Streetart Festival

„WAT-Up“-Festival hinterlässt beeindruckende Straßenkunst

Hauswand und Balkone fügen sich zu einem großem Kunstwerk zusammen: Denis Klatt („Hifi“) gestaltete diesen Bereich der Hochstraße mit Graffiti.

Hauswand und Balkone fügen sich zu einem großem Kunstwerk zusammen: Denis Klatt („Hifi“) gestaltete diesen Bereich der Hochstraße mit Graffiti.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum-Wattenscheid.  Großflächige Wandmalereien wandeln triste Flächen in Kunstwerke um: Neue Graffiti in Wattenscheid-Mitte erhalten Lob von allen Seiten.

Großformatig präsentiert sich Streetart in WAT-Mitte. Fünf Hauswände und zwölf Balkone wurden an der Bochumer-, Hoch- und Bahnhofstraße von Graffiti-Künstlern während des „WAT Up“ Urban-Art-Festivals mit beeindruckenden Motiven verziert. Die neuen Blickfänge setzen Kontrapunkte zu eher trist-grauen Straßenzügen – und sorgen für Aufsehen.

Die Tiefe des Ozeans breitet sich mit maritimen Farbverläufen an der Hochstraße aus. Haie dominieren dort die Werke von Henning Marten Feil („Norbert 3000“, Hausnummer 35) und Denis Klatt („Hifi“, 39-41). Klatts Kunstwerk wird durch die Gestaltung von zwölf Balkonen komplettiert. Eine weitere Brandwand (45) besprühten Julian Schimanski und Mehmet Dogan, die sich für ein doppelgelegtes Porträt und Nachtlichter entschieden haben.

„Macht mal“

Der zuvor wenig anschauliche Bereich hat sich dank zahlreicher Spraydosen und künstlerischer Freiheit zum Streetart-Anlaufpunkt gewandelt. „Total zufrieden“ ist Eigentümerin Katja Salewski (Hausnummern 39 bis 45): „Es ist wirklich toll geworden. Ich habe extra nicht reingeredet und auch vorher nicht gefragt, was auf die Wände kommen soll.“ Man müsse sich so etwas trauen und sagen: „Macht mal. Die Farbverläufe sind großartig, ich entdecke immer wieder neue Kleinigkeiten und freue mich auch für meinen Nachbarn, bei dem ‚Norbert 3000‘ gesprayt hat.“

Hai ist im Netz der Renner

Organisiert wurde das „WAT Up“-Festival vom Verein „Streetart/Graffiti Bochum“. Vorsitzender Thomas Doering: „Ich bin sehr zufrieden mit den Rückmeldungen. Bei Facebook hat das Hai-Bild von ‚Norbert 3000‘ in einer Gruppe allein über 600 Likes bekommen. Auch die Kommentare waren alle positiv, das Festival war in Blogs Thema.“ Die Künstler seien wiederum glücklich über die prominente Platzierung ihrer „Murals“ (Wandmalereien).

Etwas knapp war die Vorbereitungszeit für das gesamte Festival, das auch vier kostenlose Workshops und eine Ausstellung umfasste: „Hätten wir etwas mehr Zeit für Werbung gehabt, wäre die ein oder andere Veranstaltung sicher besser besucht gewesen“, wünscht sich Doering bei einer möglichen Fortsetzung einen etwas längeren Vorlauf. Vor allem der Graffiti-Workshop trotzte der recht kurzfristigen Ansetzung jedoch und zog Jugendliche in Wattenscheids Innenstadt.

Budget nicht komplett ausgereizt

Nicht ganz ausgereizt habe man das Budget für das komplette Festival, informiert Stadtteilmanager Alexander Kutsch. Für die Veranstaltungen, das Material und die Künstlergagen standen 37.000 Euro aus dem Verfügungsfond der „Sozialen Stadt“ bereit: „Wir schauen nun, ob und wie wir die Gelder noch anderweitig im Rahmen des Projektes, zum Beispiel zur Dokumentation oder der Öffentlichkeitsarbeit, nutzen können.“ Auch Doering bringt als Idee einen Kalender ins Spiel, der nicht nur die fünf neuen Wattenscheider, sondern auch fünf beeindruckende Bochumer Motive aus 2019 zeigen könnte.

Fortsetzung noch in der Schwebe

Ob es „WAT Up 2“ geben wird, werde nun mit allen Beteiligten erörtert, so Kutsch: „Wir müssen schauen, ob noch einmal Mittel und auch Wände verfügbar wären. Jetzt sind wir froh, dass die umgesetzten Maßnahmen dauerhaft im Stadtteil verbleiben und dort ein ziemlicher Hingucker sind.“

Weitere Fotos finden Sie auf www.waz.de/wattenscheid

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