Stadtteilspaziergang

Streifzug durch Dahlhausen führt zu den Ankerpunkten

Der Spaziergang fand unter Begleitung der Kabarettistin Esther Münch statt.

Der Spaziergang fand unter Begleitung der Kabarettistin Esther Münch statt.

Foto: Gero Helm

Dahlhausen.   Humorvoller Stadtteilspaziergang in Dahlhausen mit „Putzfrau Walli“: Neues und Verbesserungswürdiges werden thematisiert.

Sanierungsgebiet, diesen Stempel drückte der Stadtrat dem Stadtteil im Jahre 2008 für den Bereich zwischen Bahnhof und Eisenbahnmuseum auf. Das damit aufgelegte Stadtteilerneuerungsprogramm veränderte seitdem manches im Sozialraum entlang der Ruhr.

Zum fünften bundesweiten „Tag der Städtebauförderung“ gab es nun einen Stadtteilspaziergang dazu. Das Amt für Stadtplanung und Wohnen, die Bochum Marketing und das Eisenbahnmuseum luden ein. Bezirksbürgermeister Marc Gräf (SPD) und Stadtbaurat Markus Bradtke begrüßten die gut 100 Gäste.

4,2 Millionen Euro investiert

„Wir haben insgesamt 4,2 Millionen Euro investiert, ein Teil davon aus dem Etat der Stadt Bochum“, erklärt Gräf. Bradtke berichtet, dass Dahlhausen einer von sechs Stadtteilen ist, wo es derzeit einen solchen Erneuerungsbedarf gibt. „Mit diesen Maßnahmen gehen wir städtebauliche und soziale Probleme an“, sagt er. Viele weitere Fakten und Informationen folgen im Anschluss, allerdings überwiegend in der Form nicht ganz ernst gemeint. „Putzfrau Walli“ in Person der Dahlhauser Kabarettistin Esther Münch führt schließlich den Spaziergang an.

Von dem mit Städtebaumitteln umgestalteten Otto-Wels-Platz vor dem Bahnhof geht es zunächst auf den Bahnsteig. „Wer läuft schon 45 Treppen rauf und 45 Treppen runter, wenn er aus der S-Bahn steigt und seine Straßenbahn auf dem Platz stehen sieht“, frotzelt sie im Ruhrgebietsdialekt zur neuen Gleisquerung der Deutschen Bahn. Die ersetzt seit 2017 den historischen Tunnel. „Die Leute gehen aber lieber schnell quer über die Gleise und lassen sich auch nicht vom Bahnhofspersonal aufhalten“, erzählt Walli humorvoll.

Ergebnis von elf Jahren Sanierung

Kurz zuvor zieht sie das Neubaugebiet „Ruhrauenpark Dahlhausen“ durch den Kakao, das seit 2005 im Zuge privater Investitionen im Sanierungsgebiet entsteht. „Den Rasen ihrer traumhaften Häuser können die Bewohner mit der Nagelschere bearbeiten und sind nach 30 Minuten fertig“, beschreibt sie das Außengelände. Die Besucher stimmen in ihr Lachen ein.

Ihr Fett bekommt auch die Stadtverwaltung weg. „Den neuen Spielplatz nannte sie bei den Planungen ,Spielzone West’. Das war zum Weglaufen“, erzählt Walli. Zum Glück durften die Kinder und Jugendlichen ihre großzügige Spielfläche mit Hüpfbereich, Nestschaukel, Skaterbahn und manchem mehr später selbst benennen. Seitdem ist das „Dahl’sen 44“.

Der Bezirksbürgermeister und die Besucher sind zufrieden. „Elf Jahre Stadtteilerneuerung durch Politik und Verwaltung haben viel bewegt“, meint Gräf. „Diese Führung mit Walli hat dem Spaziergang Pep gegeben“, sagen zwei ältere Damen. Mutter Elvira freut sich auf die neu gestaltete Unterführung am Eisenbahnmuseum. „Der Weg ist viel breiter und nicht mehr so steil, jetzt können meine kleinen Kinder da allein laufen“, erklärt sie.

Geschäfte für die Nahversorgung

„Durch die Sanierung zogen wir 2018 nach Dahlhausen, weil jetzt alles viel schöner ist“, freuen sich Gabi und Reinhard Fladda, die im Ruhrauenpark wohnen. Für den Alt-Dahlhauser Alfred Pflanz sind es die neuen Geschäfte für die Nahversorgung, die den Stadtteil aufwerten.

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