Schrebergarten

Verein bietet in Bochum Gartenpflege zum Ausprobieren an

Der Gartenobmann des Vereins, Manfred Letkowski, zwischen den sieben Mini-Ackern des Ausprobiergartens.

Der Gartenobmann des Vereins, Manfred Letkowski, zwischen den sieben Mini-Ackern des Ausprobiergartens.

Foto: Ingo Otto

Bochum.  Der Gartenverein Engelsburg hat Mini-Acker hergerichtet, auf denen Naturfreunde eine Saison prüfen können, ob sie einen grünen Daumen haben.

In den Schrebergärten brummt es zurzeit, alle machen ihre Parzellen schön hübsch und bereiten eine prächtige Ernte vor. Wer an diese Gartenarbeit mal heranschnuppern will, kann sich an den Schrebergartenverein Engelsburg in Goldhamme wenden. Er hatte die originelle Idee, einen „Ausprobiergarten“ für Anfänger anzubieten. Dort ist ein fast kostenloses Beackern auf Probe möglich – ohne langfristige Verpflichtungen, ohne Mitgliedschaft. „Man geht keinerlei Risiko ein“, sagt Vereinsvorsitzender Heinz-Jürgen Sadowski.

Der Verein mit 105 Parzellen an der Essener Straße hat eine verwilderte Parzelle aufbereitet und in sieben einzelne Mini-Acker mit Muttererde geteilt. Jeder einzelne zählt nur 20 Quadratmeter, ist also sehr überschaubar. Dort können die Schnuppergärtner einjährige Kulturpflanzen wie etwa Radieschen, Erdbeeren, Salate, Tomaten oder – obwohl es eigentlich schon zu spät ist – Kartoffeln anbauen. Mitbringen müssen die Bewerber nur den Samen, ernsthaftes Interesse und ein bisschen Fleiß. Schon nach wenigen Wochen werden sie wissen, ob sie einen „grünen Daumen“ haben oder eher nicht.

Fachberater ist regelmäßig vor Ort und hilft

Ein Wasserhahn und eine Toilette sind auf der Parzelle bereits vorhanden, ebenso ein paar Gartengeräte. Und eine Laube, aber die ist sanierungsbedürftig. Bezahlen muss der Test-Gärtner nur 20 Euro für den Wasserverbrauch bis Saisonende im November. Sonst nichts – keine Pacht, keinen Mitgliedsbeitrag. Wer gärtnerische Fragen hat, kann sich an den Fachberater Heinz Jechalik vom Verein wenden; er ist regelmäßig vor Ort und gibt Tipps, was man am besten tut und was man am besten lässt.

„Wir wollen die Menschen heranführen an das Kleingartenwesen“, sagt Maria Otteloh von der Landschaftsarchitektur-Firma Emke, ein Dienstleister für den Stadtverband der Kleingärtner. Auf diese Weise könnten neue Mitglieder gewonnen werden.

Allerdings sollten die Schnupper-Gärtner ihre Mini-Parzelle auch wirklich pflegen. Sollte jemand nach ein paar Wochen keine Lust mehr haben, kann er mit 14-tägiger Frist wieder kündigen. Tut er das nicht und lässt sein Beet verwildern, wird ihm selbst gekündigt. Dann würde der Verein, so Vorstand Sadowski, sagen: „Das Experiment ist gescheitert.“

Schreibergarten will beim Kleingartenwettbewerb auf Landesebene punkten

Sollte die Nachfrage das Angebot übersteigen, will der Verein eine zweite zurzeit unbenutzte Parzelle herrichten und diese in weitere acht Teilstückchen aufgliedern, so dass insgesamt 15 Schnupper-Gärtner loslegen könnten.

2016 hat der Schrebergarten, der durch die A 448 (früher Donezk-Ring) geteilt wird, den Kleingartenwettbewerb des Stadtverbands (80 Anlagen) gewonnen. In diesem Jahr will er auch auf Landesebene punkten – dabei soll unter anderem der neue Ausprobiergarten helfen. Ohnehin ist der Verein schon auf anderen Gebieten, etwa bei der Wohn-Umfeld-Integration, aktiv und arbeitet zum Beispiel mit Kindergärten zusammen.

>>>Bewerbungen per Email

Für einen der Schnuppergärten kann man sich per Mail bewerben: sgv-engelsburg1923@t-online.de. „Familien mit Kindern sind ausdrücklich erwünscht“, sagt der Verein.

Wer nach einer Saison Schnupper-Gärtnern eine eigene Parzelle pachten will, muss mit 350 bis 400 Euro laufenden Kosten pro Jahr rechnen und einmalig 2000 bis 4000 Euro Kaufpreis für Pflanzen und die Laube.

Auf der Anlage steht auch der Schulungsbienenstand des Kreisimkervereins. Bis Oktober finden dort jeden Montag um 18 Uhr kostenlose Schulungen statt, an denen jeder Interessierte teilnehmen kann.

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