Öffentliches Leben

Verdi-Warnstreik soll öffentliches Leben in Bochum treffen

Wegen des Warnstreiks bleibt das Mobilitätscenter der Bogestra am Montag und Dienstag, 20. Oktober, geschlossen.

Wegen des Warnstreiks bleibt das Mobilitätscenter der Bogestra am Montag und Dienstag, 20. Oktober, geschlossen.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum.  Alle Bochumer Tarif-Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes sind zum Warnstreik aufgerufen. Wegen Corona verzichtet Verdi auf eine Kundgebung.

Die Gewerkschaft Verdi will mit ihrem Aufruf an sämtliche Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst in und bei der Stadt Bochum für Dienstag (20.) weite Teile des öffentlichen Lebens in der Stadt lahm legen. Aufgerufen sind diesmal nicht nur die Angestellten und Arbeiter der Bogestra, sondern auch die Beschäftigten der Stadtverwaltung, städtischer Betriebe wie dem USB oder der Stadtwerke. Dadurch komme es zu erheblichen Einschränkungen bei der Leerung der Restmüll-, Papier- und Biotonnen am Dienstag.

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Der Geschäftsführer von Verdi mittleres Ruhrgebiet, Bernd Dreisbusch, rechtfertigt diesen massiven Warnstreik: „Unsere Leute fühlen sich doch vor den Kopf gestoßen. Das bisherige Angebot der öffentlichen Arbeitgeber ist dreist, respektlos und geradezu provozierend.“ Der Streik jetzt solle ein deutliches Signal für die Fortsetzung der Tarifverhandlungen am kommenden Donnerstag sein.

Kunde findet Warnstreik „provozierend“

Aus ganz anderem Grund provozierend findet ein Bogestra-Kunde, der seinen Namen nicht genannt haben möchte, die bereits am Montag begonnenen Streikaktionen. „Nein, ich habe für diesen wiederholten Warnstreik nun wirklich kein Verständnis. Ich wollte mit einer Frage zu meinem Sozialticket ins Kundencenter und stehe jetzt vor verschlossenen Türen.“ Eine junge Frau, die ebenfalls mit schnellen Schritten auf dem Weg zum Kundencenter ist, erkennt ebenfalls die Situation und dreht kopfschüttelnd ab.

Ein großflächiges rotes Verdi-Plakat auf der Eingangstür des Mobilitätscenters auf der Verteiler-Ebene des Hauptbahnhofes weist auf die aktuelle Situation hin. Dieses, sowie auch die anderen insgesamt sechs Kunden-Center der Bogestra in Bochum, Gelsenkirchen, Witten und Hattingen bleiben Montag und und auch am Dienstag aufgrund des Streiks geschlossen.

Bei dringenden Anliegen gibt es Ansprechpartner

„Wer dringende Anliegen zu Tickets oder andere Fragen hat, kann dies online, über die Mutti-App oder unser Vertriebspartner in den Städten tun“, so Bogestra-Sprecher Christoph Kollmann. Am Dienstag bleiben vom Betriebsbeginn gegen 3 Uhr in der Nacht mit zum Betriebsende in der Nacht zum Mittwoch alle Busse und Bahnen in ihren Depots. Ein Sicherheitsdienst wird in dieser Zeit jedoch die Tunnelanlagen und die U-Bahneingänge bewachen. Informationen gibt es unter der Service-Nummer 01806 50 40 30 (aus dem Festnetz 0,20 €/Anruf, dt. Handynetz max. 0,60 €/Anruf).

Aufgrund der Corona-Situation wird es diesmal von der Gewerkschaft Verdi keine große Kundgebung in Bochum geben. Allerdings versammeln sich Vertrauensleute und andere Streikende zu einer kurzen Veranstaltung um 9 Uhr vor dem Bochumer Rathaus. Im Anschluss wird eine Delegation aus Bochum zur zentralen regionalen Streikversammlung nach Essen fahren. Dort findet eine Kundgebung unter Corona-Abstands- und -Hygieneregeln auf dem Messegelände statt.

Entstörungsdienst der Stadtwerke ist besetzt

Die Stadtwerke, die ebenfalls diesmal von den Streikaktionen betroffen sind, heben hervor, dass sämtliche sicherheitsrelevanten Einrichtungen und natürlich die entsprechenden Entstörungsdienste wie gewohnt besetzt sind und auch funktionieren. Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass die Angebote der Offenen Ganztagsschulen an diesem Tag nicht stattfinden und auch die Turnhallen geschlossen bleiben. Das Projekt „NRW kann schwimmen“ in den Sportzentren Berliner Straße und Westenfeld kann durchgeführt werden. Ebenfalls geschlossen bleibt die Bochumer Zentralbücherei und die sechs Zweigstellen in den Stadtteilen.

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