Vom alten Bochum ist nichts geblieben

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1321 bestätigte Graf Engelbert II. von der Mark Bochum die Stadtrechte. Alt-Bochum, der Bereich der Innenstadt, gibt es allerdings schon länger. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich 890 im Heberegister des Klosters Werden. Es wird aber vermutet, dass Karl der Große bereits um 800 am Schnittpunkt zweier Handelsstraßen südlich der heutigen Propsteikirche einen Reichshof anlegen ließ. Der Name „Bochum“ leitet sich von „Cofbuokheim“ oder „Kabaukum“ ab - später „Boc-hem“ als Buchenheim, Siedlung bei Buchenwäldern.

Ab 1461 gehörte Bochum zum Herzogtum Kleve. Eine Brandkatastrophe verwüstete 1517 Stadt und Kirche (eine alte Missionskapelle), 1547 wurde die Propsteikirche St. Peter und Paul wieder aufgebaut. Die Pauluskirche, die älteste evangelische Kirche, wurde 1655 errichtet. Nach dem Befreiungskriegen kam Bochum 1813 in preußischen Besitz.

Bochum war als Ackerbürgerstädtchen über Jahrhunderte von der Landwirtschaft und vom Handwerk geprägt. Allerdings tauchen in kirchlichen Rechnungsbüchern bereits 1537 die erste Nachrichten über den Steinkohlenbergbau auf. 1735 waren im Amte Bochum bereits 25 Kohlenpütts (Kohlenbergwerke) aktiv. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Steinkohle zum Motor der Industrielaisierung, die das Städtchen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts komplett veränderte. Dazu kam die Stahlindustrie, die Bochum ebenfalls grundlegend prägte. 1842 hatte Jacob Mayer das Stahlformgussverfahren entdeckt, eine Grundlage für den späteren Bochumer Verein, einem der größten Hüttenwerke des Kontinents. Der Aufschwung der Industrie brachte ein Anwachsen der Bevölkerung mit sich; dazu kamen 1904, 1926 und 1929 Eingemeindungen umliegender Ortschaften, was Bochum zur Großstadt machte. 1975 kam als letztes Wattenscheid dazu.

Die Altstadt, die vor dem Zweiten Weltkrieg von Fachwerkhäusern und Gründerzeitgebäuden geprägt war, wurde beim schwersten Luftangriff am 6. November 1944 fast komplett zerstört. Binnen einer Stunde trafen 10 000 Sprengbomben und 130 000 Brandbomben die Stadt. Die Wiederaufbauplanung der Nachkriegsjahre machte aus Bochum eine „moderne Stadt“, funktional und autogerecht, aber gesichtslos. „Du bist keine Schönheit“, sang Herbert Grönemeyer, der berühmteste Sohn der Stadt.

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