Schulprojekt

Grundschüler werden im Zirkusprojekt zu Clowns und Artisten

Was wäre ein Zirkus ohne Scheinwerfer, den Duft von Sägespänen über der Manege, und vor allem ohne Clowns? Die Kinder der Astrid-Lindgren-Schule boten im „Proiektcircus Proscho“ jedenfalls alles auf.

Foto: Dietmar Wäsche

Was wäre ein Zirkus ohne Scheinwerfer, den Duft von Sägespänen über der Manege, und vor allem ohne Clowns? Die Kinder der Astrid-Lindgren-Schule boten im „Proiektcircus Proscho“ jedenfalls alles auf. Foto: Dietmar Wäsche

Linden.  200 Schüler der Astrid-Lindgren-Schule sind nun echte Artisten: „Projektcircus Proscho“ hat nach einer Woche Training vier Vorstellungen gefüllt.

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Im vorderen Teil des Zelts wuseln aufgeregte Clowns, Löwen und Vampire herum. Die Menschentraube vor dem Zirkus bewegt sich ins Innere, zügig füllen sich die Ränge. Bald heißt es „Manege frei!“ für die Grundschüler, die sich vier Tage lang auf ihre Nummer im „Projektcircus Proscho“ vorbereitet haben. Die Eingangsmusik lässt schließlich Ruhe einkehren, die Kinder wissen: Jetzt ist es soweit.

Nach der Begrüßung von Zirkusdirektorin Leslie Maatz und Nathalie Hegener, Leiterin der Astrid-Lindgren-Schule, gehört die Bühne den Hula-Hoop-Artisten. Mit leuchtenden Neonkostümen und -reifen präsentieren sie ihre Choreographie.

Clowns, Hexen und Vampire

Der deutsche Schlager weicht etwas später mystischer Musik. Das Licht wird schummrig, dunkle Gestalten mit wirren Frisuren und finsteren Mienen treten hinter dem Vorhang hervor. Gerade standen noch die Clowns im Mittelpunkt, die das Publikum nicht nur mit ihrem Sketch, sondern auch mit der sichtlichen Freude an ihrer Aufgabe erheitert haben – nun sind es junge Hexen und Zauberer, die die Zuschauer in ihren Bann ziehen.

Für einen besonders spektakulären Auftritt sorgen einige kleine Vampire, die in der rot erleuchteten Manege wie selbstverständlich verschiedene Figuren am Trapez zeigen – und das sogar zu dritt.

Teamarbeit und Integration als Projektziel

Dabei ist das Vertrauen ineinander unabdingbar. „Wir möchten mit unserem Zirkus erreichen, dass jedes Kind das Gefühl hat, ein wichtiger Teil seiner Projektgruppe zu sein“, sagt Leslie Maatz. Neben ihrer Aufgabe als Direktorin und Managerin des Zirkus ist sie mit sechs weiteren Trainern auch für die Vorbereitung der Darstellergruppen zuständig. Den Schülern spricht sie Lob aus: „Wir hatten nur vier anstatt normalerweise fünf Tage für die Vorbereitung, die Kinder waren aber top und haben gut trainiert.“

Ein weiteres pädagogisches Ziel des Zirkus ist die klassenübergreifende Zusammenarbeit – das ist für die Kinder auf der Astrid-Lindgren-Schule jedoch nichts Neues: Die Klassen werden nach dem Montessori-Leitmotiv jahrgangsgemischt unterrichtet.

Ein besonders wichtiger Stichpunkt für Nathalie Hegener ist stattdessen die Integration. „Kinder mit Beeinträchtigungen fallen überhaupt nicht auf in der Manege“, sagt sie. „Das Projekt lässt die Kinder in die magische Zirkuswelt eintauchen und hilft so nebenbei, ihre sozialen Kompetenzen und auch das Selbstbewusstsein zu stärken.“

>>> INFO: Premiere für den Projektzirkus in Linden


Bereits dreimal hat an der Astrid-Lindgren-Schule eine Zirkuswoche stattgefunden, nun allerdings erstmalig mit dem „Projektcircus Proscho“.

Der Zirkus ist ein Familienunternehmen. Mit zwei Komplettausstattungen sind die Teams von März bis November parallel an unterschiedlichen Orten unterwegs, entweder in Schulen oder auf städtische Nachfrage.

Während des Projektes hat kein regulärer Schulunterricht stattgefunden. Angebote wie Erstellen einer Zirkuszeitung, Balanceübungen auf der Slackline oder Basteln von Zirkusgegenständen haben die Projektwoche abgerundet.

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