Stadtverwaltung, wohingegen lediglich neun Prozent der Männer nicht in Vollzeit arbeiten. „Das Risiko der Altersarmut von Frauen steigt“, warnt Regina Czajka, Leiterin der städtischen Gleichstellungsstelle.

Noch vor ein paar Jahren waren auf Bochumer Führungsposten deutlich mehr Frauen zu finden: So war die komplette Stadtspitze mit Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) und den drei Bürgermeisterinnen Gabriela Schäfer (SPD), Erika Stahl (CDU) und Astrid Platzmann-Scholten (Grüne) weiblich. Der Verwaltungsvorstand war mit Diane Jägers (CDU), Birgitt Collisi (SPD) und Britta Anger (Grüne) fast zur Hälfte in Frauenhand. Mit Rita Finke-Gross hatte bis 2015 im Amtsgericht eine Frau das Sagen: 2010 wurde sie Direktorin mit 270 Mitarbeitern.

Auch Frauen gelingt der Aufstieg. Seit dreieinhalb Jahren sagt Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier zusammen mit ihren Kollegen in Bochum, Herne und Witten Einbrechern den Kampf an. Die Einschaltquote stets im Blick hat Andrea Donat, Chefredakteurin von Radio Bochum.

Träume, die wahr wurden

Einiger dieser Frauen stellen wir in unserer neunteiligen Serie „Starke Frauen in Bochum“ vor. Wir erzählen ihre Geschichten – von Barrieren, die sie aus dem Weg räumen mussten und Erfolgen, die sie feierten. Es sind nicht immer Frauen in Führungspositionen. Es sind Frauen, die in dem, was sie tun, Erfolg haben.

Gastronomin Kyung Ah-Meiers hat uns erzählt, wie sie es geschafft hat, ihr eigenes koreanisches Restaurant zu gründen. Fußballerin Annike Krahn berichtet über ihre Zeit als Profi-Fußballerin, in der sie als eine der wenigen Fußballerinnen von ihrem Gehalt leben konnte.

Stadtrundgang stellt starke Frauen vor

Und Susanne Hüttemeister, Leiterin des Planetariums, verrät, dass sie schon als Kind nicht vom Teleskop wegzubekommen war. Wir waren bei einem besonderen Stadtrundgang dabei, bei dem das Leben historischer Bochumerinnen zum Leben erweckt wird.

Zum Start stellen wir Inka Krude vor, die seit knapp 16 Jahren die Alte Apotheke 1691 in der Innenstadt leitet: „Das ist mein Traumjob, ich will keine Sekunde etwas anderes machen.“

Der Tod ihrer Mutter bestärkte die damals 21-Jährige darin, Apothekerin zu werden, um erkrankten Menschen zu helfen. Die 45-Jährige will Frauen mehr Selbstbewusstsein geben, daher engagiert sie sich in der Initiative „FRAUEN unternehmen.“ Gleichstellung sei ein langer Prozess. Inka Krude: „Es gibt noch viele Baustellen.“

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