Bürgerzentrum

Werner sammeln Ideen für Erhalt des Erich-Brühmann-Hauses

Das Erich-Brühmann-Haus an der Kreyenfeldstraße ist das letzte verbliebene von ehemals drei Gemeindehäusern der evangelischen Gemeinde.

Das Erich-Brühmann-Haus an der Kreyenfeldstraße ist das letzte verbliebene von ehemals drei Gemeindehäusern der evangelischen Gemeinde.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Bochum-Werne.  Viele Werner kämpfen für den Erhalt des Erich-Brühmann-Hauses, das ein Bürgerzentrum werden soll. Ein wichtiger Punkt ist aber noch zu klären.

Immer mehr Werner beteiligen sich an dem Prozess, das Erich-Brühmann-Haus (EBH) in ein Bürgerzentrum umzuwandeln. „Anfangs hatten wir einen kleinen Lenkungsausschuss“, sagt Pfarrerin Gisela Estel von der evangelischen Gemeinde. „Inzwischen ist daraus ein richtiger Beirat geworden mit Vertretern aus Politik und örtlichen Institutionen.“

Beirat umfasst 26 Personen

26 Personen umfasst das Gremium, das sich in einer ersten Sitzung zum Gedankenaustausch traf und nun Ideen sammelt, wie das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden kann. „Erfreulich ist, dass allen die Bedeutung des Erich-Brühmann-Hauses bewusst ist und sie wollen, dass es erhalten und offen für den Stadtteil bleibt“, sagt Pfarrerin Estel. Die Unterstützung vor Ort ist also groß. Ein ganz wesentlicher Aspekt bleibt allerdings noch ungeklärt – das Finanzielle.

Die Idee mit dem Bürgerzentrum stammt aus dem Presbyterium der Gemeinde. Dieser ist das EBH als Gemeindehaus zu groß geworden – und auch zu teuer. Nach Meinung der Kirche ist es ohnehin durch die Nutzung vielen örtlicher Vereine längst zu einer Art Stadtteiltreff geworden, also könne man – so der Plan – daraus auch gleich offiziell ein Bürgerzentrum machen.

Gebäude muss dingend saniert werden

Dann müsste sich die Gemeinde auch nicht mehr allein um die Unterhaltungskosten des Erich-Brühmann-Hauses kümmern. Und diese sind immens. Gerade jetzt, wo das 41 Jahre alte Gebäude dringend saniert werden müsste. Kostenvoranschlag: 2,1 Millionen Euro. „Geld für neue Fenster und vielleicht auch noch die Dachsanierung hätten wir. Da würden wir bei bis zu 300.000 Euro landen und die müssten wir schon zusammenkratzen“, sagt Pfarrerin Estel. „Danach dann aber keines mehr, für die restliche Sanierung und auch, um das Gemeindehaus und die Kirche instand halten zu können.“

Der Gemeinde sei vom Kirchenkreis schon geraten worden, sich aus Gründen der Wirtschaftlichkeit kleiner zu setzen und auf dem Kirchplatz neu zu bauen, sagt Gisela Estel. „Doch wir sehen die Notwendigkeit des Brühmann-Hauses für den Stadtteil. Und der Jugendtreff soll ja auch bleiben.“

Andere Fördertöpfe anzapfen

Estel und die Gemeindemitglieder hoffen nun, dass ein tragfähiges Konzept für ein Bürgerzentrum auf die Beine gestellt werden kann. Allen ist bewusst, das so etwas nicht von heute auf morgen passiert. Estel: „Wir werden einen langen Atem brauchen.“ Und auch Fördertöpfe, die man anzapfen kann. Denn bisher haben zwar viele ihr Mitwirken zugesagt, eine finanzielle Beteiligung allerdings nicht.

Über das aktuelle Stadterneuerungsprogramm für Werne und Langendreer/Alter Bahnhof (W-LAB) werden keine Fördermittel generiert werden können. „Das passt zeitlich nicht“, ist sich Gisela Estel bewusst. Zudem wurde schon einmal ein Antrag auf Fördermittel für das EBH abgelehnt. Peter Scheffler vom Beirat weiß, dass „eine neue Förderperiode mit EU-Mitteln erst in den Jahren 2021/2022 zu erwarten ist“.

Vielleicht lässt sich das „Projekt Bürgerzentrum“ indirekt mit „W-LAB“ verknüpfen. SPD und Grüne in der Bezirksvertretung Ost regen an, unter Einbeziehung des Stadtteilladens, der bis Anfang 2020 in der benachbarten ehemaligen Polizeiwache entstehen soll, und des Brühmann-Hauses eine „Bildungslandschaft Werne“ zu entwickeln. Nach Ansicht der beiden Parteien können sich hier Angebote für die Menschen im Stadtteil in Bezug auf Beratung, Bildung, Begegnung und Beteiligung bündeln.

Politik: Stadt soll Konzept erstellen

In einem entsprechend lautenden Dringlichkeitsantrag von SPD und Grünen, den die Bezirksvertretung Ost in ihrer letzten Sitzung einstimmig auf den Weg gebracht hat, wird die Verwaltung damit beauftragt, in Kooperation mit den Bezirksvertretern und dem Beirat „Bürgerzentrum Erich-Brühmann-Haus“ ein detailliertes Konzept zu entwickeln. Dabei soll auch über eine mögliche Träger-Struktur nachgedacht werden – in Frage kommen ein Verein, eine gGmbH und eine Stiftung.

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