Tierschutz

Verein päppelt kranke Kätzchen auf und sucht Pflegestelle

Kornelia Starbaty mit  Schnütchen. Die Katze (Rasse Europäisch Kurzhaar) wiegt erst 2,2 Kilo und hat Magen-Darm-Probleme. Sie wird tierärztlich betreut. Ernsthaft krank ist sie laut KIS aber nicht mehr.

Kornelia Starbaty mit Schnütchen. Die Katze (Rasse Europäisch Kurzhaar) wiegt erst 2,2 Kilo und hat Magen-Darm-Probleme. Sie wird tierärztlich betreut. Ernsthaft krank ist sie laut KIS aber nicht mehr.

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.  Der Verein KIS Ruhr rettete sieben Kitten vor dem Tod. Fünf leben jetzt in Familien, aber für zwei suchen die Tiefreunde eine neue Pflegestelle.

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Eine weitere Nacht im Freien hätten die sieben Katzenbabys wohl nicht überlebt. Zu schwach, zu krank, zu schutzlos vegetierten sie vor sich hin. Dank eines aufmerksamen Zeugen und dank „KIS Ruhr“ – des Bochumer „Katzen-Informations- und Schutzvereins“ – wurden alle Kitten gerettet. Aber nun braucht KIS weitere Hilfe für zwei der Tiere. Der Verein sucht eine Pflegestelle.

„Es war ein verregneter kalter Januartag 2016 in der Nähe eines Herner Bauernhofes“, erzählt Kornelia Starbaty, Mitglied des Vereins. Sie pflegt zwei der Katzen – Schnütchen und Maisie – seit einem Jahr in ihrer Wohnung in Bochum. „An dem Bauernhof hörten damals Passanten, die mit ihrem Hund spazieren gegangen sind, ein Schreien in unmittelbarer Nähe.

Dann saß da ein Kätzchen in strömendem Regen und hat miaut.“ Die Hundehalter steckten das Kätzchen unter ihre Regenjacke und alarmierten die Mitglieder von KIS. Diese entdeckten an dem Hof sechs weitere Kitten, die alle in erbarmungswürdigem Zustand waren: Durchfall, Katzenschnupfen, Viren. Erst fünf bis sechs Wochen waren sie auf der Welt, vermutlich ausgesetzt, ihre Mama war jedenfalls nicht da.

Helfer kümmerten sich um sieben Kätzchen

Die KIS-Helfer päppelten alle Kitten auf. Fünf sind längst an neue Eigentümer vermittelt worden. Nur Schnütchen und Maisie leben bis heute als Wohnungskatzen bei Kornelia Starbaty. Während Maisie (3,6 Kilo) wieder fit ist, schlägt sich ihre Schwester (2,2 Kilo) bis heute mit Magen-Darm-Problemen herum.

„Momentan ist sie stabil“, sagt ihre Pflegemutter. Viren habe Schnütchen nicht mehr, allerdings schlage ihr immer mal wieder etwas auf den Magen, Hektik zum Beispiel. „Die Katzen brauchen eine ganz stressfreie, ruhige Umgebung“, sagt Christoph Schrämmer von KIS. Am besten wären Menschen mit Katzenerfahrung, die keine Kinder und andere Tiere haben, wohl aber einen Balkon, Zeit und Geduld.

Verein will vorerst Eigentümer der Katzen bleiben

Weil der Verein in den Genesungsprozess eingebunden bleiben möchte, will er – vorläufig – Eigentümer der zwei Katzen bleiben und übernimmt alle anfallenden Kosten für Arztbesuche, Medikamente und Spezialfutter. „Auf die Pflegestelle kommen keinerlei Kosten zu.“ Auch will KIS bei der Einrichtung der Pflegestelle helfen.

Schrämmer schätzt, dass es in Bochum mindestens 8000 herrenlose Streunerkatzen gibt. Er begrüßt es, dass bald auch in Bochum wohl die Kastrationspflicht eingeführt wird. Die Politik hat bereits die Verwaltung beauftragt, eine Verordnung auszuarbeiten. 2018 könnte sie eingeführt werden, damit sich Streunerkatzen nicht so stark vermehren. Schrämmer hofft, „dass die Stadt in Zusammenarbeit mit den Züchtern, den Tierärzten und mit uns, den Vereinen, das Thema stärker, auch öffentlichkeitswirksamer angeht“.

>> VEREIN NIMMT AM SOMMERFEST IN HERBEDE TEIL

  • Der Verein „KIS Ruhr“ nimmt an diesem Samstag und Sonntag (5./6.) am Sommerfest mit Kunsthandwerkermarkt auf Haus Herbede in Witten teil (Elverfeldt-Allee 12, Sa. 13 bis 18 Uhr, So. 11 bis 18 Uhr).
  • KIS bietet dort selbstgemachte Leckereien für Hund und Katze, selbstgemachte Katzenspielzeug und Geschenkideen an.
  • KIS wurde 2006 gegründet, um Tieren in Not zu helfen. Er finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Tel.: Tel.: 0152/03018917.
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