Volkshochschule

VHS muss in diesem Semester Fremdsprachenkurse streichen

Englischkurse sind bei der Bochumer Volkshochschule so gefragt wie nie. In diesem Semester musste das Angebot bei den Sprachkursen reduziert werden.

Englischkurse sind bei der Bochumer Volkshochschule so gefragt wie nie. In diesem Semester musste das Angebot bei den Sprachkursen reduziert werden.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Bochum.  Die Bochumer Volkshochschule muss in diesem Semester die Zahl der Fremdsprachenkurse reduzieren. 2020 soll es aber in vollem Umfang weitergehen.

Die Volkshochschule (VHS) hat die Zahl der Fremdsprachenkurse im laufenden Semester deutlich reduziert. „Das wird im nächsten Jahr aber wieder anders“, kündigt die kommissarische VHS-Leiterin Helle Timmermann (47) an. Dann sollen auch neue Angebote dabei sein.

Mit einem Anteil von 20 Prozent nehmen die Sprachkurse bei der VHS eine bedeutende Rolle ein. Stets sind es mehr als 3000 Teilnehmer, die Sprachen neu erlernen oder ihre Kenntnisse erweitern. Das aktuelle Semester umfasst statt 150 lediglich 128 Kurse mit rund 2800 Teilnehmern. Grund: Die langjährige Leiterin des Fachbereichs, Ulrike Ladewig, ist im vergangenen Mai in den Ruhestand gegangen. Die Stelle blieb fünf Monate unbesetzt. Dies habe dazu geführt, dass für das Herbstsemester Dozenten fehlen, einige Angebote nicht weiterlaufen können oder neue Lehrgänge nicht eingerichtet wurden, erklärt Helle Timmermann.

Für 2020 werden wieder 3000 Teilnehmer angestrebt

Nunmehr sei die Talfahrt beendet, wird am Gustav-Heinemann-Platz betont. In dieser Woche hat Julia Franz die Arbeit als Fachbereichsleiterin aufgenommen. Die 41-Jährige war als Lehrerin für Deutsch und Russisch bereits seit 2006 als Dozentin im Einsatz. Fortan ist sie hauptberuflich für die VHS tätig.

„Zum Frühjahrssemester 2020 streben wir wieder über 3000 Teilnehmer an. Die Bewerbungsgespräche mit Dozenten sind im Gange“, sagt Julia Franz. Die Standards bleiben in vollem Umfang erhalten: Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch sind die gefragtesten Sprachen. Zusätzlich will die neue Leiterin mehr Gewicht auf Japanisch, Arabisch und die skandinavischen Sprachen legen. Nach mehrjähriger Pause soll auch Chinesisch wieder ins VHS-Programm aufgenommen werden, das mit insgesamt 16 Sprachen aufwartet.

Die Nachfrage wächst stetig

Der Bedarf sei groß, beobachtet Helle Timmermann. Fremdsprachen werden längst nicht mehr hauptsächlich aus beruflichen Gründen „gebüffelt“. „Den meisten Teilnehmern geht es um die Freude, etwas Neues zu lernen, und das gemeinschaftlich in einer Gruppe mit sechs bis 15 Personen, in der das Lernen größeren Spaß macht als allein, etwa beim E-Learning“, weiß Helle Timmermann.

Auch immer mehr Rentner entdecken die Sprachkurse für sich, um geistig fit zu bleiben, soziale Kontakte zu knüpfen und sich – quasi nebenbei – noch einmal eine neue Sprache anzueignen. Und das nicht nur für den Urlaub. „Kürzlich kam ein älterer Mann in die Beratungsstunde, der von seinem Arzt zu uns geschickt wurde“, berichtet Julia Franz. Der Mediziner hatte ihm einen VHS-Kurs als Fitnesstraining für die grauen Zellen empfohlen: Sprache als Therapie. „Der Mann hat sich für Englisch entschieden.“

Englisch ist die Nummer 1

Englisch als Weltsprache ist bei der VHS generationsübergreifend die Nummer 1. Dazu tragen seit einigen Jahren auch die Flüchtlinge, vor allem aus Syrien, bei. Julia Franz: „Viele belegen während oder nach dem Deutschkurs einen Englisch-Lehrgang, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.“

Die Sprachkurse sollen auch künftig für jedermann erschwinglich sein, verspricht die Volkshochschule. 66 Euro kostet durchschnittlich ein Lehrgang mit zwölf Terminen (jeweils 90 Minuten). Ermäßigungen sind möglich. „Wer eine Fremdsprache lernen möchte, soll dies tun können, ohne am Geld zu scheitern“, sagt Helle Timmermann.

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