Fotografie

Vonovia Award: Fotokunst widmet sich dem Thema „Zuhause“

Ein preisgekröntes Foto des Fotografen Norman Hoppenheit in der  Ausstellung.

Ein preisgekröntes Foto des Fotografen Norman Hoppenheit in der Ausstellung.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum.  Die Ausstellung „Zuhause“ ermöglicht im Kunstmuseum Bochum einen Blick auf zeitgenössische Fotografie. Es gibt jede Menge zu entdecken.

„Zuhause“ - was ist das eigentlich? Wer meint, die Frage sei profan, wird sich wundern, wie komplex man sie beantworten kann. Eine neue Ausstellung im Museum liefert den Beweis: Beim „Vonovia Foto Award 2018“ ging es eben um dieses Thema: „Zuhause“. Nun kann man anhand von 200 Aufnahmen nachprüfen, was die unterschiedlichsten Fotokünstler dem Sujet abgerungen haben. Eine ganze Menge!

Fokussierter Blick

Die Ausstellung versammelt ausgewählte Einreichungen und die Preisträgerarbeiten des mit insgesamt 42.000 Euro dotierten Vonovia Award für Fotografie 2018. Das Bochumer Wohnungsunternehmen hatten die Auszeichnung 2017 ins Leben gerufen, sie stieß sogleich auf großes Interesse. Im letzten Jahr wurden die besten Arbeiten im Technischen Rathaus ausgestellt, damals kam Museumsdirektor Hans Günter Golinski die Idee, die nächste Schau ins Kunstmuseum zu holen.

„Der Vonovia Award bietet einen fokussierten Blick auf die Möglichkeiten der Fotografie heute“, so Golinski. Zwischen Street Photography, Dokumentarfotografie und künstlerischen oder konzeptionellen Ansätzen gibt das vorgegeben Thema „Zuhause“ den Rahmen ab für vielfältige und subjektive Interpretationen und Darstellungen. „Zuhause“, das ist immer auch eine individuelle Interpretation. Für den Einen ist das Schützenfest auf dem Land ein Stück Heimat, für Heranwachsende das Jugendheim, für sehr viele Menschen sind es die anonymen Hochhausblöcke, die überall zwischen der Hustadt und Hongkong zu finden sind.

Die Ausstellung gibt von alledem einen Eindruck. Die Themenpalette ist ebenso breit wie die gewählten Darstellungsformen. Die Motive der mal geschickt inszenierten, mal wie beiläufig „geschossen“ wirkenden Fotos changieren zwischen Interieurs und Architektur, zwischen charaktervollen Menschenbildern und stilisierten Posen, zwischen Abbruchbrachen und Neubaugebieten. „Zuhause“ ist, was man draus macht, könnte man sagen.

Kopfkino in Gang setzen

Die Fotograf/innen machen Einiges daraus. Der Betrachter ist gefordert, beim Besuch der Schau Konzentration aufzubringen. Die große Anzahl der in Serien gereihten Fotos bietet reichlich Abwechslung und spektakuläre Blickwinkel, aber keinen speziellen Schwerpunkt, was einem gewissen Pluralismus und damit der Beliebigkeit Vorschub leistet. Dennoch ist jede Aufnahme für sich wie eine visuelle Echokammer, die das Kopfkino in Gang setzen kann. Allein die angebotene Fülle wirkt bisweilen erschlagend.

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