Galerie m

Trotz Corona bleiben Kunsterlebnisse in Bochum möglich

Franka Hörnschemeyers große Installation erstreckt sich über zwei Räume der Galerie m. Zusätzlich sind kleinformatige Einzelplastiken von ihr zu sehen.  

Franka Hörnschemeyers große Installation erstreckt sich über zwei Räume der Galerie m. Zusätzlich sind kleinformatige Einzelplastiken von ihr zu sehen.  

Foto: E. Giagtzoglou / Galerie m

Bochum.  Corona sorgte auch in der Galerie m in Bochum für manche Einschränkung. Inzwischen läuft der Betrieb wieder. Spannende Kunst gibt’s zu entdecken.

Kunst und Corona: Auch an der Galeristen-Szene geht die Pandemie nicht spurlos vorbei, obschon inzwischen ein gewisses Maß an Normalität zurückgekehrt ist. Schließlich gibt es wohl kaum ein Business, in dem Hygiene- und Abstandsregeln so leicht einzuhalten sind wie in einer Galerie – wenn man denn auf Eröffnungen verzichtet. Die Galerie m in Bochum hat aus den jüngsten Entwicklungen individuelle Erfahrungen gezogen.

Abstands- und Hygieneregeln gelten

„Für die Künstlerinnen und Künstler, die gerade ohne Verdienst dastehen, sind funktionierende Galerien ein wichtiger Schritt zurück zur Normalität“, sagt Galeristin Susanne Breidenbach. Sie und ihr Team haben die Kunsthandlung im Schlosspark Weitmar Pandemie-fest gemacht und empfangen seit einiger Zeit wieder Interessierte, Kunstfreunde und Kundschaft. „Dabei achten wir auf die Hygienevorschriften, und auch das Tragen der Mund-/Nase-Schutzmaske wird natürlich umgesetzt“, so Breidenbach.

Die Räume böten genügend Platz, um sich zu verteilen, Großgruppen seien eh die Ausnahme. „Ansonsten teilen wir die Besucher auch auf kleinere Einheiten mit vier oder fünf Personen auf, und machen Rundgänge in verschiedenen ,Abteilungen’“, erläutert die Galeristin. Zusatz- und Einzeltermine außerhalb der regulären Öffnungszeiten sind ebenfalls möglich.

Kunstmessen wurden abgesagt

Das Kundeninteresse habe durch Corona eher nicht gelitten, sagt Susanne Breidenbach, aber die Akzente hätten sich verschoben. „Zumal während des Lockdown war das Internet sehr wichtig“, so die Kunsthändlerin, „m“ habe im Netz zusätzliche Info-Angebote platziert und so Kundenkontakt „auf Abstand“ gehalten. Kritisch war der Wegfall der massen- und medienwirksamen Kunstmessen, auf denen die Bochumer Kunsthalle ansonsten vertreten ist; „andererseits fielen deswegen aber auch keine Kosten an“, so Breidenbach.

Inzwischen kann einem, abgesehen von dem ständigen Abstand halten und den die Atmung und Kommunikation einschränkenden Gesichtsmasken, der Betrieb fast schon „wie immer“ vorkommen. Großartige Kunst zu sehen gibt es in der Galerie m allemal. Diesmal in Form von Franka Hörnschemeyers großzügiger Rauminstallation „Axiom 420“.

Materialien stammen vom Bau

Hörnschemeyer ist dafür bekannt, Räume künstlerisch mit Sinn aufzuladen bzw. ihnen einen neuen Sinnzusammenhang zu verpassen. So auch in diesem Fall, wenn die Künstlerin die streng geometrischen Ausstellungsräume mit Skulpturen aus alten Schalplatten, Rasterelementen und Ankerseilen ausstattet. Entstanden ist eine komplexe Groß-Konstruktion, die in ihre Anmutung ‘was von einem Rohbau hat, kein Wunder, denn tatsächlich sind Hörnschemeyers Utensilien wie metallene Rasterelemente oder Holzsegmente Fundstücke von Bauplätze.

Leichtigkeit und Massivität

Hier aber werden die Bestandteile dieser skurrilen, architektonischen Konstruktion über ein mehrfach umgelenktes Seil miteinander verbunden und getragen, was die wuchtigen Elemente in einen faszinierenden Zustand zwischen schwebender Leichtigkeit bei gleichzeitiger Massivität versetzt. Es sieht aus, als tanzten die Objekte im Raum, und der Betrachter, der um sie herum geht oder in sie hinein steigt, wird Teil einer dynamischen Bewegung, die dem neugierigen Auge vielerlei Möglichkeiten der Erkundung bietet. Material, Raum, Schwer- und Zugkraft: Diverse Perspektiven und Blickwinkel eröffnen sich. Spannend!

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