Halbjahreszeugnisse

Wenn schlechte Schulnoten Ärger mit den Eltern bringen

Nicht jeder Schüler, jede Schülerin blickt freudig auf sein Zeugnis. Einige Schüler haben Angst davor, Ärger mit den Eltern zu bekommen.

Nicht jeder Schüler, jede Schülerin blickt freudig auf sein Zeugnis. Einige Schüler haben Angst davor, Ärger mit den Eltern zu bekommen.

Foto: Kerstin Kokoska

Bochum.   Freitag gibt es Halbjahreszeugnisse. Nicht alle Kinder freuen sich darüber. Sie haben Angst vor den Reaktionen der Eltern. Sorgentelefon hilft.

Heute werden die Halbjahreszeugnisse verteilt. Mit ihnen „bewerben“ sich zum Beispiel die Schüler der vierten Klassen bei den weiterführenden Schulen. Nicht jedes Kind oder jeder Jugendliche kann sich dabei über gute Noten freuen. Schlechte Noten oder ein schlechtes Zeugnis bringen bei manchem Schüler die Angst vor Ärger mit den Eltern mit sich. Die Schüler brauchen im Zweifel Hilfe. Hilfe, die es zum Beispiel telefonisch bei der Bezirksregierung in Arnsberg geben kann.

Mariana Kopras sitzt dort im Wechsel mit einer Kollegin noch bis zum Mittwoch nächster Woche am „Sorgentelefon“. Im Sommer, wenn die Abschlusszeugnisse verteilt werden, sei mehr los, sagt sie. „Aber auch jetzt gibt es Bedarf, so eine Nummer macht Sinn.“ Es würde alles möglich gefragt. Ganz oft aber, was man gegen eine Note machen könne, wenn man glaube, sie sei ungerecht oder gar falsch. „Der erste Weg ist dann immer die Schule“, sagt Kopras. „Da sollten Schüler und Eltern das Gespräch mit dem Lehrer suchen. Erst der zweite Weg ist der zu uns.“

Angebot: „Nummer gegen Kummer“

Da sind dann im Zweifel Eltern und Schüler in einem Boot. Aber es gibt eben auch andere Umstände, Ärger und Streit. Da sei es gut, sagt Rainer Schütz, Geschäftsführer von „Nummer gegen Kummer“, „wenn sich Kinder, Jugendliche und auch Eltern direkt an uns wenden.“ Die bundesweit kostenlosen und anonymen Beratungsangebote böten eine erste Anlaufstelle für schwierige Situationen. Schütz: „Im Gespräch mit einem Berater kann dann überlegt werden, wie man die Konflikte oder Probleme besser lösen kann.“

Das geht auch direkt und ebenfalls kostenlos vor Ort bei der Stadt. Es gibt vier städtische Beratungsstellen für Eltern, Kinder und Jugendliche sowie eine evangelische und eine katholische Beratungsstelle. „Da wird Kindern und Eltern gleichermaßen geholfen“, sagt Heike Neusser, Leiterin der Schulpsychologischen Beratungsstelle. „Viel fangen aber auch schon Schulsozialarbeiter und auch Lehrer auf. Die wissen ja zumeist auch über das soziale Umfeld der Schüler Bescheid.“

>>Beratungsangebote

Die Nummer des Zeugnis-Telefons bei der Bezirksregierung Arnsberg lautet 02931/ 82 33 88. Es ist bis Mittwoch (7.) von 9 bis 15 Uhr zu erreichen. Außerhalb dieser Zeit besteht die Möglichkeit, sich an die 02931/ 82 0 zu wenden.


Hilfe bei der Stadt bieten alle Beratungsstellen für Eltern und Kinder.

Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“: 116111

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