WAZ-Aktion

WAZ-Leser aus Bochum erkunden den Landtag in Düsseldorf

Als die WAZ-Leser in der Plenarsitzung des Landtages in Düsseldorf waren, gab es einen Eilantrag der AfD sowie eine „angemeldete Kurzintervention mit Entgegnung“.

Als die WAZ-Leser in der Plenarsitzung des Landtages in Düsseldorf waren, gab es einen Eilantrag der AfD sowie eine „angemeldete Kurzintervention mit Entgegnung“.

bochum.   Auf Einladung der WAZ Bochum und der SPD fuhren 41 WAZ-Leser zum Landtag nach Düsseldorf. Dort gab es viel Politik und Kindheitserinnerungen.

Serdar Yüksel hätte schon häufiger Gelegenheit gehabt, diese Geschichte zu erzählen. Sie gibt einen Hinweis darauf, warum er nach seiner Ausbildung zum Krankenpfleger in die Politik gegangen ist. Seit 2010 sitzt er für die SPD im Landtag, seit 2017 ist er zudem Vorsitzender des Petitionsausschusses. Zusammen mit Landtagsvizepräsidentin Carina Gödecke und Bochums SPD-Vorsitzenden Karsten Rudolph (MdL) hatte er WAZ-Leser eingeladen, den Landtag in Düsseldorf und die Arbeit der Politiker kennenzulernen. Und vielleicht ist die Kombination aus WAZ-Lesern und ihrem Interesse für Politik und sein Vorsitz beim Petitionsausschuss genau der Grund, warum er die für ihn einschneidende Kindheitsgeschichte erzählt.

Die WAZ-Leser hatten zunächst eine Einführung in Historie des Landtags und des Arbeitsablaufes im Landtag bekommen. Danach konnten sie eine Stunde lang einer Plenarsitzung zuhören und zusehen. Nun also stehen die drei SPD-Politiker vor ihnen.

Diskussionsrunde mit Wahlkampf

Die nutzen die Gelegenheit zum halbdezenten Wahlkampf. Die WAZ-Leser nutzen die seltene Gelegenheit zur halbintensiven Politiker-Befragung. Mit Diskussionsrunde ist dieser Tagesordnungspunkt für die WAZ-Leser halbpassend überschrieben. Christa Bartl hat eine Frage zur Wohnungspolitik. Fred Cunow möchte was zur Grunderwerbssteuer wissen. Bei Friedhelm Hilgenstöhler sind die Straßenbaukosten das Thema. Gödecke, Rudolph und Yüksel versuchen alle Fragen abschließend zu beantworten. Soweit es die Zeit zulässt. Am Ende des Tages werden die WAZ-Leser zufrieden die Rückfahrt antreten. Informativ, gut organisiert und auch unterhaltsam sei die Fahrt gewesen. Und dafür hat eben auch Yüksel mit seiner erstmals erzählten Geschichte gesorgt.

Als 13-Jähriger habe er zusammen mit einem Freund in Wattenscheid eine Jacke und eine Tasche gefunden. „Damit sind wir beide zum Fundbüro gegangen. Die Frau im Fundbüro hat die Sachen entgegengenommen, hat uns aber dazu gesagt, dass das doch ziemlich frech wäre. Erst würden wir die Sachen klauen und dann würden wir auch noch zum Fundbüro laufen, um einen Finderlohn zu bekommen.“ Serdar Yüksel ist der Sohn eines aus der Türkei eingewanderten Arbeiters kurdischer Abstammung. Ganz offensichtlich beurteilte die Frau im Fundbüro Yüksel nach Aussehen und Herkunft.

Als er das einer Nachbarin erzählte, wurde diese deutlich. „Serdar, hat sie gesagt“, erzählt Yüksel, „Serdar, das lässt Du Dir nicht gefallen. Du gehst zur Busch-Zeitung und sagst, dass Du die zuständige Berichterstatterin sprechen möchtest.“ Die Busch-Zeitung war die Vorgänger-Zeitung der WAZ in Wattenscheid. „Ich bin dann zur Zeitung und habe gesagt, dass ich die zuständige Berichterstatterin sprechen möchte. Die hat die Geschichte aufgenommen. Die war sofort in der Zeitung und die Frau im Fundbüro musste sich bei uns entschuldigen. Ich habe also durch die WAZ Gerechtigkeit erfahren.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben