Gastronomie

Neuer Treff für Bochum-Bärendorf

Maria Spisakova in ihrem neu eröffneten Café in Weitmar-Bärendorf. Die originellen „Hauben-Lampen“ erinnern an den früheren Frisörsalon. 

Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler

Maria Spisakova in ihrem neu eröffneten Café in Weitmar-Bärendorf. Die originellen „Hauben-Lampen“ erinnern an den früheren Frisörsalon.  Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler

Weitmar.   Im neuen, noch nicht ganz fertigen Café von Maria Spisakova in Weitmar soll sich der ganze Stadtteil versammeln – vom Szene-Künstler bis zum Rentner.

Die Alte Drogerie geschlossen, der Hopfengarten inzwischen auch. „Es gibt kaum noch Angebote in Bärendorf, sich irgendwo zu treffen“, sagt Maria Spisakova. „Das muss sich ändern.“ Deshalb nahm die 38-Jährige vor zwei Monaten all ihren Mut zusammen und eröffnete im ehemaligen Frisörsalon an der Hattinger Straße 218 ein eigenes Lokal: das Baerendorf-Café (bewusst mit „ae“ geschrieben – „weil es hübscher aussieht“).

Viertel braucht Mittelpunkt

Noch ist nicht alles fertig. „Kein Drama“, findet die Chefin. Denn vieles soll auch gar nicht fertig aussehen. Wie die grob verputzten Wände. Oder die bunte Außenfassade, an der aber noch ein Schild fehlt. Auch das Interieur ist teils zusammengesucht. Aber das macht zugleich den Charme des Baerendorf-Cafés aus. Ein lockerer, hipper Treff, der sich auch im Berliner Szene-Viertel Prenzlauer Berg gut machen würde.

„Das höre ich öfter“, lacht Maria Spisakova. Und ja, das Café solle auch eine Art Künstler-Treff sein. Aber ohne dabei irgendeinen Bärendorfer auszuschließen. „Hier soll der ganze Stadtteil zusammenkommen, um sich auszutauschen und eine nette Zeit miteinander zu verbringen“, wünscht sich die Slowakin. Einige Rentner hat sie schon als Gäste gewinnen können. „Das Viertel sehnt sich nach einem Mittelpunkt. Das braucht eine gewisse Anlaufzeit. Aber es wird.“

Maria Spisakova kam vor 18 Jahren nach Bochum um Architektur zu studieren. Nachdem die Slowakin das Studium geschmissen hatte, machte sie eine Ausbildung bei der Weitmarer Konditorei Brechtmann.

Wohl die richtige Entscheidung. „Kochen und Backen sind meine Leidenschaften“, sagt Maria Spisakova. Beides kann sie in ihrem Café bisher nicht – die Küche ist noch nicht fertig. „Aber das kommt noch“, kündigt sie an. Kuchen gibt es jetzt schon, eben von der Konditorei Brechtmann. Dazu Kaffee in allen Variationen und die üblichen Kaltgetränke.

Geöffnet hat das Baerendorf-Café zunächst nur an den Wochenenden: freitags und samstags von 14 bis 1 Uhr, sonntags von 14 Uhr bis „Viertel vor Tatort“; „Denn da sitzen eh alle vor dem Fernseher“, meint Maria Spisakova – sich selbst eingeschlossen.

Dass im Baerendorf-Café, das Maria Spisakova allein betreibt, Kleinkunst eine große Rolle spielt, liegt auch an der Nachbarschaft. Links nebenan hat Uta Hoffmann ein Atelier, im Hinterhof in der alten Zwieback-Bäckerei Angela von Schilling. Auch die Musiker von „Heldmanns Sohn“ wohnen hier. Dazu einige Gast-Tänzer aus dem Schauspielhaus.

„Ich hoffe, dass sich noch andere interessante Läden und Künstler hier niederlassen“, blickt Maria Spisakova voraus. Sie ist guter Dinge. „Das Einzugsgebiet ist groß. Ich denke, dass sich in den nächsten vier, fünf Jahren noch einiges tun wird.“ In ihrem Café auf jeden Fall. Lesungen finden statt, Ausstellungen – und das ein oder andere Senioren--Kaffeekränzchen. Spisakova: „Die Mischung macht’s.“

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