Fitness

Viele Senioren in Bochum begeistern sich für Sport

Mittlerweile hätten viele Senioren verstanden, wie wichtig Sport ist, erklärt Maik Düerkop, Studioleiter des Wattenscheider Gesundheitszentrums.

Mittlerweile hätten viele Senioren verstanden, wie wichtig Sport ist, erklärt Maik Düerkop, Studioleiter des Wattenscheider Gesundheitszentrums.

Foto: André Hirtz

Bochum.   Immer mehr Senioren ist der Sport wichtig – stellen Fitnessstudios fest. Viele schätzen auch die sozialen Kontakte, die im Studio entstehen.

Das älteste Mitglied im Fitnessstudio Medicoach in Langendreer ist stolze 87 Jahre alt. Und noch so fit, dass sie es auch ohne Aufzug in die vierte Etage schaffen würde. Weil sie dreimal pro Woche Sport mache, berichtet Geschäftsführerin Ariane Möller. Generell liege der Altersschnitt bei Medicoach recht hoch, bei 47 Jahren, einige Mitglieder seien über 80.

„Sport im Alter ist einfach total wichtig. Die Menschen sind dann fitter und viel weniger krank“, sagt Möller. Was Sport ausmacht, merkt sie bei ihrer Arbeit tagtäglich: „Man erkennt direkt, ob die Senioren zum Sport kommen, weil sie wollen oder weil der Arzt ihnen Reha-Sport verschrieben.“ Wer im Alter keinen Sport mache, wirke alt und gebrechlich. Ganz anders, als die Mitglieder die schon seit über 20 Jahren in das Fitnessstudio an der Industriestraße kommen und ihr Leben lang Sport gemacht haben.

Pilates-, Balance- und Rückentraining

Oft seien die Senioren die motivierteren Sportler. „Die stehen schon um 7.40 Uhr vor der Tür, obwohl wir eigentlich erst um 8 Uhr aufmachen“, berichtet die Medicoach-Geschäftsführerin. Doch es ist nicht nur der Sport, der zählt, sondern das Soziale. Möller: „Die Menschen kommen dreimal pro Woche, auch um sich zu treffen. Sie gehen gemeinsam in die Sauna oder frühstücken zusammen. Manchmal trinken sie einen Sekt zusammen.“

Ins Fitnessstudio Körperwerkstatt an der Hermannshöhe kommen Sportler von drei bis 90 Jahren. Das Training der älteren Mitglieder sei meist leichter und langsamer: Es bestehe aus Pilates-, Balance-, Haltungs- oder sanftem Rückentraining, erklärt die Angestellte Kathrin Henke, die klar macht: „Es ist ganz wichtig, dass man sich bewegen kann und fit ist, auch im Alter.“

Beintraining reduziert Sturzrisiko

Das weiß auch Maik Düerkop, Studioleiter im Gesundheitszentrum in Wattenscheid. Er trainiert Menschen, die weit über 90 sind. Der Schnitt in seinem Studio liege bei 56 Jahren. „Es ist wirklich wichtig, dass mittlerweile viele Ältere verstanden haben, wie wichtig Sport gerade im Alter ist.“ Weil der muskuläre Aufbau zurückgehe, je älter man wird. Um Stürze zu verhindern, sei Krafttraining notwendig, um die Beine fit zu halten.

„Wir hatten hier auch schon eine 85-Jährige, die mit dem Rollator reinkam und nicht laufen konnte. Sie wollte ihn aber unbedingt loswerden und konnte ein paar Monate später ohne den Rollator rumlaufen.“ Damit die Senioren es beim Training leichter haben, gibt es im Gesundheitszentrum am Alten Markt Chip-Karten für die Mitglieder. Die können sie vor das Gerät halten, das alles selbst einstellt – zum Beispiel Trainingsposition und die Gewichte.

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