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Brauchtum

Um Bochumer Wahrzeichen Engelbert ist ein Streit entbrannt

Karl-Heinz Böke (re.) und Hans-Jürgen Rauschning von der Maiabendgesellschaft kämpfen für eine Umsetzung des Engelbert-Denkmals (im Hintergrund). Auf seinem Sockel im Bermudadreieck sei der Graf „verloren“.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Wohin mit dem Grafen? Das Engelbert-Denkmal muss aus dem Bermudadreieck verschwinden, fordern die Maischützen. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

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Der Streit um das Graf-Engelbert-Denkmal spitzt sich zu. Die Maiabendgesellschaft beharrt darauf, die Skulptur aus dem Bermudadreieck zu entfernen. Nachdem ein zunächst vorgesehener Standort an der Großen Beckstraße im Kulturausschuss abgeschmettert wurde, macht sich der Brauchtumsverein für einen Umzug zum Boulevard, unterhalb des Kuhhirten, stark. Die Stadt zeigt sich gesprächsbereit.

„Der Graf muss weg.“ Sagt Karl-Heinz Böke, Vorsitzender der Maiabendgesellschaft. Am seit 1910 angestammten Standort an der Kortum-/Brüderstraße, dem Eingang zum Bermudadreieck, sei das An- und Gedenken an Engelbert III. nicht mehr gesichert.

Maischützen schmieden neue Pläne

„Hier, ohne den früheren Brunnen, wirkt er verloren“, sagt Böke und blickt beim WAZ-Termin missmutig zur vier Meter messenden Bronze-Statue empor; fast so, als bitte er den 1391 verstorbenen Stifter des Maiabendfestes um Verzeihung.

Längst schmieden die Maischützen Umzugspläne. Weniger aus Überzeugung, mehr als Kompromiss („Uns wurde das als alternativlos verkauft“) ließen sie sich auf einen Vorschlag der Stadt ein, das „Ehrenmal“, wie es offiziell heißt, zur Großen Beckstraße umzusetzen: unter einen Baum gegenüber vom Brauhaus Rietkötter, nahe der stilisierten Beckporte, am Marschweg des Umzugs. Das politische Echo war verheerend. Im Kulturausschuss erlitt die Beschlussvorlage vor zwei Wochen eine krachende Niederlage. „Dort steht die Skulptur noch schlechter als jetzt“, hieß es quer durch alle Fraktionen.

Kulturausschuss wurde überrascht

„Konsterniert“ war daraufhin Karl-Heinz Böke. „Wir dachten, die Verwaltung habe ihren Vorschlag mit der Politik abgestimmt. Doch der Kulturausschuss wurde überrascht“, sagt der Maiabend-Chef.

Nun gilt: Alles auf Anfang. Kulturausschuss-Vorsitzender Dieter Fleskes (SPD) erwartet „Alternativvorschläge“. „Kluge Ideen sind gefragt“, bekräftigt Stadtsprecher Peter van Dyk und kündigt an, dass sich Stadt und Maiabendgesellschaft alsbald zusammensetzen. „Alle Vorschläge werden geprüft und an die Politik weitergegeben.“

Der Favorit der Maischützen ist eindeutig: der Platz unterhalb des Kuhhirten, dort, wo im Advent 2018 erstmals der „Schinderhannesmarkt“ veranstaltet wurde. Auch hier wäre ein neuer Konflikt in Sicht. „Die Versetzung, der Einbau am neuen Standort sowie die Wiederherstellung der Platzoberfläche im Bermudadreieck werden von der Maiabendgesellschaft (...) vorgenommen“, heißt es in der Beschlussvorlage der Stadt. „Das“, grollt Karl-Heinz Böke, „wurde so niemals mit uns vereinbart“.

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