Kommunalwahl

Wähler im Bochumer Osten setzen weiter auf Rot-Grün

Dirk Meyer (SPD, v.l.) und die Grünen-Fraktion Katharina Schubert-Loy, Detlef Kühlborn und Vera Thiemann unterschreiben die Koalitionsvereinbarung. Das war 2014. Nach dem jüngsten Wahlerfolg soll die Zusammenarbeit fortgesetzt werden.

Dirk Meyer (SPD, v.l.) und die Grünen-Fraktion Katharina Schubert-Loy, Detlef Kühlborn und Vera Thiemann unterschreiben die Koalitionsvereinbarung. Das war 2014. Nach dem jüngsten Wahlerfolg soll die Zusammenarbeit fortgesetzt werden.

Foto: Joachim Haenisch

Bochum-Ost.  Die Grünen legen auch im Stadtbezirk Bochum-Ost klar zu. Da die SPD im Gegensatz zum Stadt-Trend kaum verliert, hat Rot-Grün die klare Mehrheit.

Während auch im Stadtbezirk Bochum-Ost die Grünen am Sonntagabend laut jubeln konnten, herrschte bei Koalitionspartner SPD ebenfalls große Freude. Denn gegen den allgemeinen Stadt-Trend konnten die Sozialdemokraten auf Bezirksebene im Osten ihr Ergebnis von der Kommunalwahl 2014 so ziemlich halten. Mehr noch: Mit 41,44 Prozent erzielte die SPD im Osten bei der Bezirksvertretungswahl stadtweit unter den Genossen das beste Ergebnis.

Kommunalwahl: SPD und Grüne im Bochumer Osten sehen ihre Arbeit bestätigt

„Die Leute scheinen tatsächlich zu gucken, was vor Ort politisch passiert“, analysiert Dirk Meyer, Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Ost, erfreut das Wahlergebnis. „Wir scheinen also einen guten Job gemacht zu haben.“ In „Wir“ schließt er die Grünen mit ein, die durch einen Stimmenzuwachs von rund sieben Prozentpunkten die Anzahl der Sitze von zwei auf vier verdoppeln konnten.

Aus der Sicht von Dirk Meyer gibt es nichts zu deuteln, wie es weitergeht. Er strebt ganz klar die Fortsetzung der Koalition mit den Grünen an. Nicht nur wegen der bisherigen guten Zusammenarbeit. Gemeinsam habe man auch eine satte Mehrheit von zwölf Sitzen (bei insgesamt 19). „Wir werden uns jedenfalls nicht nach einem anderen Partner umschauen“, sagt Meyer.

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Das müssen er und die Sozialdemokraten auch gar nicht. Auch die Grünen sind sehr daran interessiert, die Zusammenarbeit weiterzuführen. „Die ist sehr gut und immer auf Augenhöhe“, lobt Grünen-Sprecher Detlef Kühlborn. Auch er sieht das Wahlergebnis („Das beste, das wir je hatten“) als Bestätigung für die bisher geleistete politische Arbeit im Stadtbezirk.

SPD und Grüne haben gleich am Wahlabend noch die Marschroute für die kommende Amtszeit besprochen, festgesetzt, dass man so weitermachen will, und die Wahlergebnisse analysiert. Dabei kam man natürlich auch auf die AfD zu sprechen, die gleich mit zwei Abgeordneten in der Bezirksvertretung zugegen sein wird.

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Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche (SPD) „stört es extrem“, d ass die AfD zwei Mandate gewinnen konnte. „Das ist schon schwierig. Aber da kann man nichts machen.“ Außerdem hat man in der Bezirksvertretung Ost ja auch schon Erfahrung im Umgang mit der AfD.

Hintergrund: Nach der Kommunalwahl 2014, in die Christian Krampitz für die SPD einzog, wurde dieser abtrünnig, trat aus der Partei aus und gründete im Januar 2015 zusammen mit dem Freien Bürger Carsten Neuwald die Fraktion boost, die dann ein halbes Jahr später der AfD beitrat. 2017 trat Neuwald aus der AfD aus und agierte fortan parteilos, Krampitz blieb der AfD treu. Und sitzt auch weiter für die Partei in der Bezirksvertretung Ost – zusammen mit Christian Loose.

„Das ist nicht schön“, kommentiert auch Dirk Meyer. „Aber auch damit werden wir umzugehen wissen.“ Prima findet er hingegen, dass ProNRW nicht mehr in der Bezirksvertretung Ost zu finden ist.

Gar nichts Positives kann die CDU im Osten ihrem Wahlergebnis entnehmen. Stadtweit schnitten die hiesigen Christdemokraten bei der Bezirksvertretungswahl am schlechtesten ab. Nur 16,82 Prozent der Stimmen fiel auf die Union ab – so wenig wie noch nie, seit es die Bezirksvertretungen gibt (1975).

Statt vier sitzen jetzt nur noch drei CDU-Abgeordnete in der Bezirksvertretung Ost . „Das war anders geplant“, gibt Caroline Pesch zu, die den Vorsitz der geschrumpften Fraktion führt. Man setze verstärkt auf die Jugend, sagt sie. Bisher ging die Neuausrichtung nicht auf. Auch der Wahlkampf verpuffte. Wegen Corona hatte die Union aufs Internet gesetzt und auf den persönlichen Kontakt an Ständen verzichtet. „Im Nachhinein vielleicht ein Fehler“, räumt Pesch ein, die mit ihrer Fraktion nun aber „das Beste aus der Situation machen und die Wähler zurückgewinnen will.“

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