Gedenken

Trauer um den Bühnenbildner Klaus-Ernst Herrmann

Unvergesslich: „Am Ziel“ (1981), Regie Peymann, Bühne Herrmann, mit (v.li.) Marianne Hoppe, Kirsten Dene, Branko Samarowski.

Unvergesslich: „Am Ziel“ (1981), Regie Peymann, Bühne Herrmann, mit (v.li.) Marianne Hoppe, Kirsten Dene, Branko Samarowski.

Bochum.   Der bedeutende „Gestalter des Raums“ setzte auch am Schauspielhaus Maßstäbe. Vor allem als Partner in Peymanns Thomas-Bernhard-Inszenierungen.

Die Theaterwelt trauert um Karl-Ernst Herrmann. Der grandiose Meister des Bühnenraums starb am Sonntag mit 81 Jahren in Berlin.

Herrmann zählte seit den 1970er Jahren zu den bedeutendsten Bühnenbildnern, auch am Schauspielhaus war er tätig. Claus Peymann war damals häufig Regie-Partner von Herrmann. Für den „blonden Claus“ entwarf er vor allem die Bühnen für dessen Thomas-Bernhard-Inszenierungen.

In Bochum wurde man mit Aufführungen wie „Der Theatermacher“ oder „Vor dem Ruhestand“ auch auf K.-E. Herrmann aufmerksam. Seine Bildsprache ließ die geometrisch-formalen Bühnenräume der 50er und 60er Jahre hinter sich und passte sich mit unverkennbar eigener Handschrift den freidenkerischen, experimentellen Ideen des neuen, revolutionären Regietheaters an.

Dabei waren Herrmanns Bühnenwelten immer aus den Stücken heraus entwickelt, er galt als „Meister des Sehens“ und als poetischer Magier noch des kleinsten Ausstattungs-Details – Schaukelpferdchen und Vogelnester wurden zu wiedererkennbaren ausstatterischen „Marken“. Mit den oft bühnenhohen, weißen Räumen, die Herrmann in den 1980er Jahren baute – man denke an „Am Ziel“ – wurde er in Bochum unvergesslich. Sie gaben nicht nur den Schauspielern eine „Gehäuse“, sondern standen sinnbildlich für den Verfall und die Verschlossenheit, die zumal die Stücke von Thomas Bernhard ausmachten. Auch später hat Karl-Ernst Herrmann fürs Bochumer Theater gearbeitet, so in Dieter Giesings „Die Zeit und das Zimmer“ von Botho Strauß 2005.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik