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Großreinemachen in der Orgel wird für den guten Ton sorgen

Schon jetzt sind Pfarrerin Ursula Borchert (l.) unde Organistin Ute Wiegard gespannt auf den „neuen“ Klang der Orgel nach der Überholung. Foto: WH

Schon jetzt sind Pfarrerin Ursula Borchert (l.) unde Organistin Ute Wiegard gespannt auf den „neuen“ Klang der Orgel nach der Überholung. Foto: WH

Weitmar.  Evangelische Kirchengemeinde Weitmar sammelt Spenden für die Grundreinigung des Instruments in der Matthäuskirche. Start soll Anfang 2019 sein.

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Von außen sieht man nichts, hören kann man auch nichts. Die wuchtige „Raupach“-Orgel auf der Empore der Matthäuskirche ist aber ordentlich überholungsbedürftig. Die 1500 Pfeifen der 20 Register brauchen eine Grundreinigung für 20 000 Euro, so der Kostenvoranschlag. Die Gemeinde ruft zu Spenden auf.

Pfeifen ausbauen und in der Werkstatt überholen

Wo das Problem liegt, zeigt Kirchenmusikerin Ute Wiegard. „Da das Gehäuse und die meisten Pfeifen nach oben offen sind, fällt aller Staub, Dreck und alles Getier vom Dachstuhl durch die hölzerne Zwischendecke da hinein.“ Seit der letzten dreimonatigen Generalüberholung des Instruments im Sommer 2000 kam einiges zusammen.

Wiegard kümmert sich mit Pfarrerin Ursula Borchert um das Vorhaben. Borchert: „Das heißt nicht, dass die Orgel nur noch begrenzt spielfähig ist. Im Gegenteil, aber für die Grundreinigung muss unser Orgelbauer Friedrich Kamhern, der das Instrument jährlich wartet, alle Pfeifen ausbauen und in seiner Werkstatt überholen.“

Gutachten erstellen

Kamhern wies bereits bei der vorletzten jährlichen Orgelwartung 2016 darauf hin. Da die Kosten jedoch 5000 Euro übersteigen werden, musste Hans-Christian Tacke, der regionale landeskirchliche Orgelsachverständige, zunächst das Instrument besichtigen und ein Gutachten erstellen.

„Das fiel sehr positiv und befürwortend aus. Und das machte uns Mut, das Vorhaben umzusetzen“, freuen sich Borchert und Wiegard für das Presbyterium.

Anfang 2019 soll die Reinigung starten. Dafür werden alle Pfeifen in die Werkstatt nach Verl in Ostwestfalen gebracht. Nach dem Reinigen kommen sie zurück. Orgelbaumeister Kamhern setzt sie dann – Register für Register – mit seinen Mitarbeitern wieder zusammen.

Verbessertes Zusammenspiel aller Orgelteile

Für Wiegard, die seit 1986 die Orgel bespielt, ist die Reinigung eine Herzensangelegenheit. „Nach der letzten Generalüberholung war ich völlig begeistert, weil das Instrument viel besser klang“, strahlt die 62-Jährige, die damit genauso alt wie ihre „Königin der Instrumente“ ist. Seit 32 Jahren sind sie quasi ein „Paar“.

Vor 18 Jahren war die Sache allerdings deutlich aufwendiger, 120 000 D-Mark mussten Gemeinde und Förderer investieren. „Kamhern überholte einzelne Register so, dass sie einen volleren und tieferen Klang erhielten. Das verbesserte das Zusammenspiel aller Orgelteile deutlich“, so die Organistin.

Orgelbauer Alfred Raupach baute Lippen- und Zungenpfeifen aus Kupfer, Zink, Zinn und Holz. Die größten – etwa im „Subbass 16 Fuss“ – haben eine Höhe von 3,20 Meter und einen Umfang von bis zu 20 Zentimetern. Die kleinsten im Register „Weidenflöte 2 Fuss“ sind gerade mal zehn Zentimeter hoch und zehn Millimeter dick.

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