Senioren

Quartiersprojekt soll in Weitmar Demenzpatienten helfen

Alice Buhlmann, Quartiersmanagerin Anna Wischnewski, Einrichtungsleiter Peter Krause, Sabine Grote vom Seniorenbüro Süd-West und Eva-Maria Matip vom Fachbereich Alzheimerhilfe (v.l.) stehen für das Quartiersprojekt.

Foto: Dietmar Wäsche

Alice Buhlmann, Quartiersmanagerin Anna Wischnewski, Einrichtungsleiter Peter Krause, Sabine Grote vom Seniorenbüro Süd-West und Eva-Maria Matip vom Fachbereich Alzheimerhilfe (v.l.) stehen für das Quartiersprojekt. Foto: Dietmar Wäsche

Weitmar.   Alzheimerhilfe möchte mit Demenzpaten, Wohnungsberatern und Begegnungscafé die Bürger in Weitmar unterstützen. Ehrenamtliche werden gesucht.

Ein großer Wunsch der älteren Menschen in Weitmar ist es, möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld bleiben zu können, am besten in der eigenen Wohnung. Das ergab die Stadtteilanalyse der Alzheimerhilfe zusammen mit der Evangelischen Fachhochschule. Doch erkrankt ein Mensch an Demenz, steht er sogar im eigenen Zuhause vor schwierigen Aufgaben.

Das neue Quartiersprojekt „Miteinander und Füreinander im Quartier. Älter werden in Bochum-Weitmar“ der Alzheimerhilfe des Deutschen Roten Kreuzes hat das Ziel, Menschen zu unterstützen, ihr Leben trotz der Erkrankung zu meistern.

Geschäftsleute sensibilisieren

Schon im kommenden Jahr möchten die Projektverantwortlichen Anna Wischnewski, Eva-Maria Matip und Alice Buhlmann damit beginnen, ehrenamtliche Demenzpaten und Wohnungsberater für ihren Einsatz in Weitmar zu qualifizieren. „Die Demenzpaten sollen so etwas wie ein Bindeglied zwischen den erkrankten Menschen und dem öffentlichen Leben werden, wie Ärzten, Wohnungsgenossenschaften und Geschäftsleuten. So könnte ein Demenzpate zum Beispiel einem Bankangestellten erklären, warum die alte Dame jetzt zum vierten Mal kommt, um Geld abzuheben, obwohl gar keins mehr auf dem Konto ist“, schildert Quartiermanagerin Wischnewski. Wohnungsberater hingegen sollen die Menschen dabei unterstützen, die eigenen vier Wände ihren Bedürfnissen in der Erkrankung anzupassen. „Das können auch gerne Leute sein mit bestimmtem Hintergrundwissen etwa aus der Baubranche oder Architekten“, so Wischnewski weiter.

Bürgercafé als Herzstück des Projekts

Die Schulungen für beide Qualifikationen sollen Anfang nächsten Jahres beginnen und werden etwa 40 Lehrstunden, verteilt auf drei Monate, umfassen. Der genaue Zeitplan wird mit den Teilnehmern abgestimmt.

Das Herzstück des Quartiersprojekts wird ein Bürgercafé, das im Haus der Generationen, dem Pflegeheim des Deutschen Rotes Kreuzes, eingerichtet werden soll. Eigens für den Aufbau dieser Begegnungsstätte wurde Gemeindepädagogin Alice Buhlmann mit ins Boot geholt. Ziel ist es, vor allem ältere Bürger und Angehörige des Quartiers anzusprechen.

Immerhin 31 Prozent der Weitmarer sind über 60 Jahre alt. „Die Bewohner des Hauses sind abgeschnitten vom öffentlichen Leben“, sagt Hausleiter Peter Krause. Das soll schon im nächsten Jahr anders werden: Im Bürgercafé dürfen die Menschen aktiv werden. Verschiedene Angebote wie Vorträge oder auch Unterhaltungsabende sollen die Bürger einladen und aus dem Pflegeheim einen Ort des Miteinanders machen. „Da kann ich mir viel vorstellen, zum Beispiel ein Rudelsingen“, so Eva-Maria Matip von der Alzheimerhilfe.

Am Mittwoch, 19. Juli, veranstaltet die Alzheimerhilfe eine Informationsveranstaltung über das Quartiersprojekt im Haus der Generationen. Ab 16 Uhr sind Bürger und Geschäftsleute herzlich in ein Word-Café eingeladen, um auch ihre eigenen Ideen auf einem der Tische niederzuschreiben.

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