Dahlhausen

Weihnachtsmarkt ist klein und hat Charme

Kunterbune Stände gab es beim Dahlhauser Weihnachtsmarkt am Sonntag.

Kunterbune Stände gab es beim Dahlhauser Weihnachtsmarkt am Sonntag.

Foto: Klaus Pollkläsener

Dahlhausen.   Der 23. Dahlhauser Weihnachtsmarkt wird immer mehr zu einer Institution des Stadtteils. Aussteller bauen ihre Zelte am Bahnhofsvorplatz selbst auf.

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Gar nicht lange her, da stand der beliebte Dahlhauser Weihnachtsmarkt auf der Kippe. Der Verein, der sich um die Ausrichtung gekümmert hatte, Pro Dahlhausen, hatte sich aufgelöst. Was nun? „Der Markt muss bleiben“, beschloss Vereinsmitglied Reiner Botterbusch. Heute ist er Chef der IG Weihnachtsmarkt Dahlhausen – und dabei, die vorweihnachtliche Einstimmung aufs Fest zur Institution zu machen.

Babysocken und Holzbrettchen von der Evangelischen Kirchengemeinde Dahlhausen, Kinderpunsch und Käse-Lauchsuppe vom Förderverein der Grundschule, Glühwein vom DLRG, Kuchen und Chutneys von der Kita Lummerland, handgestrickte Puschen und Handschuhe von Privatpersonen – mit 40 Ausstellern wurde die Zahl des Vorjahrs getoppt. Reiner Botterbusch sorgt sich nicht nur um den reibungslosen Ablauf dieses 23. Dahlhauser Weihnachtsmarkts, der Hobby-Imker bietet an einem eigenen Stand auch Honig und Kerzen aus Bienenwachs; die Kerzen hat er selbst gegossen.

Viele Waren sind selbstgemacht

Barbara Sommer ist extra aus Mülheim gekommen, um hier an diesem einen Tag des Dahlhauser Weihnachtsmarkts ihre Produkte anzubieten. Es gibt Pantoffeln zum Wohlfühlen, Handschuhe und Schürzen aus alten Hemden ihres Mannes. „Das habe ich alles selbst gemacht“, sagt die sympathische 60-Jährige. Sie kennt Botterbusch seit Langem. In einer Ecke ihres Zeltstands gibt es Sachen, die sie für ihre Enkelin Luzie gestrickt und gehäkelt hat: Knisterkissen und kleine Tintenfische zum Knuddeln und Spielen. Kurz darauf kommt die fünf Monate alte Luzie mit ihren Eltern, von der Mutter auf dem Arm gehalten. „Ich kann meine Finger gar nicht von dir lassen“, sagt Barbara Sommer zu dem kleinen Dotz. Süß! Die Pantoffeln sind für später.

Dass dieser Dahlhauser Weihnachtsmarkt nur an einem Tag der Adventszeit stattfindet, hat einen einfachen Grund: Die Aussteller haben keine Hütten wie auf den großen Weihnachtsmärkten in den Stadtzentren. Sie haben nur Zelte, und die müssen sie selbst aufbauen. Außerdem ist auf dem Vorplatz des Dahlhauser Bahnhofs jeden Donnerstag Wochenmarkt – auch in der Vorweihnachtszeit.

Beim Fußballverein sind die Aktiven „Multikulti“

Die Dahlhauser lieben ihren kleinen Weihnachtsmarkt: „Es ist irgendwie gemütlich, überschaubar“, sagt Inge Mischnik. „Ich möchte ihn nicht missen.“ Die „Eingeborene“ dürfte mit ihrer Meinung nicht allein stehen. Dieser Weihnachtsmarkt hat Charme, so wie der ganze Stadtteil.

An einer Ecke brutzelt der Fußballverein Amacspor Dahlhausen Sucuk, Köfte und Frikadellen. Dazu gibt es Salhep, heiße Milch mit Zimt. Die Kuchen haben die Frauen gebacken. Aber wie ist das jetzt, Muslime und Weihnachten? „Wir sind Multikulti“ heißt es unisono. „Der da am Grill ist Italiener. Wir sind Muslime, Christen, Juden, Deutsche, Türken...“

Geht doch, so muss das sein. Der Weihnachtsbaum in der Mitte des Markts ist nicht so groß, aber hübsch geschmückt. Ja, das ist Dahlhausen Dorf, très charmant.

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