Wasserrohrbruch

Rohrbruch in Eppendorf: 40 Haushalte haben wieder Wasser

Zwei Bagger haben an der Ruhrstraße, direkt vor der Grundschule, eine große Grube gegraben, um die defekte Stelle in der Wasserleitung zu finden.

Zwei Bagger haben an der Ruhrstraße, direkt vor der Grundschule, eine große Grube gegraben, um die defekte Stelle in der Wasserleitung zu finden.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Wasserrohrbruch: Die Ruhrstraße in Bochum bleibt über das Wochenende in Richtung Oberdahlhausen gesperrt. Der Defekt ist gefunden und behoben.

Aufgrund des Wasserrohrbruchs bleibt die Ruhrstraße in Eppendorf von der Gartenstraße aus in Richtung Oberdahlhausen auch über das Wochenende gesperrt. Stadtwerkesprecher Kai Krischnak: „Durch die intensive Grabung auf der Seite der Grundschule müssen Oberflächenarbeiten auf der Fahrbahn durchgeführt werden. Wir hoffen, dass die Straße so schnell wie möglich wieder freigegeben werden kann.“ Umleitungen erfolgen über die Blumenfeldstraße und Munscheider Straße. Eine Zufahrt vom Zeppelindamm aus in Richtung Eppendorf-Mitte ist möglich.

Bürger haben in den frühen Donnerstagmorgenstunden die Polizei alarmiert, die wiederum sofort die Stadtwerke verständigt hat. Die Stadtwerke sind am Donnerstagmorgen seit 5.20 Uhr vor Ort, um die Störung zu beheben. Rund 40 Haushalte sind bis 17 Uhr ohne Wasser. 25 Einsatzkräfte suchen nach der Schadensstelle.


Das Leck ist um 15 Uhr gefunden. Die Stadtwerke geben um 17 Uhr „grünes Licht“ und „Wasser marsch“ für alle betroffenen Haushalte. In der Wasserleitung, Nähe einer Baumes, haben die Einsatzkräfte ein etwa ein-Euro-großes Loch entdeckt, das durch einen Stein verursacht worden sein kann.

Die Stadtwerke haben auch sofort die Bogestra informiert, die ihre Linien 354, 390 und 346 umleitet. Mehr auf www.bogestra.de und „Verkehrslage aktuell“. Gegen 15 Uhr ist die Straßensperrung Richtung Eppendorf wegen des hohen Verkehrsaufkommens aufgehoben und die Gegenrichtung gesperrt worden.

Wasserwagen mit 1000 Liter Füllmenge

Die Stadtwerke Bochum haben in der Straße In der Löchte einen Wasserwagen mit 1000 Liter Inhalt aufgestellt. Hier können die Anwohner Wasser in ihre Kanister abzapfen. Bereits in den frühen Morgenstunden haben die Stadtwerke die Anwohner per Lautsprecher über den Schaden informiert.

Stadtwerkesprecher Kai Krischnak: „Die Leitung ist freigelegt.“ In der Mittagszeit allerdings ist der Schaden noch nicht gefunden. Bagger haben eine Grube von 7 Metern Länge, 3 Metern Breite und 2,50 Metern Tiefe ausgehoben, und die Leitungen dort kontrolliert. Bisher dahin ohne Erfolg.

40 Zentimeter hohe Fontäne

Wie Benjamin Bösader, Bereitschaftsmeister der Stadtwerke vor Ort, erklärt, handelt es sich um eine Wasserversorgungsleitung mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern. In der Frühe ist aus dem Rohr Wasser ausgetreten, hat sich den Weg durch den Gehweh gebahnt und eine rund 40 Zentimeter hohe Fontäne verursacht. „Die Grundschule an der Ruhrstraße hat Glück“, so Rohrnetzmeister Bösader. „Sie ist nicht betroffen.“ Die Häuser westlich der Schule bis hin zur Straße In der Löchte und auch die Haushalte in dieser Wohnstraße müssen den Tag über ohne Wasser auskommen.

Indes versorgen sich die betroffenen Anwohner mit Wasser aus dem Wagen. So auch der Friseursalon Dolle, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite, Höhe Hausnummer 181, liegt. Laut Rohrnetzmeister Benjamin Bösader „ist dies das einzige Haus auf der anderen Straßenseite, das ebenfalls von der Wasserabsperrung betroffen ist. Dieses Haus ist an die abgesperrte Leitung angeschlossen.“

Wasser zum Haarewaschen in der Kaffeemaschine erhitzt

Wolfgang Dolle holt Wasser im Kanister von der Zapfstelle ab. Derweil legt Ingeborg Dolle der Kundin Iris Pfingst eine Dauerwelle. Kundin und Friseurmeisterin behalten die Ruhe. „Man kann halt nichts daran ändern.“ Das Wasser zum Haarewaschen wird in der Kaffeemaschine erhitzt. Am Nachmittag wird der Salon wieder mit Leitungswasser versorgt. Ingeborg Dolle: „Die Stadtwerke haben uns eine provisorische Zuleitung gelegt.“

Friseurin: „Wir haben uns mit dem Kanister beholfen“

Vom Rohrbruch hat das Ehepaar Dolle gegen 8 Uhr erfahren, „als wir den Salon aufgeschlossen haben. Hausbewohner haben uns morgens sofort informiert, dass das Wasser abgesperrt ist.“ Einer Anwohnerin sei die Störung aufgefallen, als sie am frühen Morgen zur Toilette gegangen sei und nicht abspülen konnte. Ingeborg Dolle: „Wir haben uns mit dem Kanister beholfen.“

Information der Stadtwerke nicht gehört

Eine Anwohnerin der Straße In der Löchte sagt: „Als ich um halb sieben ins Badezimmer gegangen bin, habe ich festgestellt, dass kein Wasser da ist. Ich wollte mich für die Arbeit vorbereiten.“ Sie hat schnell ihren Chef angerufen und um einen Tag Urlaub gebeten. „Der Chef hat sofort Verständnis für die Situation gehabt“, ist sie erleichtert. In einem Geschäft hat sie sich mit Mineralwasser versorgt. Auf dem Weg hat sie auch den Wasserwagen entdeckt. „Ich hatte keine Information darüber, dass das Wasser abgestellt ist.“

Auch eine weitere Anwohnerin hat die Information durch die Stadtwerke nicht mitbekommen. „Meine Nachbarin hat mir gesagt, dass wir kein Wasser haben. Jetzt hole ich mir etwas aus dem Wasserwagen. Ich muss ja auch noch kochen.“

Stadtwerkesprecher Krischnak am späteren Donnerstagnachmittag: „Es hat länger gebraucht, das Leck zu finden, als wir anfangs gedacht haben.“ Nach dem Fund der Bruchstelle ist das defekte Rohrstück zügig ausgetauscht worden. Krischnak schätzt, dass die Wasserversorgungsleitungen rund 50 Jahre alt sind.

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