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Verkehr

Familie hofft auf Tempo-Bremse am Schamberge

Reiner und Katrin Ziesch mit Sohn Anton (4) sehen Gefahren durch den Verkehr auf der Straße Am Schamberge.

Foto: Dietmar Wäsche

Linden-Ostholz.   Die Siedlung am Schamberge ist als Tempo-30-Zone ausgeschildert. Berliner Kissen sind aber nur vor und hinter der Kuppe in die Straße eingebaut.

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Im zweiten Gang laut, aber langsam, im dritten Gang leiser, aber schnell, und schnell auch zu schnell: Autofahrern auf freien Strecken freiwillig den Fuß vom Gaspedal zu nehmen, ist auch in Wohnsiedlungen wie rund um Am Schamberge und Himbeerweg schwer zu vermitteln.

Vor dreieinhalb Jahren zogen Reiner und Katrin Ziesch mit Söhnchen Anton hierher. Und werden oft genug ein unbehagliches Gefühl nicht los, denn die Gefällstrecke birgt Gefahren. An ihrer vorigen Adresse im Ostholz sind ihnen schon zwei Katzen totgefahren worden, hier ist es auch schon wieder eine. Die Gegend ist als Tempo-30-Zone ausgeschildert, im Eingangsbereich vor der Awo-Kindertagesstätte und weiter hinten hinter der Kuppe der Straße machen „Berliner Kissen“ das Gas-weg-Gebot deutlich.

Höchsttempo ist schnell überschritten

Doch die freien Strecken am Schamberge, der die Wohnsiedlung rundherum erschließt, führen bei auch nur geringer Unachtsamkeit dazu, dass Pkw dieses Höchsttempo nicht nur schnell erreichen, sondern auch überschreiten.

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Richtig Betrieb herrscht hier zu den Stoßzeiten, wenn die Nachbarn morgens auf dem Weg zur Arbeit und nach Feierabend wieder nach Hause unterwegs sind. Und natürlich durch den planmäßigen Verkehr der zwei Buslinien. Genau wegen des öffentlichen Nahverkehrs sind auch die Berliner Kissen zur Verstärkung der Verkehrsberuhigung in die Straßenoberfläche eingebaut.

Denn diese können und sollen Großfahrzeuge mit entsprechender Spurbreite und mit geringem Tempo passieren, aber ohne zusätzliche Schwierigkeiten. Wie sie etwa Segmentschwellen ausmachen, die über die gesamte Breite gehen.

Strecke ist Teil des Schulweges

„Es gibt hier keine Bremse für den Autoverkehr“, räumt Reiner Ziesch ein, nicht einmal als Vorwurf an die Autofahrer. Der freie Blick und die ausgebaute Strecke suggerieren auch freie Fahrt, nicht etwa Gefahr.

„Dabei ist das hier auch ein Teil des Schulweges für die Kinder aus der Siedlung zur Lindener Straße. Die Kindergärten der Arbeiterwohlfahrt und von St, Angela sind auch um die Ecke“, erläutert der besorgte Anwohner. Und entsprechend viele Kinder sind auf den Gehwegen unterwegs oder kreuzen sogar die Fahrbahn.

Familie Ziesch hat zunächst Hans Neubauer für die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung um Unterstützung angesprochen. Er sinnt aber selbst auch über Möglichkeiten nach, etwa ob Hinweise „Achtung, Kinder!“ oder Smiley-Gesichter wirken könnten.

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