Brettspieltag

Im Gemeindehaus in Weitmar werden Spiele getestet

Das Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde in Weitmar wurde erneut zu einem großen Spielezimmer, bei dem die Besucher allerhand neue Brettspiele ausprobieren konnten.

Foto: Olaf Ziegler

Das Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde in Weitmar wurde erneut zu einem großen Spielezimmer, bei dem die Besucher allerhand neue Brettspiele ausprobieren konnten. Foto: Olaf Ziegler

Weitmar-Mitte.   Zum 16. Mal fand der Spieletag im Evangelischen Gemeindehaus in Weitmar statt. Jung und Alt werden für einen Tag zu Brettspiel-Testern.

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Eine Hand voll Steine, ein Stück Teppich, mehr braucht es gar nicht, um stundenlang zu spielen. „Hafzang“ – „fünf Steine“ – wird es genannt, verbreitet in Indien, Pakistan, der Türkei und in Kirgisistan. Und bald auch im Umkreis des evangelischen Matthäushauses nach dem inzwischen schon 16. Spieletag der Evangelischen Jugend. Er fand traditionell im Gemeindehaus an der Matthäusstraße statt.

Die „fünf Steine“ beherrschten einen der Tische im Raum für orientalische Spiele, mitgebracht aus dem Vorjahr, als Syrien Patenland des Spieletages war. Diesmal schweifte der Blick sogar noch weiter bei „Spielewelten erleben“.

Studenten aller Fachrichtungen sind dabei

In Bochums selbsternanntem „größten Spielzimmer“ ging es diesmal auch in der Zeit zurück. Getestet wurden „Retro-Spiele“ in neuer Form an eigens herausgekramten alten Fernsehern „mit 2D-Grafik und zweimal Mono-Ton“.

Die Studenten Marcel Peschel und Leonel Zurkehl stellten schnell fest, dass sie damit über den Asta der Ruhr-Uni nicht nur die „Vollblut-Gamer“ erreichen, sondern vor allem Studis aller Fachrichtungen aus einer Generation. Die dann „Snake“ oder ganz retro Tennis zocken, und zwar inzwischen so viele, dass daraus ein regelmäßiger Stammtisch im Kulturcafé wurde.

Aleksander Cuzmar vom Spieleclub „Hippodice“, der beim Spieletag die Betreuer stellt, weiß, dass hier auch die Möglichkeit gesucht wird, in größerer Runde zu spielen. Oder ein Spiel zu Hause nur herumliegt, weil die Regeln zu kompliziert sind, und hier von „Profis“ erklärt werden. Außerdem gibt’s in Weitmar natürlich auch reichlich Geschenkideen für Weihnachten.

Spielen verbindet Generationen

Der Markt ist längst noch nicht satt, hat Hippodice erfreut festgestellt. „Jedes Jahr kommen immer mehr anspruchsvolle Spiele heraus“, schildert Cuzmar. Auch der Hobby-Spiele-Erfinder Thomas Spitzer meint ganz klar: „Das Brettspiel zeigt hier seine Daseinsberechtigung.“ Er hat schon 2005 aus der Idee heraus, die regionale Geschichte im Wortsinne ins Spiel zu bringen, die Kohletransporte aufgenommen. Über die Tester von „Hippodice“ kam der Kontakt zu einem Verlag in Hattingen zustande, das Spiel „Ruhrschifffahrt“ erschien als erster Teil einer ganzen Kohle-Trilogie.

Wilfried Maier, Leiter des Jugendpfarramtes, und seinem Team der Evangelischen Jugendhilfe, ist wichtig, das Spielen hier als verbindend zwischen Generationen und Menschen unterschiedlicher Abstammung vorzustellen und zu pflegen. „Es ist einfach interkulturell, das kann und will schließlich jeder.“

Spiele ganz spontan auch weiter zu entwickeln, das beherrschen Kinder weltweit. Die Pyramide aus sieben Steinen, die im Orient-Raum mit zwei Teams und einem Tennisball taktisch umzuwerfen galt, diente manchem eifrigen Dreikäsehoch im Matthäushaus schlicht als Ziel zum Indoor-Fußballtraining.

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