Kirmes in Werne

Traum vom Kirmes-Comeback in Werne ist geplatzt – vorerst

Auch ein Autoscooter wie hier bei Kemnade in Flammen sollte im November Kirmesbegeisterte nach Werne locken. Daraus wird zumindest vorerst nichts.

Auch ein Autoscooter wie hier bei Kemnade in Flammen sollte im November Kirmesbegeisterte nach Werne locken. Daraus wird zumindest vorerst nichts.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Bochum-Werne.  Nach vielen Jahren sollte es im November wieder eine Kirmes in Bochum-Werne geben. Daraus wird nun nichts. Die Idee allerdings lebt weiter.

Der Traum vom Kirmes-Comeback in Werne – er ist geplatzt! Vom 2. bis 10. November sollte es nach vielen, vielen Jahren wieder einen Rummel am Werner Markt geben. Nach einem Runden Tisch mit Verwaltung, Polizei und Schausteller am Donnerstag steht nun aber fest: Daraus wird nichts. Zumindest in diesem Jahr.

Pläne beim Werner Treff schon vorgestellt

In den vergangenen Wochen war Günther Bonrath, seit mehr als 40 Jahren Schausteller, noch guter Dinge, zusammen mit Sohn Manuel (34) und Schausteller-Kollege Karl Quante (50) in Werne wieder eine Kirmes zu etablieren. Beim Werner Treff hatte er seine Pläne schon vorgestellt. Ein „Twister“ sollte kommen, ein Autoscooter und diverse andere Attraktionen. Für jeden Tag war ein anderes Programm angedacht.

Rummel sollte zwei Mal im Jahr stattfinden

Die Kirmes sollte dort stattfinden, wo es sie früher – die letzte 1999 – schon gab: auf dem alten Kirmesplatz am Markt, gegenüber vom Parkplatz. Und der Rummel sollte künftig zwei Mal im Jahr stattfinden: im Herbst und im Frühjahr.

Es hakt im Genehmigungsverfahren

Klang alles prima. Allerdings war das Genehmigungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Und genau dort hakt es. WAZ-Informationen zufolge fehlen der Stadt noch einige Unterlagen, ohne die man einer Kirmes in Werne nicht zustimmen kann. Wenngleich im Rathaus die Idee vom Rummel in Werne begrüßt wird, hat das Veranstaltungskonzept offenbar nicht überzeugt. Zudem sollen Sicherheitsauflagen nicht erfüllt worden sein. So fordert die Polizei eine Sperrung der Straße Werner Markt und zusätzliches Wachpersonal.

Absage, weil die Zeit zu knapp ist

Grundsätzlich können Günther Bonrath & Co. noch nachbessern. Doch die Zeit bis November ist knapp. Und so wurde den Schaustellern von der Verwaltung nun eine Absage erteilt. Zumindest für 2019. Für März/April könne ja ein neuer Anlauf genommen werden, heißt es aus dem Rathaus. Dann habe man auch mehr Vorlaufzeit, um alle Auflagen zu erfüllen.

Schausteller ist verärgert und spricht von „einer Farce“

„Diese Auflagen aber gehen ins Geld“, klagt Günther Bonrath. „Die kosten uns mehrere Mille“, sagt er. „Bestimmt an die 12.000 Euro.“ Bonrath hält das Ganze „für eine Farce“. Aus seiner Sicht waren „alle Auflagen erfüllt“. Dann aber seien neue hinzu gekommen. Seiner Meinung nach werden für die Kirmes in Werne falsche Maßstäbe gesetzt. „Das wird doch keine Großveranstaltung wie Bochum total.“

Veranstalter gibt die Hoffnung nicht auf

Noch hat Bonrath die Hoffnung auf einen November-Rummel in Werne nicht aufgegeben. Er setzt auf die Unterstützung der Politik, speziell von Seiten der SPD. Auch dort wird die Kirmes-Idee positiv gesehen. In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Ost gab es einen Antrag von SPD und Grünen, in dem man das Projekt begrüßt. In dem die Verwaltung allerdings auch gebeten wird, „alle notwendigen Genehmigungen zu erteilen, insofern das Konzept der Veranstalter dies zulässt“.

Und eben das scheint nicht zu passen, bedauert auch Dirk Meyer, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Ost. Von daher habe auch die Politik aktuell keinen Einfluss. Meyer hat nicht den Eindruck, „dass den Schaustellern Steine in den Weg gelegt werden“. „Bestimmte Dinge sind in der Kürze der Zeit einfach nicht zu erfüllen“, hofft er, dass Bonrath und seine Mitstreiter jetzt „die Zeit bis zum Frühjahr nutzen, um alles vorzubereiten“.

Auch Dirk Meyer hält nichts davon, etwas übers Knie zu brechen. „Dann eben ein halbes Jahr später.“ Auch er findet es schade, jetzt im November nicht über die Kirmes in Werne gehen zu können. „Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.“

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