Baustelle

Wasserstraße: Geschäfte erwägen Schließung wegen Baustelle

Sieben Monate soll die Schließung der Wasserstraße wegen Kanalbauarbeiten dauern.

Sieben Monate soll die Schließung der Wasserstraße wegen Kanalbauarbeiten dauern.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum-Wiemelhausen/Weitmar.  Die CDU-Ratsfraktion sprach mit Unternehmern an der Wasserstraße. Einige erwägen, ihre Geschäfte wegen der Baustelle zu schließen.

In der letzten Ratssitzung musste ein Dringlichkeitsantrag der CDU-Fraktion zurückgezogen werden, der die Gewerbetreibenden an der Wasserstraße während der Zeit der siebenmonatigen Vollsperrung finanziell entschädigt hätte. Die rechtlichen Hürden dafür, so Ratsmitglied Stefan Jox, seien hoch, die eigenen Entscheidungskompetenzen unklar.

Die Verwaltung versprach in der Sitzung, auf Geschäftsinhaber und Anwohner zugehen zu wollen.

CDU: Von der Planung hängen Existenzen ab

„Neben verärgerten Anwohnern wurden wir von Gewerbetreibenden der Wasserstraße angesprochen, die ernsthaft über eine Schließung ihres Geschäfts während der Zeit der Vollsperrung nachdenken. Eine Vollsperrung von sieben Monaten wie auf der Wasserstraße wäre auch auf anderen Straßen geschäftsschädigend, daher müssen wir eine dauerhafte Lösung finden, damit Läden und Geschäfte nicht wegen einer Fehlplanung schließen müssen. Davon hängen Existenzen ab. Es ist aber schon mal ein guter erster Schritt der Verwaltung, die Gewerbetreibenden anzuschreiben“, erklärt das CDU-Ratsmitglied.

Bäume sollten alle gefällt werden

Die Kanalbaumaßnahmen an der Wasserstraße sind bereits seit dem letzten Jahr Thema in der Politik. Im Januar 2019 wurde im Ausschuss für Infrastruktur und Mobilität über die dazu gehörige Verwaltungsvorlage diskutiert, die vorsah, sämtliche Bäume auf der Nordseite „gestalterisch“ zu fällen. Die Politik entschied, dass die Bäume erhalten bleiben sollen, nachdem ein Bürgerbündnis sich für die Erhaltung der Bäume eingesetzt hat.

„Die Verwaltung stellte im Zuge des Beschlusses die Konsequenzen für die Baumaßnahme nicht transparent dar, so dass die Vollsperrung dieser Dauer nicht mehr verhindert werden konnte“, so Jox, und betont: „Im Rat haben wir als CDU-Fraktion noch versucht, externe Planer einzubinden, aber dies wurde abgelehnt, da diese nichts mehr hätten verändern können.“ Viel erschreckender sei nun aber, wie die Verwaltung mit den Anwohnern und Geschäftsinhabern umgehe. Zu einer Informationsveranstaltung zu den Umbaumaßnahmen wurde sehr kurzfristig eingeladen, die Einladung erreichte viele Menschen erst drei Tage vorher. Auch die Ratsvertreter konnten wegen einer Sitzung nicht teilnehmen.

Stelle für Baustellenmarketing seit Monaten unbesetzt

Diese Vorgänge veranlassten die CDU-Fraktion zu der Anfrage, warum die wichtige Personalstelle „Baustellenmarketing/Öffentlichkeitsarbeit“ beim Tiefbauamt bereits seit fünf Monaten unbesetzt ist. „Angesichts der Entwicklung auf der Wasserstraße sowie allen weiteren Baumaßnahmen mitsamt Vollsperrungen in Bochum, die bereits in Gange sind oder noch auf uns zu kommen, hoffen wir, dass die Stelle schnellstmöglich besetzt wird“, so Stefan Jox abschließend.

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