Senioren

Schulbauernhof besucht Seniorenheim in Weitmar

Gertrud Euler streichelt das Schaf Jochen vom Schulbauernhof.

Gertrud Euler streichelt das Schaf Jochen vom Schulbauernhof.

Foto: Dietmar Wäsche

bochum-Weitmar.   Ein Schulbauernhof aus Recklinghausen kommt ein Mal im Jahr ins Seniorenheim nach Weitmar. Der Umgang mit den Tieren soll beim Erinnern helfen.

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Das Schaf ist unter einer dicken Wolldecke verpackt. Angela Weitkämper ist sich sicher: „Dem Tier ist doch viel zu warm. Das müssen Sie mal scheren!“ Weitkämper ist Bewohnerin des Heinrich-König-Seniorenzentrums.

Dort ist heute der Schulbauernhof und Naturschutzhof e.V. aus Recklinghausen mit einigen Tieren zu Gast. Ein Mitarbeiter des Hofs widerspricht der Seniorin: „Scheren ist noch nicht nötig.“ Die verweist zwar nochmals darauf, dass alle anderen Schafe bereits geschoren sein, lässt sich letztendlich aber doch mehr oder weniger überzeugen.

Viele Senioren zeigen Interesse

Der Schulbauernhof ist schon zum wiederholten Male in der Einrichtung. Am Dienstag sind rund 40 Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort – mehr als erwartet. Sie füttern Schafe und Ziegen, streicheln die kleinen Kaninchen ( die erst sieben Wochen alt sind) und diskutieren über den Verbleib des Hahns, der im letzten Jahr noch dabei war. Gelächter bricht aus, als der Name des wolligen Schafs bekannt wird: Ursula – Das ist zufällig auch der Vorname der Einrichtungsleitung.

Tiere wecken Erinnerungen

Sabine Matelin vom Sozialen Dienst des Hauses hat den Tag mitorganisiert: „Die Beschäftigung mit den Tieren kann helfen, Erinnerungen bei den Bewohnern hervorzurufen. Viele öffnen sich dabei“, erklärt sie.

Harry Degenhard beispielsweise war früher in Bayern selbst in der Landwirtschaft aktiv. Er hat keine Berührungsängste. Gerade füttert er das kleine Schaf „Jochen“ und stellt fest: „ Die Zunge von der Ziege war viel rauer. Die hier ist schön weich.“

Drei Plätze neben Herrn Degenhard sitzt Mitbewohnerin Gertrud Euler. Auch sie hält bereits das Trockenfutter für Jochen in der Hand. Als der ankommt, ist die in kürzester Zeit wieder leer. „Der frisst ja alles weg“, lacht die Seniorin. „Aber schön frisiert ist er“, stellt sie fest. Kaum ist das Schaf weitergezogen, kommt Laureen Soth mit einem der Kaninchen vorbei. Die 19-Jährige absolviert gerade einen Bundesfreiwilligendienst beim Schulbauernhof.

Richtiger Umgang mit den Tieren

Normalerweise besuchen Schulklassen oder Kindergruppen den Hof. „Mit denen sprechen wir dann über den Umgang mit Tieren und deren Pflege und Haltung“, erklärt die Castroperin. Manchmal fahren sie aber eben auch raus zu Seniorenheimen oder anderen Einrichtungen und machen den Menschen dort eine Freude.

Heute ist das offensichtlich gelungen. Nach einiger Zeit geht es für Jochen, Ursula, die beiden Ziegen und die Kaninchen wieder zurück Richtung Recklinghausen. Vielleicht ist dann im nächsten Jahr auch wieder der so schmerzlich vermisste Hahn mit von der Partie.

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