Karneval

Werne Mantau: Ein Hoch auf den neuen Prinzen des MGV Cäcilia

Kinderprinzessin Emily I. schaut gespannt zu, wie der neue Prinz der Erwachsenen, Carsten II., seinem Hofstaat nach der Inthronisierung seine Kuckucksuhr präsentiert.

Kinderprinzessin Emily I. schaut gespannt zu, wie der neue Prinz der Erwachsenen, Carsten II., seinem Hofstaat nach der Inthronisierung seine Kuckucksuhr präsentiert.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Bochum-Werne.  Der MGV Cäcilia Bochum-Werne hat einen neuen Prinzen: Carsten II. Der Kfz-Meister leitet das Karnevalsmotto für die Session von seinem Beruf her.

„Cäcilia Helau – Werne Mantau“! Die Stimmung der mehr als 100 Karnevalsfreunde beim Männergesangsverein (MGV) „Cäcilia 1900 Bochum-Werne“ war bestens, als sie die Inthronisierung des neuen Karnevalsprinzen Carsten II. (Sammrei) im katholischen Gemeindesaal feierten. Sie erfüllten damit zugleich das diesjährige Sessionsmotto „Werne feiert, auch wenn der Keilriemen leiert“ mit Leben.

Keilriemen steht für seinen Beruf

„Mein Ziel ist es, hier kräftig zu feiern“, bekennt der Prinz unter Beifall. Der Keilriemen stehe dabei für den Beruf des 52-Jährigen: Er ist selbstständiger Kfz-Meister und betreibt seit mehr 20 Jahren eine Autowerkstatt am Werner Hellweg.

Bevor der erste Tenor bei der Cäcilia – „derzeit passives Mitglied“, so Sammrei – sein Doppelamt (er ist auch gleichzeitig Prinz von Bochum-Ost) antreten kann, muss traditionell Vorgänger Christian I. (Krause) abdanken. Das fällt dem Prinzen, der mit der Tanzgarde vom Querenburger Karnevalsverein (QKV) und seinem Elferrat einzieht, schwer. So dankt er zunächst sichtlich bewegt seinen Weggefährten und vor allem Prinzenausbilder Hermann Schremb.

Christian I. tritt und gibt ab

„Das war ein richtig gutes Jahr“, bekennt der aktive Fußballer beim SC Werne 02, der zum Abschied Blumen und Bier bekommt. Anmoderiert von Sitzungspräsident Knut Slowikow verliert dann Christian I. alle seine Herrschaftszeichen. Das sind in der Reihenfolge Mantel, Mütze, Kette und der Zepter. Hinzu kommt natürlich die Kuckucksuhr. Diese soll dafür sorgen, dass der MGV-Prinz pünktlich zu seinem Fest kommt.

Erst Show, dann Inthronisierung

Prinz Carsten II. muss allerdings noch ein bisschen auf seine Inthronisierung und die Uhr warten, denn zwischendrin gibt es dieses Jahr Programm. So zeigen die Tanzgarde des QKV und zuvor deren Tanzmariechen Jonna ihr Können. Die Cäcilien-Pfeifen bieten Auszüge aus ihrem diesjährigen Programm. Es folgt der Spielmannszug des Bürger-Schützen-Vereines Obercastrop, der zuvor den Einzug des – in jenem Moment noch – zukünftigen Prinzen begleitete. Die vielen, zumeist unverkleideten Besucher gehen gerne mit bei kölschem „Liedgut“.

Schon 2016 den Deckel unterschrieben

Dann endlich schlägt die Stunde von Prinz Carsten II.. Kette, Mütze, Mantel, Zepter, die Kuckucksuhr wechseln den Besitzer – und der „Hofstaat“ bejubelt seinen Prinzen. Dieser musste drei Jahre auf die große Aufgabe warten. „Beim Bürgerfest 2016 auf dem Marktplatz habe ich den Deckel unterschrieben“, schmunzelt er. Öffentlichkeit kennt der neue Prinz, wie sein Auftritt zeigt. Schließlich ist er erster Vorsitzender des Bürgerschützenvereins Gerthe. Ehefrau Anja I. wirkt zudem als deren Schützenkönigin. Neu im Amt ist zudem Kinderprinzessin Emily I. (9), die Fiona I. (11) ablöst.

Prinzenausbilder Schremb nutzt zwischenzeitlich die Gelegenheit, an besondere Ereignisse beim MGV „Cäcilia“ in diesem Jahr zu erinnern. „Unser Männergesangverein wird 120 Jahre alt“, freut sich der 75-Jährige, der inzwischen 23 Prinzen in ihr Amt einführte. Der MGV-Karneval wird zudem 60 Jahre alt. Der „Amtshaussturm“ findet an Weiberfastnacht zum 35. Mal statt. Alles wird natürlich entsprechend gefeiert.

Dreigestirn übernimmt die Eröffnung

Ein Novum setzt die Proklamationseröffnung. Dieses Mal übernimmt das das neue Bochumer Dreigestirn mit Hofstaat. Jungfrau Hanna I. (Jochen Sieberin), Prinz Marcus I. (Vogel) und Bauer Armin I. (Papenheim) geben sich bei Gesang und Tanz die Ehre.

Seit 1971 beim Cäcilia-Karneval

Besucherin Hildegard Wahle ist am Ende begeistert und spricht wohl allen anderen Wernern aus dem Herzen: „Das war wieder richtig schön“, sagt der 84-Jährige Karnevalsprofi lachend. Über viele Jahre trat sie mit den Cäcilien-Funken auf. Ihren ersten Cäcilia-Karneval feierte sie bereits 1971. „Das war noch in der ,Gaststätte Berg’“, lacht sie.

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