Kirchen

Viele Gläubige möchten die Spende des Aschenkreuzes

Propst Michael Ludwig bereitet sich auf Aschermittwoch vor.

Propst Michael Ludwig bereitet sich auf Aschermittwoch vor.

Foto: Ingo Otto

Bochum.  Die uralte Tradition erfreut sich weiter großer Beliebtheit. Viele Schulkinder gehen sogar klassenweise in die Kirchen, um den Segen zu erhalten.

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Den Kirchen laufen die Schäflein davon – und das in Scharen. Doch am heutigen Aschermittwoch strömen die Gläubigen in die Gotteshäuser. Vor allem für die Katholiken bleibt die Spende des Aschenkreuzes, die den Beginn der Fastenzeit markiert, ein fester Bestandteil des Jahres. Propst Michael Ludwig von der St.-Peter-und-Paul-Kirche in der Innenstadt freut sich darüber: „Es ist eben nicht alles vorbei am Aschermittwoch. Für uns ist es vielmehr ein Zeichen des Aufbruchs, des Beginns.“

Das Ritual gehört zu den ältesten Bräuchen der Kirche. Früher in der Antike trugen Menschen das grobe Büßergewand und streuten sich Asche aufs Haupt. Heute erhalten Kinder und Erwachsene gleichermaßen das Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet. Vielfach kommen ganze Klassen, um den Segen zu erhalten.

Ein uralter Brauch

„Auch Frauen dürfen das Aschenkreuz spenden, es müssen auch keine Geistlichen sein“, erklärt Michael Ludwig. Es ist uralter Brauch, die Asche aus den trockenen Palmzweigen des Vorjahres herzustellen. Der Propst zeigt, wie es funktioniert. Über einer Metallschale entzündet er mit Hilfe einer kleinen Kerze den Zweig. Wie Zunder lodert es hell auf, züngelt, die Flammen spiegeln sich in den schimmernden Fenstern des Chores. Es bleibt die graue Asche. Palmzweige vom vergangenen Jahr gibt es in jeder Gemeinde en masse. Hinter vielen Kreuzen stecken die Zweiglein; in Erinnerung an Palmsonntag, den Einzug Jesu nach Jerusalem.

Wenn die Schulkinder heute morgen und später am Abend die Erwachsenen andächtig das Kreuz auf die Stirn gezeichnet bekommen, verbunden mit dem Spruch, „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“, beginn die 40-tägige Fastenzeit vor dem Osterfest. Für Ludwig ist es ein Phänomen: Besuchen an normalen Wochentagen gerade mal zwei bis drei Dutzend Gläubige den Gottesdienst, sind es am Aschermittwoch leicht 150 oder mehr Menschen.

Ein Zeichen des Aufbruchs

Geblieben ist von der eigentlichen Fastenzeit wenig. In der Katholischen Kirche hat sich jedoch das Fasten am Aschermittwoch und am Karfreitag durchaus gehalten. „Viele Menschen kehren den Fastengedanken um, nehmen sich vor, sich für etwas anderes Zeit zu nehmen“, sagt Michael Ludwig.

So geht es in den Predigten am heutige Aschermittwoch längst um mehr als den Verzicht. Bei der Evangelischen Kirche steht dieser getrau dem Motto „40 Tage ohne“ zwar noch im Vordergrund, doch längst gibt es auch dabei so etwas wie Ökumene. So haben katholische Priester in Bochum ihren evangelischen Brüdern schon das Aschekreuz gespendet.

Der Aschermittwoch – ein Zeichen für den Aufbruch.

>>Aschenkreuz wird auch im Freien gespendet

Stadtdechant Michael Kemper und Pastoralreferent Michael Diek spenden am heutigen Aschermittwoch auf der Huestraße und im Bereich des Dr.-Ruer-Platzes das Aschenkreuz „open air“, ab 11 Uhr.

Alle katholische Kirchen der Stadt laden heute zu Gottesdiensten ein, bei denen das Aschenkreuz gespendet wird.

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