Die WAZ öffnet Pforten

WAZ-Leser entdecken die unbekannten Räume der Ruhr-Uni

Angelika Wenner (v.l.) und ihr Ehemann Hans-Joachim Wenner (v.r.) beteiligten sich an einem Experiment im Absorberraum der Ruhr-Uni.

Angelika Wenner (v.l.) und ihr Ehemann Hans-Joachim Wenner (v.r.) beteiligten sich an einem Experiment im Absorberraum der Ruhr-Uni.

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.  Führung durch die Hochschule bringt WAZ-Leser in die Absorberkammer. In den 1 Million Euro teuren Raum kommt der normale Besucher niemals rein.

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Besondere Räume können die WAZ-Leser bei der Pforten-Aktion regelmäßig betreten. Das ist der Sache Sinn. Für diesen Raum an der Ruhr-Universität aber hat Christoph Baer gleich mal eine Steigerung. „Das ist ein besonderer besonderer Raum“, sagt der Doktor am Lehrstuhl für Elektronische Schaltungstechnik. Die 15 Leser, die den Rundgang durch die Ruhr-Uni gewonnen haben, stehen gerade in der Absorberkammer.

Raum hat 1 Million gekostet

Darin sind Messungen in allen Frequenzbereichen möglich. Störungsfrei. Schallreduziert. Das ist das Spezielle: In der Kammer sind an den Wänden Absorber angebracht und der gesamte Raum ist außen mit Kupfer umschlossen. Das hat gekostet. Beeindruckend viel. Der Raum ist groß. Er geht über zwei Stockwerke. Ein LKW hätte darin Platz. „Den Raum“, sagt Ina Schwarz, „hat es so noch nie gegeben.“ Das hat es so schwierig für sie gemacht, als der Raum gebaut wurde. Sie arbeitet an der Ruhr-Uni im Dezernat 5.II. Das kümmert sich um Planung, Bau und Sanierung der Gebäude. Die Gebäude-Reihe der Ingenieurwissenschaften ist komplett neu gemacht worden. „Es gab für uns keine Blaupause beim Bau des Absorberraumes“, sagt Schwarz. „Da musste der Architekt viel ausprobieren.“ Und die Ruhr-Uni musste viel Geld in die Hand nehmen. „Etwas mehr als eine Million Euro hat der Bau dieses Raumes gekostet“, sagt Schwarz. Diese Aussage sorgt ein weiteres Mal für ein Raunen in der Gruppe der WAZ-Leser. Das war zuvor bereits im Audimax so und im Institut für Werkstoffwissenschaft. Dort hat Dr. Klaus Neuking den Lesern die Funktion und Einsatzmöglichkeiten verschiedenster Werkstoffe erklärt.

Führung dauert länger

Alle Leser eint an diesem Tag das Interesse an der Ruhr-Uni. Knapp die Hälfte hat studiert, fünf an der Ruhr-Uni. Sie haben die Uni anders in Erinnerung, als sie sie jetzt bei der Führung erleben. Die soll eineinhalb Stunden dauern. Am Ende sind es zweieinhalb Stunden. Die Leser wollen Ina Schwarz gar nicht gehen lassen.

Hans-Joachim Wenner fühlt sich mit Blick auf die Bestuhlung in einem Hörsaal im Hörsaalzentrum Ost „an die Feuerzangenbowle erinnert“. Hermann Dorau wohnte in den sechziger Jahren mit seiner Familie neben der Ruhr-Uni. „Ich war bei der Grundsteinlegung dabei und habe aus nächster Nähe sehen können, wie die ersten beiden Gebäude entstanden sind.“ Das waren IA und IB, die ersten beiden der I-Reihe. Die sind bereits einmal abgerissen und neu aufgebaut worden. „Da war die Schadstoffbelastung zu hoch“, sagt Schwarz. Sie kennt es, wenn schlecht über die Ruhr-Uni gesprochen wird. „Mit der Architektur können viele nichts anfangen. Aber das ändert sich.“ Durch die jüngste Auszeichnung, die die denkmalgeschützte Ruhr-Uni bekommen hat. Sie zählt zu den Big beautiful Buildings. Diese Auszeichnung haben im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres beispielhafte Bauwerke im Ruhrgebiet erhalten. Und auch die WAZ-Leser tragen zur Meinungsänderung bei. So wie an diesem Tag haben sie die RUB noch nie gesehen.

>> UNI IST DER GRÖSSTE ARBEITGEBER

Die Ruhr-Uni ließ mit weiteren Zahlen die WAZ-Leser staunen.

Alle Gebäude der Ruhr-Uni zusammen haben eine Fläche von 800 000 Quadratmetern. Der Stromverbrauch der Ruhr-Uni ist so hoch wie bei 34 000 Haushalten. Die Ruhr-Uni ist mit fast 6000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Stadt.

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