Adventsbasar

Waldorfschule in Langendreer wird zum adventlichen Labyrinth

Die riesige Auswahl an Ständen erfreut die Besucher des Waldorf-Adventsbasares. Sie kann aber auch überfordern . . .

Die riesige Auswahl an Ständen erfreut die Besucher des Waldorf-Adventsbasares. Sie kann aber auch überfordern . . .

Foto: Klaus Pollkläsener

Langendreer.  Weihnachtsbasar an der Rudolf-Steiner-Schule findet zum 57. Mal statt. Neben rund 150 Ständen gibt es Aufführungen und Bastelmöglichkeiten.

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Auf den, der die Rudolf-Steiner-Schule nicht kennt, wirkt ihr Weihnachtsbasar „Sternenwelten“ wie ein adventliches Labyrinth: In jedem Gebäude auf dem Gelände scheint etwas los zu sein, manche Stände und Türen entdecken die Besucher erst beim zweiten oder dritten Vorbeigehen. Die Chance, ungeplant in eine Aufführung oder einen kreativen Workshop zu stolpern, ist groß – denn neben dem Markttreiben mit etwa 150 Ständen stellen Lehrer, Eltern und Schüler ein vielfältiges Programm auf die Beine.

Wer jedoch alles wahrnehmen möchte, wird vermutlich scheitern. „Wir haben den Familien nahegelegt, schon im Vorfeld über für sie interessante Programmpunkte nachzudenken“, sagt Reinhold Marsollek. Er ist seit 32 Jahren Lehrer an der Waldorfschule und Mitglied des Basarkreises, der sich um die Organisation kümmert. Zu den Veranstaltungen zählen zum Beispiel Kerzenziehen, „Rumpelstilzchen“ auf der Marionettenbühne Allerleirau und das Zwergen- und Seniorencafé.

Kostprobe der Waldorf-Pädagogik

Auch eine Kostprobe der Waldorfpädagogik erhalten die Besucher des Basars: Das vielfältige Angebot fundiert auf dem Vorsatz, den Schülern Freiraum zu geben für eigene Ideen. In der russischen Teestube zeigt die Klasse 1b, was sie in den ersten Russischstunden gelernt hat. Aus 15 Einheiten à 20 Minuten haben die Schüler schon einiges mitgenommen: Ein Sprechstück und ein Lied führen sie in dem mit Zuschauern gefüllten Raum auf. Für den Unterricht und auch für die Aufführung am Basartag schlüpft Reinhold Marsollek in die Rolle des Georgij Iwanowitsch: „Er sieht aus wie ich, spricht aber kein Deutsch“, sagt er. Die Trennung der Ebenen sei beim Spracherwerb wichtig, auch die spielerische Herangehensweise an Vokabeln: „Mit Liedern nimmt das Ohr die neue Sprache bewusst wahr.“

Theatergruppe am Vorabend in Aktion

Eine Besonderheit zum 60. Jubiläum der Rudolf-Steiner-Schule ist die Eröffnung des 57. Basars durch die Theatergruppe „Theater Total“: Sie gibt am Freitagabend vor dem Basartag einen 15-minütigen Einblick in ihr Stück „Ichsoduso“. Genau wie in den letzten Jahren hatten Besucher die Möglichkeit, schon an diesem Abend vor dem Verkauf einen Blick auf das Angebot zu erhaschen.

Der Samstag wird schließlich mit einem gemeinsamen Weihnachtslieder-Singen eingeläutet. „Bis Weihnachten werden wir nun jeden Morgen eine Viertelstunde lang vor dem Unterricht singen“, sagt Reinhold Marsollek.


>> SECHS TREFFEN ZUR VORBEREITUNG

In sechs Treffen werden im Basarkreis alle Vorbereitungen getroffen. Die Eltern und Lehrer überlegen etwa, welche Aussteller die Gäste am ehesten ansprechen. Jeder Jahrgang besteht aus drei Klassenzügen, von denen jeder seine Aufgabe zugesprochen bekommt. So ist in jedem Jahr zum Beispiel die Demeter-Stube vorhanden, immer von einer sechsten Klasse organisiert.

Zusätzlich zu der obligatorischen Aufgabe haben einige Klassen weitere Stände errichtet, um Geld zu verdienen, das dem Klassenverband zur freien Verfügung steht.

An fünf Stellen gibt es Listen, auf denen Aussteller und Standorte aufgeführt sind. So ist die schnelle Orientierung auf dem großen Basar möglich.

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