Neue Kämmerin

Über Bochums Finanzen wacht künftig eine Frau

Blumen und Glückwünsche erhielt die neue Kämmerin Eva-Maria Hubbert (M.) von Astrid Platzmann-Scholten (Grüne), OB Thomas Eiskirch, Dr. Peter Reinirkens (beide SPD) und Christian Haardt (CDU, v.l.).

Foto: Ingo Otto

Blumen und Glückwünsche erhielt die neue Kämmerin Eva-Maria Hubbert (M.) von Astrid Platzmann-Scholten (Grüne), OB Thomas Eiskirch, Dr. Peter Reinirkens (beide SPD) und Christian Haardt (CDU, v.l.). Foto: Ingo Otto

Bochum.  Bochums Rat hat die Mülheimerin Eva-Maria Hubbert zur künftigen Kämmerin gewählt. Die Nachfolgerin von Manfred Busch beginnt im Oktober.

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Mit großer Mehrheit hat der Rat am Donnerstag Eva-Maria Hubbert zur künftigen Kämmerin der Stadt gewählt. Die 55-Jährige folgt im Oktober auf Manfred Busch. “Ich gehe die neue Aufgabe mit Enthusiasmus an“, so die Mülheimerin.

Beschlossen hat der Rat die Anhebung der Musikgebühren, um damit im Haushaltssicherungskonzept vorgesehene Mehreinnahmen von jährlich 175 000 Euro zu erzielen. Nach dieser fünften Preiserhöhung seit 2011 um insgesamt 30 Prozent soll nun eine kleine Pause eintreten. Die nächste Anhebung kommt 2021. Beschlossen wurde die aktuelle Erhöhung mit einer von der CDU-Fraktion vorgeschlagenen Änderung. Demnach sind Musikstunden im Klassenunterricht kostenfrei. Für die Fraktion der Linken hat ihr Vorsitzender Ralf D. Lange zuvor kritisiert, die höheren Musikschulgebühren seien „zutiefst unsozial“.

Ausbau des Offenen Ganztags

Festgezurrt ist der Ausbau des Offenen Ganztags, der zuvor in den Bezirksvertretungen beraten worden war. Im nächsten Jahr erfolgt der Ausbau des Angebots in den Grundschulen Leithe (Wattenscheid) und „An der Maarbrücke“ (Mitte), 2019 folgen Frauenlobschule (Nord) und Von-Waldhausen-Schule (Ost), 2020 Neulingschule (Südwest) und die Grundschule „Auf dem alten Kamp“ (Südwest).

Mit Blumen geradezu überhäuft wurde Eva-Maria Hubbert am Donnerstag im großen Ratssaal nach ihrer Wahl zu künftigen Kämmerin. „Ich glaube so viele Blumen habe ich zuletzt bei meinem letzten runden Geburtstag bekommen“, so die Ökonomin, die meiner gewissen Bochum-Erfahrung am 1. Oktober ihren Dienst antritt. Sie hat an der Ruhr-Universität studiert und einige Jahre in der Stadt hier gelebt.

Wechsel ist ein großer Schritt

Schnell einarbeiten möchte sie sich. „Der Wechsel von einem Kommunalverband zu einer Stadtverwaltung ist schon ein Schritt. Aber ich denke ich werde das gut meistern.“ Der Reiz, sich für die Nachfolge von Manfred Busch zu bewerben, seien die vielen Entwicklungen. „Bochum ist eine spannende Stadt, in der viel passiert. Das zu begleiten und mit zu gestalten, ist eine schöne Aufgabe.“

Die gleichwohl auch diktiert wird vom Sparen. Bochum ist mit 1,7 Milliarden Euro verschuldet, bis 2022 muss der Haushaltsausgleich gelingen. Hubbert: „Ich kenne mich aus mit Sparen. Aber es geht auch darum, Investitionen zu ermöglichen.“

Erfahrung in Verwaltung und Wirtschaft

Die künftige Finanz-Chefin bringt nicht nur Erfahrung in der Verwaltung mit. Sie hat zu Beginn ihrer Karriere elf Jahre lang in Unternehmen gearbeitet und sieht sich gewappnet, auch den Blick auf die städtischen Beteiligungen zu haben. „Auch beim RVR habe ich die Beteiligungen geleitet.“ Verantwortlich ist sie u.a. für die Abfallentsorgungsgesellschaft Ruhr (AGR) mit 930 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 165 Millionen Euro. Auf die Frage, welchen beruflichen Wunsch sie als Kämmerin hat, sagt sie: „Es wäre schön, wenn wir es in meiner Zeit schaffen können, eine Lösung für das Schuldenproblem zu finden.“

Die neue Dezernentin leitet seit 2003 das Referat Finanzen, Controlling, Beteiligungen und Zentrale Dienste beim Regionalverband Ruhr. Stark gemacht für ihre Wahl hat sich vor allem die Fraktion der Grünen, die von ihrem Vorschlagsrecht Gebrauch gemacht hat und die mit Koalitionspartner SPD Hubberts Wahl angestoßen hat.

Zweite Frau im Verwaltungsvorstand

Der jetzige Kämmerer Manfred Busch (62) hatte im Sommer 2005 das Finanzdezernat übernommen und Ende 2016 angekündigt, im September 2017 in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen. Seine Nachfolgerin wird bis 2025 die Finanzen der Stadt betreuten.

Vor Eva-Maria Hubbert, die neben Britta Anger (Soziales) die zweite Frau im siebenköpfigen Verwaltungsvorstand sind wird, hatte es in jüngerer Vergangenheit zwei weitere Wechsel in der Verwaltungsspitze gegeben. 2016 hatte Markus Bradtke die Nachfolge von Ernst Kratzsch als Baudezernent angetreten. Im vergangenen Jahr wurde Sebastian Kopietz zum Dezernenten für Personal, Recht und Ordnung gewählt.


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