Kinderkarneval

Nachwuchs-Jecken feiern beim Kinderkarneval wie die Großen

Blick in den Saal: Während der Aufführung tummelten sich die Kinder vor der Bühne im Vereinsheim der Ruhrlandbühne.

Blick in den Saal: Während der Aufführung tummelten sich die Kinder vor der Bühne im Vereinsheim der Ruhrlandbühne.

Foto: Bastian Haumann

Bochum-Dahlhausen.   Kinderparty der Ruhrlandbühne e.V. ist mit rund 170 Gästen ausverkauft. Als Wikinger, Prinzessin und Elfe feiern die Kleinsten ausgelassen.

„Alle die mitmachen wollen, rauf auf die Bühne“, brüllt Clowni, und ehe er sich versieht, ist eben jene rappelvoll. Feuerwehrmänner drängen sich zu wummernder Musik neben Meerjungfrauen und Marienkäfern.

Nachwuchs-Jecken brauchen kaum Nachhilfe

„Wie begrüßt man sich unter Karnevalisten?“, will Clowni wissen und erntet ein lautes „Helau“ aus den Kinderhälsen im Vereinsheim der Ruhrlandbühne. Viel Nachhilfe brauchen die Nachwuchs-Jecken gar nicht, nur den Zuruf „DJ mach die Mukke an!“ bringt Clowni ihnen noch bei.

Dann kann es zu Liedern wie „Popo waschen“ auch schon losgehen mit der Feierstimmung: Rundherum im Kreis, die Arme hoch, hüpfend und jauchzend. „Mit Kindern feiern macht mehr Spaß als mit Erwachsenen“, findet Clowni, hinter dessen roter Nase Dirk Schmieder steckt. Der ist seit 45 Jahren beim Karneval dabei, wurde „hineingeboren“, wie er selbst sagt. „Zusammen mit Biene und Piratin biete ich heute ein karnevalistisches Programm“, so Schmieder.

Wikingerin Lucie (9), Supergirl Julia (9) und Meerjungfrau Sophie (5) sind von den bunten Kostümen, Luftballons und Girlanden hellauf begeistert. Bei der Show-Einlage des Mini-Garde-Duos Romy und Celina in rot-weißem Kleid mit Silbersaum klappen die Kinnladen schnell herunter.

„Wenn ich eine Superkraft hätte, wäre ich super stark“, überlegt Julia mit rotem Umhang und Sophie mit Glitzerflosse sagt: „Ich würde gerne so schön schwimmen können wie eine Meerjungfrau.“ Während die Kleinen träumen, schwelgen die Großen in Erinnerung.

Gardetanz-Nachwuchs

„Ich war als kleiner Junge immer Cowboy“, sagt Thomas Fliegner, und Paulas Mutter erinnert sich: „Ich war Indianerin.“ Den Kinderkarneval der Ruhrlandbühne besucht sie schon zum dritten Mal. „Das Rahmenprogramm ist toll, weil die Kinder überall mitmachen können“, sagt sie.

Die Party für Erwachsene erfolge dann an anderer Stelle. So sieht es auch Sabrina Nagel. Während Tochter Emma tanzt, bespricht sie mit Freundin Sandra Roth die Pläne für Weiberfastnacht. „Klasse, dass alle so lustig drauf sind. Bei Kindern steht nicht das Trinken im Vordergrund, das ist viel schöner“, so Nagel.

Zwischen bunten Berlinern, Waffelduft und lautem Klatschen beobachtet Trainerin Ramona Manuel ihren Gardetanz-Nachwuchs. „Ich habe acht Jahre getanzt, es ist schön, das weiterzugeben“, sagt sie, während auf der Bühne Räder und Purzelbäume geschlagen werden. Leuchtende Kinderaugen seien ihr Karneval-Highlight.

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