Kunst in der Stadt

Viele Besucher: Bochumer „Kultur-Uhle“ ist ein Erfolg

Das Bochumer Traditionsrestaurant schloss Anfang des Jahres, bald danach zog die "Kultur-Uhle" ein.

Das Bochumer Traditionsrestaurant schloss Anfang des Jahres, bald danach zog die "Kultur-Uhle" ein.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Aus dem Traditionsrestaurant „Uhle“ wurde die „Kultur-Uhle“. Die Fotografin Emanuela Danielewicz lädt zu Ausstellung und Austausch ein.

Das Traditions-Restaurant „Uhle“ hat Anfang des Jahres geschlossen, aber sein Geist lebt weiter. In den Räumen ist neuerdings die „Kultur-Uhle“ heimisch: eine temporäre Ausstellungsstätte, die mitten in der City einen kreativen Akzent setzt. Erste Künstlerin im frisch herausgeputzten Ambiente ist die Fotografin Emanuela Danielewicz.

Die in Bochum lebende Polin ist mit einer großen Sammlung ihrer ausdrucksstarken s/w-Porträts in die „Uhle“ eingezogen. Seit gut vier Wochen ist das Ladenlokal für Kunst-Begegnungen geöffnet. „Es sind sicher schon 500 Besucher hier gewesen“, berichtet Danielewicz, die ein starkes Interesse über ihre fotografischen Arbeiten hinaus feststellt: „Die Leute begrüßen es, dass mitten in der Stadt Kunst- und Kulturbegegnungen möglich sind“, sagt die 47-Jährige.

Touristen suchen weiter nach „deutscher Küche“

Dass die gute, alte „Uhle“ als Restaurant mit 170-jähriger Tradition gleichwohl immer noch präsent ist, sorgt manchmal für witzige Begegnungen: „Immer wieder kommen ganze Touristengruppen ‘rein, die von ihrem Smartphone auf der Suche nach ,Deutscher Küche’ hierher gelotst worden sind“, schmunzelt Danielewicz. Ihnen erklärt sie, dass die „Kultur-Uhle“ einen anderen Ansatz verfolgt: „Die meisten finden das gut, die positive Veränderung, die mit der Umwidmung einhergeht, überrascht die Leute.“

Fotokurse werden angeboten

Ins Werk gesetzt wurde die „Kultur-Uhle“ von BO-Marketing. Das Unternehmen ließ die ausgeräumten Zimmer des Restaurants streichen und organisierte die Bespielung durch Bochumer Kreative. Auf Danielewicz werden die Künstler Janna Banning und Krzysztof Gruse folgen. Weitere Aktivitäten sind geplant, bis – wahrscheinlich Anfang 2020 – die „Uhle“ abgerissen wird und die Sparkasse hier einen Neubau hinsetzt.

Emanuela Danielewicz’ Ausstellung „Fragile“ zum Thema „Subjektive Fotografie“ läuft noch bis Mitte nächster Woche. Darüber hinaus bietet sie weiter Fotokurse an, in denen sie ihr Profi-Wissen weitergibt; „Geschichtenerzählung im Bild“ und „Fotografischer Essay“ lauten die Themenkomplexe. „Das Angebot richtet sich an angehende Profi-Fotografen, angehende Film- oder Fotografie- sowie Journalismus-Studenten“, sagt Danielewicz. Ziel sei die Sensibilisierung für eigenständige und individuelle Geschichtenerzählung in Bilderform und die Schärfung der eigenen Kritikfähigkeit im Umgang mit Bild, Text und Titel.

Uhle sollte nach Umbau weiter Kulturort bleiben

Emanuela Danielewicz ist dankbar für die Möglichkeit, in der Innenstadt aktiv werden zu können, aber die Künstlerin hat auch schon die Zukunft im Blick: „Schön wäre es, wenn die ,Uhle’ auch nach dem Neubau ein Kulturort in der City bleiben könnte.“ Als Anlaufpunkt für Künstler/innen und Kunst-Interessierte. Gern für die nächsten 170 Jahre.

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