Nikolaus

Wie ein Bochumer als Nikolaus die Kinder verzaubert

Für strahlende Kinderaugen sorgte der Nikolaus in Bochum.

Für strahlende Kinderaugen sorgte der Nikolaus in Bochum.

Foto: Dietmar Wäsche

bochum.   Sascha Nikolaus Berger arbeitet als Weihnachtsmann und Nikolaus. Der 6. Dezember ist sein stressigster Arbeitstag – aber auch der schönste.

Was sich seine Eltern dabei gedacht haben, ihn mit zweitem Namen Nikolaus zu nennen, wisse er nicht, aber: Er heißt wirklich so! Während Sascha Nikolaus Berger den Rest des Jahres als Ballonkünstler und Clown auftritt, wird er in der Vorweihnachtszeit seinem Namen gerecht: Als Nikolaus mit Bischofsgewand und roter Mitra, der traditionellen Bischofs-Kopfbedeckung, gibt es ihn, oder als Weihnachtsmann im rot-weiß-plüschigen Coca-Cola-Outfit. Egal in welcher Rolle, bezaubert er Kinder.

Die Münder stehen offen, die Augen strahlen, bei manchen huscht ein gebanntes Erschrecken über das Gesicht, als der 40-Jährige verkleidet den Raum in der Kita unterm Regenbogen in Leithe betritt. So richtig glauben können es die Zwei- bis Sechsjährigen noch nicht: Ist er das wirklich, der Nikolaus?

Die Schuhe haben ihn verraten

Einmal haben ihn seine schwarzen Stiefel verraten. Da war der Bochumer im Frühling als Clown bei einem Kindergeburtstag aufgetreten und als er im Dezember bei der selben Familie im roten Gewand Geschenke brachte, sagte die älteste Tochter, sechs Jahre alt: „Die Schuhe kenne ich.“

Familien können ihn buchen, Kindergärten, Geschäfte. Rund 80 Euro kosten zwei Stunden mit Nikolaus Berger. Er telefoniert vorher mit den Eltern, lässt sich gute und schlechte Eigenschaften der Kinder nennen, einen Steckbrief schreiben, wobei die positiven überwiegen sollen. Aber mit dem Respekt, den viele Kinder vor ihm haben, kann das ein oder andere „Räum dein Zimmer immer schön ordentlich auf“ oder „Pass auf deine Spielsachen auf“ wirkungsvoll einstreuen.

Die Eltern der Kita unterm Regenbogen haben Berger für den Nikolaustag gebucht und das auch selbst aus der Elternkasse bezahlt. Kita-Leiterin Julita Zejer-Zambrucka ist begeistert: „Es ist toll für die Kinder, wenn ein richtiger Nikolaus kommt.“ Mit seinem weißen Rauschebart, der über die Brust reicht, dem roten Umhang über dem weißen Bischoffsgewand und seinem goldenen Buch in der Hand, spricht er mit tiefer ruhiger Stimme zu den Kindern: „Im Buch stehen ja nur tolle Sachen über euch drin.“

Der dreijährige Alexander läuft erstmal weinend aus dem Raum, um dann doch mit ehrfürchtigem Blick vor den Nikolaus zu treten. Die dreijährige Elina strahlt über das ganze Gesicht, als Berger ihr ein kleines Geschenk „seiner Engel“ überreicht.

Den Sack mit Geschenken gestohlen

Auf dem Weihnachtsmarkt in Wetter an der Ruhr wollten ihm vergangenes Jahr ältere Kinder die Geschenke stehlen, einer lenkte ab, der andere schnappte sich den Jutesack. Da musste er hinterherhechten, ist gestolpert, hat seine Klingel verloren. Ansonsten ist er der, der Freude bringt – und sich selbst daran erfreut. „Man sollte sich wohlfühlen“, sagt Berger, „und sich bewusst sein, was es heißt, so eine Rolle zu spielen“.

Besondere Fähigkeiten brauche es nicht, aber eine andere, ruhigere Stimme hat er sich antrainiert. Am Nikolaustag fährt er von Bochum nach Oberhausen, nach Duisburg, Essen, Dortmund. Sein letzter Termin ist abends um 19.30 Uhr. Die Hochsaison im Dezember ist anstrengend – aber das Strahlen der Kinder entlohnt Nikolaus Berger.

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