Verkehr

Tipps für den Fahrrad-Lichtcheck: Reflektoren sind A und O

Guido Jabusch, Geschäftsführer der Verkehrswacht Bochum erläutert für die WAZ die Beleuchtungssysteme bei Fahrrädern

Guido Jabusch, Geschäftsführer der Verkehrswacht Bochum erläutert für die WAZ die Beleuchtungssysteme bei Fahrrädern

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Bochum.  Experte in Bochum: Ohne Licht darf niemand Fahrrad fahren. Wer bei Dunkelheit ohne Licht Fahrrad fährt, riskiert schwere Unfälle.

Um von vorneherein Klartext zu reden: Was Guido Jabusch, Geschäftsführer der Verkehrswacht Bochum, im Folgenden für das Fahrradfahren bei Dunkelheit erläutert, sind nicht nur fachkundige Empfehlungen oder gut gemeinter Rat. Es handelt sich hier um Rechtswissen. Denn für alle Fahrradfahrer über zehn Jahre, die im Straßenverkehr unterwegs sind, gilt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Im Paragraf 67 werden die „lichttechnischen Einrichtungen an Fahrrädern“ in keiner Weise der Willkür oder dem Ermessen des Fahrradfahrers überlassen. Im Interview erläutert Guido Jabusch, welche Lichter und Reflektoren an Fahrrädern vorgeschrieben sind und empfiehlt sinnvolle Extras.

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Was gehört zu einer Basis-Lichtausstattung an Fahrrädern?

Guido Jabusch: Es gilt: vorne weißes Licht, hinten rotes mit je einem dazugehörigen Reflektor. Vorne müssen die Strahler mindestens 40 Zentimeter, hinten 25 Zentimeter und beide maximal 120 Zentimeter über dem Boden gut sichtbar angebracht werden. An den Pedalen sind nach vorne und hinten wirkende gelbe Rückstrahler erforderlich. Bei den Rädern gibt es drei Möglichkeiten: Die erste ist ein reflektierender Streifen direkt am Reifen. Desto älter der Reifen ist, desto weniger ist dieser allerdings sichtbar. Ich finde Clips besser, die als Röhrchen an jeder Speiche angeklebt werden. Sie reflektieren bei der Fahrt wie eine ganze Platte und halten super. Eine dritte Alternative sind zwei gegenüberliegende Speichenreflektoren an jedem Rad. Die Strahler müssen alle zugelassen sein. Ein weiteres Thema sind Fahrradanhänger, die zusätzliche Strahler benötigen.

Was sind typische Probleme einer unzureichenden Beleuchtung?

Ich stelle oft fest, dass das Fahrradlicht nicht vorhanden oder gar nicht angeschaltet ist. Manchmal glimmt es nur ein bisschen. Das Licht sollte schon in der Dämmerung eingeschaltet werden. Mittlerweile sind batteriebetriebene Leuchten zulässig, welche aber oft unter dem Sattel angebracht werden, die dann durch Kindersitze oder Taschen nicht mehr ausreichend sichtbar sind. Auch Pedalrückstrahler werden oft nicht berücksichtigt.

Welche Kleidung empfehlen Sie Radfahrern?

Helle Kleidung reicht nicht aus. Wichtig sind die Reflektoren. Reflektierende Kleidung sorgt dafür, dass die Person 160 bis 200 Meter eher gesehen wird. Das macht viel aus. Andere Fahrer haben ein ganz anderes Bild und halten dann auch mehr Abstand seitlich. Meiner Erfahrung nach verhindert eine gute Sichtbarkeit, dass zu knapp überholt wird. Im Fahrrad- oder Motorradhandel gibt es reflektierende Westen mit Reißverschluss und Taschen, die Sie über jede Jacke ziehen können. Auch bei Fahrradhelmen sind reflektierende Streifen oder ein zusätzliches Leuchtelement sinnvolle Ergänzungen. Zusätzlich empfehle ich Reflektorbänder an den Beinen im Fersen- oder Wadenbereich. Durch die Bewegung erhöht dies die Sichtbarkeit sehr gut.

Gibt es ein Extra, das Sie empfehlen können?

Was wirklich eine gute Aufmerksamkeit schafft, ist ein zusätzliches Bremslicht, das bei einer starken Verzögerung ganz hell leuchtet, um die nachfolgenden Verkehrsteilnehmer zu warnen.

Ist es strafbar, wenn Fahrradfahrer ohne ausreichende Beleuchtung im Straßenverkehr unterwegs sind?

Wenn das Licht bei Dunkelheit kaputt geht, müssen Fahrradfahrer vom Rad steigen, weil sie nicht mehr zu sehen sind. Wenn bei der Fahrt etwas an der Beleuchtung fehlt, kostet das 20 Euro Bußgeld, wenn es durch fehlende oder schlecht funktionierende Beleuchtung zur Gefährdung kommt sind es 25 Euro, bei einem Unfall 35 Euro.

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