Hochschulen

TH Georg Agricola wirbt mit Superlativen um Studenten

Das ist eins der sechs Motive, mit denen die Technische Hochschule

Das ist eins der sechs Motive, mit denen die Technische Hochschule

Foto: Volker Wiciok/THGA

Bochum.   Eine Werbeaktion der TH Georg Agricola will junge Menschen über deren Emotionen erreichen: „Jetzt für das coolste Studium der Welt bewerben.“

Als nächstes kann nur noch das Universum kommen. Noch aber reicht der Technischen Hochschule Georg Agricola die Welt als Grenze.

Die älteste Hochschule der Stadt – im vergangenen Jahr feierte sie stolze 200 Jahre ihres Bestehens – versucht es auf der Suche nach neuen Studierenden mit einer besonderen Werbeaktion und reichlich Superlativen.

Hochschule will Nerds und Geeks werben

Die Technische Hochschule sucht nach eigenem Bekunden Nerds und Geeks mit dem Spruch „Jetzt für das coolste Studium der Welt bewerben“.

Dass Nerds eine Bezeichnung für begabte, an Spezialinteressen hängende Menschen mit sozialen Defiziten ist und Geeks übersetzt eigentlich Streber heißt und allgemein Personen meint, die sich durch großes Interesse an wissenschaftlichen und fiktionalen Themen auszeichnen, die üblicherweise elektronischer oder fantastischer Natur sind, ficht die Hochschule nicht an. Das ist bewusst so gewählt.

Zur Werbe-Idee gehören dann auch gleich sechs Sprüche. Sie finden sich auf Plakattafeln im Stadtgebiet, als Aufkleber in U-Bahnen der Bogestra, werden aber auch im Kinocenter UCI gezeigt. Sie werben mit Botschaften wie:

  • Wo Nerd-rhein-Westfalen am geekigsten ist!
  • Oder ganz in der Sprache von Jedimeister Yoda aus dem Star-Wars-Imperium: Wo viel zu lernen du noch hast.
  • Oder: Wo Prof. die Abkürzung für Profi ist.
  • Oder: Wo du locker nach Feierabend an deiner Karriere stricken kannst – für lau.

Schwerpunkt auf die Tradition

„Wir wollen die jungen Menschen bei ihren Emotionen packen“, sagt Stephan Düppe, Pressesprecher der Hochschule. Er gehört mit zu den Menschen an der Hochschule, die sich die Werbeaktion ausgedacht haben. „Im vergangenen Jahr haben wir den Schwerpunkt auf die Tradition gelegt. Aber die ist nicht mehr das Hauptkriterium für ein Studium bei uns. Wir sind weit mehr als eine 200 Jahre alte Einrichtung.“

Vor allem ist die Technische Hochschule eine im Wettbewerb. Weniger innerstädtisch, dafür ist ihre Ausrichtung zu speziell. Konkurrent ist eher die RWTH Aachen, die ähnliche Studiengänge anbietet. „Ja“, sagt Düppe, „es gibt diesen Wettbewerb um die klugsten Köpfe. Uns kommt es darauf an, gesehen zu werden.“

Alleinstellungsmerkmal: ein kostenfreies, berufsbegleitendes Studium

Um dann dennoch mit den Pfunden zu wuchern, die die Hochschule auszeichnen: die Nähe der Lehrenden zu den Lernenden, die Vielzahl von zukunftssicheren Studiengängen und ein Alleinstellungsmerkmal: ein kostenfreies, berufsbegleitendes Studium.

Nachwuchssorgen hat die Hochschule indes nicht. Die Studierendenzahlen sind auf einem konstant hohen Niveau. Aktuell sind 2240 Studierende eingeschrieben, 288 davon sind Frauen, 13 Prozent.

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