Stadthistorie

Umzug des Graf Engelbert-Denkmals bleibt in Bochum Thema

Das Graf-Engelbert-Denkmal, entstanden 1964, soll zum Maiabendfest 2020 vom Bermudadreieck in die Altstadt umziehen.

Das Graf-Engelbert-Denkmal, entstanden 1964, soll zum Maiabendfest 2020 vom Bermudadreieck in die Altstadt umziehen.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum.  Das Graf-Engelbert-Denkmal soll vom Bermudadreieck in die Altstadt umziehen. Jetzt bringt die CDU einen weiteren Stellplatz-Vorschlag ins Spiel.

Die Umsetzung des Denkmals „Graf Engelbert“ vom Bermudadreieck in die Altstadt schien bereits in trockenen Tüchern, aber der Schein trügt. Die CDU-Fraktion fordert jetzt abermals die Beratung über die Neuplatzierung.

Entscheidende Sitzung am 12. November

Wie berichtet, hatte sich der Kulturausschuss in Absprache mit der Maiabendgesellschaft und der Stadtverwaltung auf die Umsetzung des Bronze-Denkmals vor die Mauer zur Propstei-Kirche an der Unteren Marktstraße verständigt. Der Ausschuss für Infrastruktur und Mobilität, formell für die finale Entscheidung zuständig, soll auf seiner Sitzung am Dienstag, 12. November (15 Uhr, Technisches Rathaus, Multifunktionsraum 1.0.120) darüber entscheiden.

Aufwertung des Umfeldes

Wenn es nach dem Willen der CDU geht, wird es dazu nicht kommen. Die Christdemokraten sind mit dem nach langem Hin und Her ausgeguckten Stellplatz nicht einverstanden. Sie wollen den „Engelbert“ auf dem Platz an der Brückstraße/Große Beckstraße sehen, und zwar in einem „ansprechendem Umfeld“. Dazu Dirk Schmidt, verkehrspolitischer Sprecher: „Wir sehen beim aktuellen Vorschlag und der Gestaltung keinen Mehrwert, der eine Umsetzung rechtfertigt. Vielmehr ist eine echte Aufwertung des Denkmals durch einen neuen Standort und durch eine verbesserte Gestaltung des Umfeldes erforderlich.“

„Verwaltung arbeitet unprofessionell“

Den Christdemokraten schwebt dafür der Platz vor dem Lokal „Burgerado“ vor. Er könnte halbiert werden, und so Raum für eine auch repräsentative Darstellung des historischen Denkmals bieten, so Lothar Gräfingholt, kulturpolitischer Sprecher der CDU. Sein Vorschlag sei aber von der Stadt bereits zurückgewiesen worden, als Grund wurden unterirdische Leitungen genannt. Gräfingholt: „Es ist bedauerlich, wie unprofessionell die Verwaltung die Umsetzung des Denkmals gehandhabt hat. Nach zwei unzureichend vorbereiteten Vorschlägen müsste man allein auf Grund dieses Vorgehens die jetzige Verwaltungsvorlage ablehnen.“

Sie sei „in der Sache unzureichend“, weil die stadthistorische Bedeutung des Grafen Engelbert III. und des Engelbert-Denkmals nicht berücksichtigt werde. „Wenn für die Stadt die Maiabendgesellschaft und das Engelbert-Denkmal eine besondere Bedeutung haben, dann müssen dafür auch höhere Aufwendungen in Kauf genommen, Leitungen verlegt und Verträge geändert werden“, findet Gräfingholt.

Ob der neuerliche CDU-Antrag aussichtsreich ist, ist fraglich. SPD und Grüne haben im Infrastruktur-Ausschuss die Mehrheit und sich bereits auf das Umheben der Bronzeplastik vor die Mauer zur Propstei festgelegt.

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