RETTUNGSHUNDE

Vierbeinige Spürnasen retten Menschen aus Notsituationen

Ein Teil der Rettungshundestaffel: Andrea Cyprian-Drescher, Guido Drescher (Hund Lilli), Dustin Mäler, Melina Lörrecke, Susann Waydhas (Hund Kira).

Ein Teil der Rettungshundestaffel: Andrea Cyprian-Drescher, Guido Drescher (Hund Lilli), Dustin Mäler, Melina Lörrecke, Susann Waydhas (Hund Kira).

Foto: Gero Helm

Bochum.   Die Rettungshundestaffel für die Feuerwehr NRW ist jetzt in Wattenscheid stationiert. Hunde und Hundeführer sind ein eingespieltes Team.

Vierbeinige Lebensretter durchsuchen den Übungsplatz der Feuerwehr-Löscheinheit Wattenscheid-Mitte nach lebenden Personen. Freiwillige verstecken sich auf dem Gelände. Dann beginnt die Suche für die Hunde. Die trainierten und in Wattenscheid stationierten Spürnasen reagieren auf den Geruch eines lebenden Menschen und zeigen durch Bellen an, wo sich eine Person befindet. Und auch ein Mensch, der in zweieinhalb Metern Höhe auf dem Dach eines Übungs-Waggons liegt, wird erfolgreich erschnüffelt.

So können im Ernstfall Leben gerettet werden. Die Rettungshundestaffel (RHS) für Feuerwehr NRW besteht derzeit aus 17 Mitgliedern und 18 Hunden. Bei den Feuerwehrleuten, die an der Vorstellung teilnehmen, stößt die Präsentation auf Begeisterung.

„Die Hundeführer können ihre Hunde richtig lesen. Die wissen genau, was wann los ist“

Tobias Ludwig, Löscheinheitsführer der Wache Wattenscheid-Mitte, fasziniert besonders, wie gut die Hunde gehorchen: „Da laufen Menschen vorbei und die bleiben einfach sitzen. Egal, was passiert. Der Hund bleibt sitzen, wenn er sitzen soll. Und die Hundeführer können ihre Hunde richtig lesen. Die wissen genau, was wann los ist“, sagt er.

Die Hunde und deren Halter werden zu verschiedenen Einsätzen gerufen: Die Suche nach vermissten Personen auf offenem Gelände, beispielsweise im Park oder Wald, sogenannte Flächensuche, beherrschen acht Hunde. Für die Trümmersuche, die Suche nach Überlebenden in Trümmerfeldern, sind vier Hunde zuständig. Diese kamen zuletzt auch beim Einsturz eines Gebäudes an der Hochschule zum Einsatz. Drei Hunde sind katastrophenschutzgeprüft und suchen sowohl in Trümmern, auf Flächen als auch in Gebäuden. Wasserortung – das Erschnüffeln von Wasserleichen aus einem Boot – beherrscht derzeit nur ein Hund der Staffel. Dieser kann Leichengeruch aus bis zu 20 Metern Wassertiefe wahrnehmen. Zuletzt wurde er in Hattingen eingesetzt.

Anspruchsvolle Prüfungen

So vielseitig die Einsatzgebiete der Hunde sind, so anspruchsvoll sind auch die Prüfungen, die alle zwei Jahre auf die Hunde und deren Halter warten. Zum Beispiel die Prüfung zum Flächensucherhund ist keine Leichtigkeit. Hund und Führer müssen in nur 20 Minuten ein Suchgebiet von 30 000 Quadratmetern abschnüffeln und drei auf dem Gelände versteckte Personen entdecken. Die Ausbildung und das Training kosten viel Zeit. Der Großteil der Hundehalter aus der RHS engagiert sich ehrenamtlich. Susann Waydhas, Ausbildungsleiterin und 1. Vorsitzende der RHS, schätzt besonders, „dass ich mit meinem Hund etwas Sinnvolles arbeiten kann“. Sie und ihre Labrador-Hündin Kira sind ein eingespieltes Team. Seit rund acht Jahren arbeiten sie gemeinsam.

>>>Kontakt zum Verein:

Interessierte Hundehalter können sich im Internet unter: www.rhs-feuerwehr-nrw.de informieren. Dort finden Sie einen Kontakt zu Susann Waydhas. Alle, die sich in der Freiwilligen Feuerwehr engagieren möchten, können sich via Email an: info@le13.de oder unter: 0234/9254124 melden. Der Übungsdienst findet jeden Mittwoch von 19-21 Uhr statt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik