Schulfest

Diesen Namen trägt die Bochumer Sekundarschule Südwest jetzt

Gemeinsam mit ihrem Mann und Freunden gründete Christel Neudeck den gemeinnützigen Verein Cap Anamur.

Gemeinsam mit ihrem Mann und Freunden gründete Christel Neudeck den gemeinnützigen Verein Cap Anamur.

Foto: Bastian Haumann

Dahlhausen.   Seit August trägt die Bochumer Schule den Namen von Rupert Neudeck. Seine Frau kam zum großen Schulfest und erzählte vom gemeinsamen Leben.

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Viele Vorschläge hatte es für einen neuen Namen der Sekundarschule Bochum Südwest gegeben. Seit 1. August heißt sie nun offiziell Rupert-Neudeck-Schule.

„Wir hatten den Eindruck, dass unsere Schule ein Gesicht braucht“, erläuterte Schulleiterin Ulrike Busse. Neudeck erlangte in den Achtziger Jahren an Bekanntheit, als er maßgeblich an der Rettung tausender vietnamesischer Flüchtlinge im Chinesischen Meer beteiligt war. „Er steht für Mut, Zivilcourage und beispiellose Menschlichkeit. Diese Werte wollen wir auch unseren Schülern vermitteln“, so die Leiterin der seit sechs Jahren bestehenden Schule.

Großes Fest zur Umbenennung

Die Umbenennung wurde am Freitag mit einem großen Fest zelebriert. Unter den Gästen: Christel Neudeck, die Frau des 2016 verstorbenen Namensgebers.

„Meine drei Kinder, Ruperts Brüder und unsere Freunde freuen sich, dass die Schule nach ihm benannt wird. So können seine Visionen und seine Tatkraft überleben“, betonte Christel Neudeck.

Sartre und Camus haben ihn stark geprägt

Den vielen anwesenden Schülern wollte sie beim Festakt vor allem verdeutlichen, wer denn der Mensch war, dessen Name ihre Schule jetzt trägt. Sartre und Camus hätten ihn stark geprägt, schließlich promovierte er zu diesem Thema. Wichtig sei aber auch seine Jugend für ihn gewesen. 1939 kam Rupert Neudeck in Danzig zur Welt.

Nur knapp entkam er dem Tod, als seine Mutter mit den Kindern fliehen wollte, aber zu spät zum Schiff kam. Das war schon abgefahren, wurde wenig später aber torpediert und sank. Gemeinsam mit Heinrich Böll und seiner Frau entschied er sich 1979, vietnamesischen Flüchtlingen zu helfen. Daraus entstand die noch heute aktive Organisation „Cap Anamur“.

„Rupert charterte ein Schiff – aber wir hatten keine Ahnung von Schiffen“, erinnert sich eine Frau lachend. Im Auswärtigen Amt musste ihr Mann dann Rede und Antwort stehen – ohne wirklich Ahnung zu haben. „Manchmal muss man ein bisschen listig sein“, gab Christel Nedeck den Schülern als Ratschlag auf den Weg. Zudem verwies sie auf das Lebensmotto ihres verstorbenen Mannes: „Seid weder furchtsam noch tollkühn.“

Zeitkapsel mit Erinnerungen

Zum Abschluss des Festakts stand noch das Befüllen einer Zeitkapsel an. „Da sind Klassenfotos drin und jeder Schüler hat ein paar Worte und Grüße geschrieben“, erläuterte Thomas Golz vom Förderverein. Am Nachmittag wurde die Kiste eingemauert. In zehn Jahren werde man sie wieder herausholen und sich an 2018 erinnern.

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