Renovierung

Weltkriegs-Ausstellung in Weitmar bekommt neuen Anstrich

Die Krypta der Heimkehrer-Dankeskirche soll renoviert werden: (v.l.) Kai Krischnak (Stadtwerke) und Christian Herker vom Gemeinderat.

Die Krypta der Heimkehrer-Dankeskirche soll renoviert werden: (v.l.) Kai Krischnak (Stadtwerke) und Christian Herker vom Gemeinderat.

Foto: Haenisch / Funke Foto Services

Weitmar-Mark.   Museum in der Heimkehrer-Dankeskirche erinnert an das Leben in Kriegsgefangenschaft. Dank Förderung der Stadtwerke wird es nun aufgehübscht.

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Bereit für eine kleine Zeitreise? In der Krypta der Heimkehrer-Dankeskirche an der Karl-Friedrich-Straße befindet sich eine der bedeutendsten Gedenkstätten für Kriegsheimkehrer im Ruhrgebiet. Unzählige liebevoll restaurierte Gegenstände – von der Pfeife bis zum Schachbrett – erzählen vom Leben in den Kriegsgefangenenlagern des Zweiten Weltkriegs, hinzu kommen Gemälde und Zeichnungen aus dem Alltag in den Lagern.

Um Geschichte greifbar zu machen, wird dieses kleine Museum oft besucht: Regelmäßig finden nach den Gottesdiensten Führungen statt, die von Schülergruppen ebenso genutzt werden wie von auswärtigen Gästen.

Allein: Das Museum in der Krypta wirkt aus der Zeit gefallen. Die Wände, die Vitrinen, einfach das ganze Ambiente atmen schwer den Geist der 50er Jahre. „Eine Neukonzeption des Museums ist bereits seit längerem geplant, doch leider fehlten dafür die finanziellen Mittel“, sagt Christian Herker, Mitglied des Gemeinderats.

Stadtwerke geben 13 000 Euro

Doch das wird jetzt anders werden: Dank eines Sponsorings der Stadtwerke sollen Krypta und Museum im kommenden halben Jahr aufgehübscht werden. „Die Gemeinde hat sich bei uns als Bürgerprojekt beworben und bei der Abstimmung im Internet 2466 Herzen gesammelt“, sagt Stadtwerke-Sprecher Kai Krischnak. Nach eingehender Prüfung wurde die Förderung nun bewilligt: 13 000 Euro sollen der Heimkehrer-Dankeskirche dabei helfen, die Krypta und die Dauerausstellung auf den modernen Stand zu bringen. „Für uns ist das eine ganz tolle Nachricht“, freut sich Christian Herker.

Insgesamt rechnet die Gemeinde zwar mit Renovierungskosten von etwa 20 000 Euro, doch das fehlende Geld könne über den Förderverein aufgefangen werden.

Zum Tag des offenen Denkmals am 11. September soll die Ausstellung letztmalig geöffnet sein, danach beginnen die Umbauarbeiten. „Die Wände werden gestrichen, die Lichtkonzeption wird verändert, auch neue Vitrinen werden eingebaut“, sagt Herker.

Nostalgischer Charme der Ausstellung soll bleiben

Der nostalgische Charme der Ausstellung werde bewusst beibehalten, verspricht er. „Aber durch den Umbau wollen wir verstärkt auch Jugend- und Schülergruppen erreichen.“ Anfang kommenden Jahres wird die Krypta feierlich neu eröffnet.

Die Kirche Heilige Familie, im Volksmund Heimkehrer-Dankeskirche genannt, wurde 1959 eröffnet und gehört heute zur Pfarrei St. Franziskus. Pfarrer August Halbe, fünf Jahre kriegsgefangener Priester im Ural, ließ die Kirche aus Dank für die Rettung aus der Lagerhaft errichten – wohl deshalb erinnert das Gotteshaus architektonisch an eine Lagerbaracke.

Nächste Führung am 7. August

Jeweils am ersten Sonntag im Monat findet in der Heimkehrer-Dankeskirche (Karl-Friedrich-Str. 109) nach dem Gottesdienst eine öffentliche Führung durch die Kirche und das Museum in der Krypta statt. Nächster Termin: Sonntag, 7. August, 11 Uhr. Die Teilnahme ist frei, eine Spende wird gern gesehen. Info: 0234 / 43 11 72.

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