Hochschule

Wege zum Studium ohne Abi sollen in Bochum bekannter werden

Julia Schmidt (l.) und Vanessa Werner beraten diejenigen, die ohne Abitur auf einer Hochschule studieren wollen.

Julia Schmidt (l.) und Vanessa Werner beraten diejenigen, die ohne Abitur auf einer Hochschule studieren wollen.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Auch ohne allgemeine Hochschulreife können Studienanfänger den Sprung schaffen. Seit diesem Jahr gibt es eine eigene Beraterin an der Ruhr-Uni

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Studium trotz fehlenden Abiturs, das klingt nach einem nicht realisierbaren Wunschtraum – ist es jedoch nicht. Tatsächlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, auch ohne allgemeine Hochschulreife noch an einer Hochschule oder einer Universität zu brillieren. Doch viele wissen davon nichts. 2017 nahmen an der RUB gerade einmal 90 Studierende das Angebot in Anspruch.

Diese Möglichkeit bekannter zu machen, ist seit Anfang des Jahres die Aufgabe von Vanessa Werner. Am Freitag hatte die Studienberaterin ihre erste Info-Veranstaltung zum Thema im Blue Square veranstaltet. „Das Beratungsaufkommen ist sehr groß“, so Vanessa Werner. Studieren ohne Abitur, das gehe eigentlich schon seit 2009. Auch eine Beratung zum Thema habe es immer schon gegeben. Mit ihr ist jetzt allerdings auch eine zentrale Anlaufstelle an der Ruhr-Universität geschaffen.

Wechsel ins Studium mit Aufstiegsfortbildung

Bei Angeboten wie der Infoveranstaltung gehe es nicht darum, noch mehr Studierende zu akquirieren: „Aber jeder hat das Anrecht zu erfahren, was seine Möglichkeiten sind.“

Am einfachsten ist der Wechsel ins Studium, wenn eine sogenannte „Aufstiegsfortbildung“ absolviert wurde, jemand also beispielsweise bereits Meister oder Techniker ist. Dann stehen dem Studienanfänger im Grunde alle Türen offen. Auch derjenige, der eine mindestens zweijährige Ausbildung hinter sich und drei Jahre in einem studiengangnahen Beruf gearbeitet hat, kann im jeweiligen Fach leicht beginnen.

Ein wenig schwieriger wird es für diejenigen, die zwar zwei Jahre Ausbildung und drei Jahre Berufstätigkeit vorweisen können, allerdings in einem Bereich, der mit dem Studienfach in keiner Verbindung steht. Dann fallen Probesemester oder gar eine Zulassungsprüfung an.

Informationen zur Finanzierung

Über alle möglichen Wege informierte Vanessa Werner in einem kurzen Vortrag. Einer der aufmerksamen Zuhörer war Roman Schulze. Der 33-jährige Friseurmeister möchte sich ein zweites Standbein aufbauen. „Ich möchte Psychologie studieren. Entweder in Wuppertal oder noch lieber in Bochum“, erklärt er. Sein derzeitiger Job mache im zwar durchaus Spaß, er merke jedoch, dass er ihn wohl gesundheitlich nicht bis zur Rente machen könne. Also liegt ein Studium nahe. Vor allem die Informationen zur Studienfinanzierung interessierten den Wuppertaler.

Und auch dazu wussten die Studienberaterinnen viel zu erzählen. Denn für die Studierenden ohne Abitur gibt es nicht nur das Bafög als mögliche Finanzspritze. Referentin Julia Schmidt verwies beispielsweise auf Stipendien: „Noten sind hier nicht das Entscheidende.“ Vielmehr komme es auf das gesellschaftliche Engagement an.

„Das hat sich wirklich gelohnt“, findet Roman Schulze nach dem Referat begeistert. Nach dem Vortrag hatten er und die anderen Besucher an Infoständen die Möglichkeit, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen.

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