Umweltschutz

Umweltberaterin fordert: To-go-Essen nur im eigenen Behälter

Mit Bildern wie diesen soll bald Schluss sein: Die Verbraucherzentrale Bochum schlägt vor, dass Gastronomen To-go-Essen in Mehrwegbehältern verpacken sollen. Trotz Corona ist das erlaubt, teilt eine Umweltberaterin mit.

Mit Bildern wie diesen soll bald Schluss sein: Die Verbraucherzentrale Bochum schlägt vor, dass Gastronomen To-go-Essen in Mehrwegbehältern verpacken sollen. Trotz Corona ist das erlaubt, teilt eine Umweltberaterin mit.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Bochum.  Die Verbraucherzentrale Bochum schlägt vor, dass Gastronomen To-go-Essen in Mehrwegbehältern verpacken sollen. Trotz Corona ist das erlaubt.

Viele Gastronomen steigen in Zeiten des Lockdowns auf das To-go-Geschäft um, um Einnahmemöglichkeiten aufrechtzuhalten. Das ist für viele eine Chance, zieht aber eine weitere Problematik mit sich. „Wir sehen das auch kritisch, bezogen auf die riesigen Müllberge, die seit März zusätzlich produziert werden“, sagt Diane Bruners, Umweltberaterin bei der Verbraucherzentrale . Mit ihrer Kollegin will sie Bochumer Gastronomen und Konsumenten überzeugen, auf Mehrweg- statt Einwegverpackungen umzusteigen.

„Ich persönlich habe keine Lust auf mitgebrachtes Essen, außer mein Lieblingsvitnamese befüllt mir trotzdem meine mitgebrachten Behältnisse“, sagt Bruners. Ab Juli 2021 soll es EU-weit ohnehin verboten sein, Speisen und Getränke in Styropor zu verpacken – warum also nicht jetzt schon anfangen.

Verbraucherzentrale empfiehlt Kunden: Eigene Schüsseln mitnehmen

Der einfachste Weg sei, dass die Kunden einfach ihre eigenen, mitgebrachten Schüsseln befüllen lassen – doch dürfen die Gastronomen das auch? „Ja“, sagt die Umweltberaterin und verweist auf eine Mitteilung des Lebensmittelverbandes. Dr. Sieglinde Stähle vom Lebensmittelverband kann beruhigen: „Auch in Corona-Zeiten ist es grundsätzlich zulässig und möglich, wenn ein paar zusätzliche Regeln der Lebensmittelhygiene beachtet werden.“

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Die Umweltberatung der Verbraucherzentrale strebt nun eine Kennzeichnung in Form eines Aufklebers im Schaufenster an, der zeigt, dass Kunden hier auch ihre eigene Dose oder Schüssel mitbringen dürfen. Das Material dafür kommt von der vom Bundesministerium für Umwelt finanzierten Initiative „Essen in Mehrweg“ und kann hier runtergeladen werden. Mit einem Gang entlang der Bochumer Restaurants will Bruners mit ihrer Kollegin die Restaurants darauf aufmerksam machen. Die Ideen gehen aber noch weiter: „Ein nächster Schritt wäre, über Mehrwegsysteme nachzudenken.“

Umweltberatung Bochum informiert Kunden und Gastronomie

Die Mitarbeiterinnen der Umweltberatung stehen zum Austausch mit den Gastronomen bereit. Kontakt: Verbraucherzentrale NRW e. V., Beratungsstelle Bochum, Große Beckstraße 15. Tel. 0234/ 974737-05; E-Mail: bochum.umwelt@verbraucherzentrale.nrw. Die Sprechzeiten der Umweltberatung sind montags von 9 bis 13 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr.

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