Kunst

Vier malende Nachbarn stellen in Bochum-Langendreer aus

Karin Heckel, Wolfgang Kopp, Brigitte Geuss und Abdulla Mohamed freuen sich auf die atmosphärische Wirkung der Halle 205.

Karin Heckel, Wolfgang Kopp, Brigitte Geuss und Abdulla Mohamed freuen sich auf die atmosphärische Wirkung der Halle 205.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum-Langendreer.  Vier Kreative aus Grumme und Riemke lernten sich durch ihre Leidenschaft kennen. Als Künstlerbund „Wir 4“ toben sie sich nun in Langendreer aus.

Sie stapeln tief, ganz tief. Irgendwann, im Gespräch, haben vier Kreative aus Grumme und Riemke festgestellt, dass sie als Nachbarn dieselbe Leidenschaft haben – das Malen. Sie taten sich zusammen, suchten einen Namen. „Künstlerkollektiv“, vielleicht doch noch nicht, „Wir 4“ passte ihnen besser. Und die ungewöhnliche Halle 205 am Rande des Langendreerer Dorfkerns, die passt ihnen und zu ihnen. Für eine „Werkschau“, auf den Begriff lassen sie sich gern ein.

Erst einmal spricht auch die Halle für das gemeinsame Schaffen. „205“, schlicht nach der Adresse benannt, ist ein ehemaliger Pferdestall der Brauerei Müser, versteht sich als „freiRaum für Kunst und Kultur“ und „wird nie fertig“. Karin Heckel, Wolfgang Kopp, Brigitte Geuss und Abdulla Mohamed haben in der Umgebung im Bochumer Norden nichts Passendes gefunden, aber über Anja Andreae den Platz und die

Möglichkeit, ihre Arbeiten im Bochumer Osten zu präsentieren.

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Andreae, der Abenteuer-Pädagoge Tobias Jungermann und der Geschäftsführer, Fotograf und „Sozialromantiker“ Gerd Kellermann haben dazu den Eigentümer der Halle, die Willeke-Stiftung, aufgetan und die Halle als gemeinnützige Unternehmergesellschaft gemietet. Erster Kommentar von Karin Heckel: „Fantastisch, das brauchen wir.“ Und sie sind willkommen.

Sitzecke mit markantem Ofen

So, wie ihre kreative Gemeinschaft in den Anfängen ist, vermittelt die 400 Quadratmeter große Halle in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Brauerei einen Mix aus Unordnung, Unfertigem, Bewegung, neuerdings mit einem eigens geschaffenen ruhenden Pol, der Kaminecke. Die Stadt Bochum förderte aus dem Stadtteilfonds eine Speisenecke in der Halle 205, und als diese fertig war, schloss sich die Sitzecke mit dem gusseisernen, markanten Ofen an.

Vier Stile, vier Hintergründe

Der dient zurzeit lediglich als wuchtige Deko, die Sitzecke bietet aber Gelegenheit zum Plauschen und Philosophieren. Denn „Wir 4“ versteht sich bewusst als Gemeinschaft mit ganz unterschiedlichen Stilen und Hintergründen. Wolfgang Kopp nennt sich „Ur-Bochumer“, spätberufener Autodidakt und will mit seinen Bildern das Ruhrgebiet einfangen und darstellen.

Brigitte Geuss, Musikerin und Heilerin aus Franken, spielt und singt bei der Vernissage auch zu ihren Werken, überwiegend Mandalas, in denen sie über den Klang Farben und geometrische Strukturen erforscht.

Abdullah Mohamed kam „der Liebe wegen“ aus Sansibar und ist fasziniert von Bewegung in allen Ausdrucksformen des Lebens.

Karin Heckel schließlich machte ihre Ausbildung bei dem Rheinhausener Künstler Walter vom Endt, Gründer der Intergroup 62, der in einer lyrischen Phase den Begriff „LyrRealismus“ (1967) prägte, den auch sie für ihre Kollagen übernimmt.

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