Kirche

Kirchbauverein St. Barbara löst sich nach zehn Jahren auf

Die Kirche St. Barbara am Köttlingerweg. Was aus ihr wird, ist noch unklar.

Die Kirche St. Barbara am Köttlingerweg. Was aus ihr wird, ist noch unklar.

Foto: Geraldine Fenske

Weitmar/Goldhamme.   Vorsitzende Marianne Herzog findet keinen Nachfolger. Hohe Spende zum Abschluss für den Sozaldienst katholischer Frauen.

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Marianne Herzog blickt auf außergewöhnliche Jahre der Eigenständigkeit zurück: Mehr als acht Jahre hat sie als Vorsitzende des Kirchbauvereins die Gemeinde St. Barbara zusammengehalten. „Ich war Sekretärin, Hausmeisterin, Küsterin und Seelsorgerin in Einem“, sagt die Erziehungswissenschaftlerin. Es sei viel Arbeit gewesen, aber: „Ich habe es gerne gemacht“.

Als 2007 der Beschluss des Bistums im Zuge der Neustrukturierungen der Pfarreien St. Barbara zur sogenannten „weiteren Kirche“ machte, sorgte der damalige Prälat Leander Zirkelbach dafür, die 770-Christengemeinde in pastoraler und finanzieller Eigenständigkeit aufrecht zu erhalten. „Durch seine Krankheit musste die Gemeinde bereits nach einem Jahr die gesamte Verantwortung allein übernehmen“, erinnert sich Herzog.

Heute weiß sie, warum dies bis zuletzt gelungen ist: „Die Gemeinde ist gekennzeichnet von Vertrauen, Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit“. Auf dieser harmonischen Basis habe man wöchentliche Vorabendmessen, monatliche Frühmessen sowie Barbara-Nachmittage realisieren können. „Jeder hat sich mit seinen Fähigkeiten für Gottesdienste und das Gemeindeleben eingebracht“, erzählt Marianne Herzog. „Beten und Feiern war die Philosophie in St. Barbara.“

Nicht leicht, die Seelsorge vor Ort zu garantieren

Leicht sei es dennoch nicht gewesen, jährlich 15 000 bis 18 000 Euro für den Erhalt der Kirche und des Pfarrheims aufzubringen und gleichzeitig die Seelsorge vor Ort zu garantieren – beides Auflagen des Bistums für die weitere Nutzung der Kirche. Nun aber endet auch Marianne Herzogs Arbeit aus gesundheitlichen Gründen – diesmal ohne Nachfolger. „Seit Ende Oktober haben wir die Arbeit eingestellt. Unsere Gemeindemitglieder suchen in St. Maria Magdalena, zu der sie offiziell gehören, oder in Nachbargemeinden neue kirchliche Heimaten. „Die Reaktionen sind verständnisvoll, traurig und dankend gewesen, Bitterkeit hat es nicht gegeben“, sagt Herzog.

Der Abschied fällt schwer, aber: „Wir haben von den Spendengeldern kein Geld für Verwaltungsaufgaben oder Personalausgaben verwendet, sondern alles ehrenamtlich gemacht“, sagt Marianne Herzog. Das lohnt sich nun: 11 597 Euro an Spendengeldern sind verblieben. „Das Geld spenden wir an den Sozialdienst katholischer Frauen, so wie es die Vereinssatzung einmal festgelegt hat“, erklärt Marianne Herzog. Für sie die richtige Entscheidung: „Der Sozialdienst leistet hervorragende Arbeit. Als Barbara-Gemeinde, die im Kern stark vom Frauen-Engagement geprägt war, schätzen wir besonders die SkF-Arbeit für werdendes Leben und für Familien unterschiedlichster Art.“

Jetzt, zum Jahresende, wurde das Geld dafür überreicht. Martina Kastenmaier-Koch vom SkF ist dankbar: „Wir sind froh über die große Spende und können sie gut gebrauchen, denn im letzen Jahr haben wir Spendeneinbußen verzeichnet“.

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