Alpen-Wanderung

Waldorfschüler aus Langendreer überqueren die Alpen

Die Klasse 8a der Rudolf-Steiner-Schule hat die Rucksäcke gepackt. Die Wanderung über die Alpen kann starten.

Die Klasse 8a der Rudolf-Steiner-Schule hat die Rucksäcke gepackt. Die Wanderung über die Alpen kann starten.

Foto: Sabine Hahnefeld

Langendreer.   Am Montag bricht die Klasse 8a der Rudolf-Steiner-Schule zu einem großen Abenteuer auf: eine 120 Kilometer lange Wanderung über die Alpen.

Das neue Schuljahr beginnt für die Klasse 8a der Rudolf-Steiner-Schule in Langendreer mit einem großen Abenteuer: Am kommenden Montag brechen die 34 Teenager mit ihrer Klassenlehrerin Lena Zipperle und fünf weiteren Betreuern auf, um in den nächsten zwei Wochen die Alpen zu überqueren. 120 Kilometer gilt es in dieser Zeit zurückzulegen – und vor allem einiges an Höhenmetern. „Vielleicht kommen wir an die 3000 Meter heran“, blickt Lehrerin Zipperle voraus.

Zwischen Extremen leben

Die 38-Jährige hatte die Idee zu diesem anspruchsvollen Fußmarsch. „Die meisten Kinder bekommen von ihrem Land nichts mit. Ich möchte ihnen zeigen, zwischen welchen Extremen wir hier leben.“ Mit dem Fahrrad an der Nordsee waren Lena Zipperle und ihre Klasse schon, nun geht es in die andere Richtung. Und in ihre Heimat. Ziel der Wanderung ist Meran im italienischen Südtirol. „Dort bin ich geboren und aufgewachsen. Die Berge sind also quasi mein Zuhause“, sagt Lena Zipperle, die die Wanderung unter Mithilfe ihres Vater, einem erfahrenen Alpenwanderführer, ein Jahr lang geplant hat.

Dem Deutschen Alpenverein beigetreten

Die Route wurde sorgfältig ausgetüftelt, Zug- und Busverbindungen wurden gecheckt und gebucht und auch nach ausreichend großen Hütten für die Übernachtungen Ausschau gehalten. „Das ist für so eine große Gruppe gar nicht einfach“, weiß Lena Zipperle. Um die Reisekosten moderat zu halten und auch für die entsprechende Absicherung zu sorgen, sind alle Teilnehmer dem Deutschen Alpenverein beigetreten.

Kein Platz für Kosmetik im Rucksack

Die Tage vor der Abreise war die Klasse mit letzten Vorbereitungen beschäftigt. Jeder Schüler musste seine Ausrüstung mit in die Schule bringen, wo sie von Lena Zipperle begutachtet wurde. Kurze und lange Unterhosen, Wollhandschuhe, ein kleines Verbandspäckchen, Mückenschutz, Isomatte, Klopapier – die Ausrüstungsliste ist lang. Nicht mehr als acht Kilo sollte ein Rucksack wiegen. Zipperle hat extra eine Waage mitgebracht. Was nicht hineingehört, wird von der Lehrerin daher konsequent aussortiert. Kosmetik etwa. „Ein paar Cremchen und Haargel habe ich gefunden“, sagt sie lachend.

Gutes Schuhwerk

Keinen Spaß versteht Lena Zipperle beim Schuhwerk. „Die Schuhe müssen passen. Sonst müssen neue her.“ Bei zwei Schülern ist das passiert. Natürlich ein Kostenfaktor für die Eltern, „die aber toll mitgemacht und die Aktion unterstützt haben“, freut sich die Lehrerin.

Die Waldorfschüler fiebern ihrem Wander-Abenteuer entgegen. „Das wird cool“, sind Magdalena und Fenja sicher. Sie haben die Ferien genutzt, um ihre Wanderschuhe einzulaufen. Gute Vorbereitung ist eben alles. Deshalb dürfen im Rucksack auch Blasenpflaster nicht fehlen. Lena Zipperle weiß: „Es wird Blasen geben.“

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