Warnsignale

Unfall: Sirene des Notarztes war nicht leiser als üblich

Sirenen an Notarzt- und Rettungswagen müssen über eine bestimmte Lautstärke verfügen.

Sirenen an Notarzt- und Rettungswagen müssen über eine bestimmte Lautstärke verfügen.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Bochum.  Nach dem Notarztwagen-Unfall mit sechs Verletzten kamen Zweifel über die Lautstärke der Sirene auf. Bochums Feuerwehr-Chef widerspricht.

Der Schock sitzt tief nach dem Verkehrsunfall am Mittwochnachmittag auf dem Zeppelindamm in Wattenscheid. Im Bereich der Kreuzung mit der Varenholzstraße prallte ein Notarztwagen mit einem Pkw zusammen, in dem eine Frau mit drei kleinen Kindern saß. Es gab Verletzte, ein zweijähriger Junge wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Lebensgefahr besteht glücklicherweise aber nicht.

„Ich bin froh dass nicht noch Schlimmeres passiert ist“, sagt Feuerwehr-Chef Simon Heußen einen Tag später im Gespräch mit dieser Zeitung. Es sei der erste schwere Unfall mit Beteiligung von Rettungskräften seit einigen Jahren gewesen. „Kleinere Sachen wie abgefahrene Spiegel gibt es immer mal wieder“, so Heußen. Selten aber so einen schwerwiegenden Unfall.

Unfallauto ist ein Reservefahrzeug

Dass der durch eine technische Unzulänglichkeit am Notarztfahrzeug mitverursacht sein könnte, weist der Feuerwehr-Chef ins Reich der Fabeln. Ein WAZ-Leser hatte vermutet, dass es sich bei dem Unfallauto der Feuerwehr um einen „relativ neuen Notarztwagen“ gehandelt habe – mit neuen Sirenen, die man leicht überhören könne.

„Das ist zu 100 Prozent falsch“, so Heußen. Es sei kein neues Fahrzeug gewesen, sondern vielmehr ein Reservefahrzeug. Und das habe über genau das Warnsignal verfügt, das üblicherweise an Rettungswagen angebracht ist. „Die Sicherheit ist uns sehr wichtig. Das Horn war laut genug.“ Im Übrigen verweist er darauf, dass es nun offenbar nicht nur eine Debatte über zu laute Warnsignale gibt, diese nämlich war vor einigen Monaten auch in Bochum aufgekommen, sondern auch über vermeintlich zu leise Signale.

Neue Fahrzeuge haben Druckluft-Sirenen

Indes: Die Notarztfahrzeuge der nächsten Generation – T6-Bullis von VW, von denen die Feuerwehr Bochum demnächst fünf Exemplare bekommt – werden sich sogar noch lauter bemerkbar machen können. Sie verfügen neben der üblichen Elektrosirene auch noch über ein zweites, mit Druckluft betriebenes Horn. „Damit sind sie noch einen Tacken lauter“, so Simon Heußen. Aber auch die neuen Autos, so versichert er, werden im erlaubten Toleranzbereich bleiben. In der Regel sorgt das Martinshorn für einen durchschnittlichen Lärmpegel von etwa 109 Dezibel; vergleichbar mit der Lautstärke einer Kettensäge.

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